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Digitale Revolution Firmenzukunft hängt vom Smartphone-Geschäft ab

Smartphones könnten viele Branchen umkrempeln. Die Kombination aus schnellen Datennetzen und Ortungsdiensten schafft Raum für neue Geschäftsmodelle.

Die Zukunft vieler Unternehmen hängt davon ab, wie gut sie ihr Geschäft an die Smartphone-Ära anpassen können. Quelle: dpa

Smartphones verschlingen die Welt - der IT-Analyst Benedict Evans formuliert den Trend drastisch. Der Experte des bekannten Startup-Finanzierers Andreessen Horowitz meint den rasanten Wandel, der mit dem Vormarsch der Computer-Handys nicht nur die Telekom-Industrie, sondern alle möglichen Branchen durchzieht. Und die Revolution steht erst am Anfang.

Smartphone-Nutzer verbringen viel Zeit in Apps

Rund zwei Milliarden Smartphones sind nach Expertenschätzungen weltweit im Einsatz. Zum Jahr 2020 könnten es nach Prognosen doppelt so viele sein. Anders gesagt: Rund 80 Prozent der Erwachsenen dürften dann mit einem Smartphone online sein, wie Evans vorrechnet.

Das bedeutet nicht nur einen doppelt so großen Markt von Menschen, die regelmäßig neue Telefone kaufen werden. Das verändert auch die Art, wie Waren, Dienstleistungen oder Werbung an den Kunden gebracht werden. Zudem verbringen Smartphone-Nutzer viel Zeit in Apps statt im Internet-Browser.

Und das Smartphone ist nicht einfach nur ein Computer im Taschenformat. Es ist maximal personalisiert, man hat es immer dabei, es hat Sensoren von GPS-Ortung bis hin zur ziemlich präzisen Bewegungs-Erkennung. Mobile Bezahldienste, Werbung, die sich an den Aufenthaltsort des Nutzers anpasst, persönliche Assistenten, die durch den Tag führen - das Smartphone macht es möglich.

Es entstehen Ideen und Geschäftsmodelle, die es vorher gar nicht geben konnte. Die Grenzen würden gerade vor allem von der Fantasie gesetzt, sagt ein ranghoher IT-Manager. Die Herausforderung sei, herauszufinden, wie man aus den neuen Möglichkeiten eine sinnvolle Dienstleistung für den Nutzer entwickelt.

