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Digital Champions Award Das ist die Avantgarde im Mittelstand

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Cewe gelang die digitale Transformation, weil das Management bereits Ende der Neunzigerjahre mit einer ersten Fotodruckstation und einem Webshop experimentiert hatte. Anfangs fragte kaum jemand die neuen Produkte nach, doch als der Umschwung einsetzte, war Cewe vorbereitet und konnte auch die nötigen Investitionen und Restrukturierungskosten von mehr als 400 Millionen Euro schultern. So ein Wandel sei nur zu meistern, wenn es einem noch gut gehe, sagt Cewe-Chef Hollander: „Wer erst anfängt, sobald es schlecht läuft, gerät schnell in eine Abwärtsspirale.“

Wie ein Unternehmen durch schnelle Adaption neuer Technologien seine Abläufe konsequent digitalisiert und damit zum Marktführer aufsteigt, lässt sich auch vom Würzburger Unternehmen Flyeralarm lernen, das den DCA in der Kategorie „Digitalisierung von Prozessen“ gewann. „Ohne das Internet würde es unser Unternehmen so nicht geben“, sagt Gründer Thorsten Fischer.

Diese Weltmarktführer haben die stärksten Marken
Die Zentrale von Big Dutchman in Vechta-Calveslage. Quelle: Presse
Das Luftbild zeigt das Werk der Max Weishaupt GmbH in Schwendi. Quelle: PR
Sennheiser Kopfhörer Quelle: dpa
Renolit SE Vorstand Quelle: Presse
KWS Saat Quelle: PR
Platz 15 (15): Abeking & RasmussenBranche: Schiffbau Marken-Performance*: 61,4 (54,2) Unternehmens-Performance*: 57,9 (56,8) Gesamt-Performance²: 119,4 (111,0) * maximal 100 Punkte; ² maximal 200 Punkte; Quelle: Biesalski & Company Quelle: Screenshot
Ein Ladekabel für ein Elektroauto der Firma Mennekes Quelle: dpa

Er setzte schon 2002 auf das Web und ermöglichte Kunden, zum Beispiel Werbeflyer im Netz zu erstellen. Inzwischen ist das Unternehmen zur führenden europäischen Onlinedruckerei aufgestiegen. Die 2000 Mitarbeiter erwirtschafteten vergangenes Jahr 330 Millionen Euro Umsatz – und eine „sehr ordentliche Rendite“, genauer will Fischer nicht werden.

Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg ist die größtmögliche Automatisierung der Prozesse. Sobald ein Kunde im Netz etwa Visitenkarten in Auftrag gibt, prüft das Programm, ob die Vorlagen druckbar sind, und weist sie dann automatisch einer Druckplatte zu. Dabei ordnet ein Algorithmus die Aufträge so an, dass die Druckbögen möglichst komplett gefüllt sind. Dieses Sammeldruckverfahren war eine kleine Revolution in der Branche, denn bis dahin war es völlig normal, große Teile der Bögen ungenutzt zu lassen.

Durch die bessere Verteilung sind die Maschinen maximal ausgelastet, das spart Material und senkt somit die Kosten. „Anfangs haben wir nur eine Druckbogenauslastung von 50 bis 60 Prozent geschafft“, erinnert sich Fischer, „inzwischen sind es weit mehr als 90 Prozent.“

Bekannt ist das Unternehmen vor allem durch sein Sportsponsoring. So wirbt Flyeralarm regelmäßig bei Spielen der deutschen Fußballnationalmannschaft auf den Stadionbanden.

Die zehn größten Familienunternehmen Deutschlands
Bertelsmann-Logo Quelle: dpa
Logo von Phoenix Pharmahandel Quelle: dpa
Logo von Fresenius Quelle: dpa
Ein Reifen von Continental Quelle: dpa
Dunkle Wolken über Bosch Quelle: dpa
Ein Mann mit Aldi-Tüten in der Hand Quelle: dpa
Kunden vor einer Metro-Filiale Quelle: dapd

Der Effekt: Die Zugriffe auf die Website schnellen nach oben. „In einer Branche, die nicht darauf ausgelegt ist, hat es Flyeralarm geschafft, eine eigene Marke aufzubauen“, lobt Dietmar Grichnik, Professor für Entrepreneurship an der Universität St. Gallen und einer der DCA-Juroren.

Als Flyeralarm in seinen Anfängen steckte, war es noch ganz ungewöhnlich, Geschäfte über das Web abzuwickeln. Heute erwarten viele Kunden das ganz selbstverständlich. Die Hotelbranche tut sich damit noch etwas schwer. Sie schickt ihre Gäste nach wie vor beim Einchecken an die Rezeption. Dass es auch anders geht, beweist die aus Frankreich stammende Hotelkette B&B Hotels, die mehr als 360 Häuser in Europa betreibt. Auf der Webseite von B&B können Gäste nicht nur ihre Übernachtung buchen, sondern auch ihren digitalen Zimmerschlüssel anfordern. „Es ist wie bei Flugreisen. Unsere Kunden können bereits 24 Stunden vorher einchecken“, sagt Katharina Hahn, E-Commerce-Consultant bei B&B Hotels.

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