Benimmregeln für das Smartphone
In Meetings hat das Smartphone PauseViele Handynutzer haben auch in beruflichen Konferenzen ihr Smartphone im Blick, wie eine Umfrage des IT-Verbands Bitkom zeigt. Demnach schaut gut ein Drittel (36 Prozent) der berufstätigen Smartphone-Besitzer auch während Meetings auf das Handy. Viele pflegen während des Meetings ihre private Kommunikation: Gut jeder vierte Smartphone-Besitzer (27 Prozent) gab an, in Konferenzen private E-Mails, Facebook- oder WhatsApp-Nachrichten zu lesen. 11 Prozent spielen Handyspiele wie Quizduell und 6 Prozent schauen Sportergebnisse nach. Für den Bitkom ist das ein Zeichen, dass die sozialen Normen rund um den Smartphone-Gebrauch noch nicht festgelegt sind. Bei den meisten Kollegen kommt die Handynutzung während Konferenzen nicht gut an, viele finden es einfach unhöflich. Quelle: gewitterkind-Fotolia
Eine reale Person hat immer VorrangDie Regel ist ebenso banal, wie sie im Surf-Eifer schnell in Vergessenheit gerät. In dem Moment, in dem zwei oder mehrere Menschen beisammen sitzen, gehört das Smartphone ausgeschaltet. Der Einzelne sollte realen Personen mehr Aufmerksamkeit schenken als dem Gadget in der eigenen Hand. Quelle: dpa
Klingeltöne machen LeuteDer richtige, DEZENTE Klingelton ist ebenso wichtig wie die passende Email-Adresse. Bitte max.mustermann@gmx.de statt Schnurzelpurzel78@t-online.de. Und keine nervigen Technobeats oder "Du bist mein Schnuffel"-Songs als Klingelton. Quelle: dpa
Mit dem Smartphone im RestaurantEgal ob bei einem privaten Abendessen oder einem Businesslunch, manchmal möchte man das Smartphone einfach in Reichweite haben. Stellen Sie es in diesem Fällen aber auf Vibrationsalarm um und legen Sie den Display nach unten auf den Tisch. Bei einem eingehenden Anruf gehört es sich laut Knigge den Raum zu verlassen. Allerdings sollte das Telefonat dann nicht länger als ein Toilettengang dauern, um die andere Person nicht unnötig lange warten zu lassen. Quelle: dpa/dpaweb
Das Smartphone im SchlafzimmerEigentlich spricht nichts dagegen, das Smartphone auch im Schlafzimmer liegen zu haben. Wer sich den Raum jedoch mit seinem Partner teilt, sollte das Telefon nachts auf den Flugmodus umschalten, um nicht durch das Empfangen von Nachrichten zu stören. Auch sollte die nächtliche Daddelei am Smartphone unterlassen werden. Schließlich ist die Displaybeleuchtung sehr hell und kann einen durchaus aus dem Schlaf reißen. Quelle: dpa
Das Smartphone sollte zu Hause bleiben, …… wenn man die Kirche, ein Theater, einen Konzertsaal, ein Kino oder eine Beerdigung besucht. Bei derartigen Veranstaltungen stören Klingelgeräusche, der Vibrationsalarm oder auch das grelle Licht des Displays andere, die eine Veranstaltung ungestört besuchen wollen. Quelle: dpa
Smartphones und Handys haben an Tankstellen nichts zu suchenWährend die erste Regel noch nachvollziehbar ist, scheint diese Forderung auf den ersten Blick absurd. Tatsächlich wird sie nicht mit Pietät begründet, sondern ist schlicht und ergreifend eine Frage der Sicherheit. Wenn ein Handy herunterfällt und der Akku dabei herausspringt, ist es theoretisch denkbar, dass ein entstehender Funke Benzindämpfe entzündet, begründet der TÜV Nord. Ein solcher Fall sei allerdings bislang nicht bekannt. Quelle: dpa

Da ist zum Beispiel der Handel. Nicht nur dass man mit dem Smartphone überall und jederzeit online einkaufen kann. Der Modehändler Zalando etwa bietet in seiner App die Möglichkeit einer Foto-Suche an. Man schießt ein Foto auf der Straße, und die Software einer britischen Firma sucht nach diesem oder ähnlichen Kleidungsstück.

Amazon will das Prinzip bei seinem ersten Handy Fire Phone auf alles mögliche ausweiten. Die erste Auflage des Telefons im Sommer floppte, aber der weltgrößte Online-Händler will nicht aufgeben.

Sprung auf kleinere Bildschirme

Nach Schätzungen des Marktforschers Forrester dürften allein in den USA im Jahr 2014 E-Commerce-Erlöse von rund 114 Milliarden Dollar von Smartphones und Tablets kommen. Die Foto-Plattform Instagram sieht den Handy-Bildschirm inzwischen auch als das „neue Schaufenster“ für die Geschäfte, wie Managerin Tracy Yaverbaun jüngst bei einer Fachkonferenz sagte. Die Leute gingen in Läden mit Fotos aus dem Netz hinein, die auf Handy-Bildschirmen das zeigen, was sie kaufen wollen.

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Die Zukunft vieler Unternehmen hängt davon ab, wie gut sie ihr Geschäft an die Smartphone-Ära anpassen können. So setzte Facebook vor zweieinhalb Jahren alles daran, seine Werbung, die nur auf PC-Nutzer ausgerichtet war, auch auf die mobilen Geräte zu bringen.

Zuletzt brachten sie schon zwei Drittel der Anzeigen-Erlöse des Online-Netzwerks ein. Der Spiele-Entwickler King Digital Entertainment baute ein Milliarden-Geschäft mit dem recht simplen Smartphone-Spiel „Candy Crush“ auf. Konkurrent Zynga müht sich hingegen, den Sprung vom PC auf den kleineren Bildschirm zu schaffen. Auf den Hit „Farmville“ folgte kein ähnlich großer Erfolg, die Kundenzahl sinkt, die Verluste häufen sich.

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