WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Digitalisierte Arbeitswelt Regierung will Balance zwischen Digitalisierung und Arbeitsschutz

Über Smartphones und Tablets sind Arbeitnehmer permanent erreichbar. Zugleich kann auch zu Hause gearbeitet werden. Regierung und Sozialpartner wollen Chancen und Risiken einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt vereinbaren.

Zwei als Roboter verkleidete Darsteller halten den Schriftzug

Die Bundesregierung strebt eine Balance zwischen dem Nutzen der zunehmenden Digitalisierung und neuen Arbeitsbelastungen an. Das machten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) am Donnerstag anlässlich eines Treffens des Kabinetts mit den Sozialpartnern im brandenburgischen Meseberg deutlich. Gabriel sagte, die Digitalisierung biete sowohl Chancen als auch Herausforderungen für den Arbeitsmarkt. Diese sollten „nicht ängstlich, sondern mutig“ angegangen werden.

Zugleich müsse genau beobachtet werden, wie sich bisher geltende Prinzipien der Arbeitswelt wie etwa feste Arbeitszeiten verändern. Es gehe darum, die Flexibilität an den Tag zu legen, die für die künftige Arbeitswelt benötigt werde.

Homeoffice: 10 Regeln für Arbeitnehmer

Ein wichtiger Schlüssel sei die Bildung, um die Chancen einer digitalisierten Arbeitswelt für Deutschland zu nutzen. Vor allem die Ausbildung - besonders die Berufsbildung - müsse weiterentwickelt werden. Das sei entscheidend für die mittelständische Wirtschaft, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Auch Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer sagte, eine „Industrie 4.0“ brauche ein großes Maß an Flexibilität und: „Ausbildung, Ausbildung, Ausbildung“. Zudem sollten Regelungen für diesen Arbeitsmarkt von vorneherein auf EU-Ebene erarbeitet werden.

Homeoffice: 10 Regeln für Arbeitgeber

Das Haus von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat bis Ende 2016 einen Dialogprozess Arbeiten 4.0 gestartet. Es gehe dabei nicht nur um das Arbeiten in neuen Produktionswelten der Industrie, sondern auch darum, „auf Basis des Leitbildes „Guter Arbeit“ vorausschauend die sozialen Bedingungen und Spielregeln der künftigen Arbeitsgesellschaft zu thematisieren und mitzugestalten“. Burnout und psychische Störungen zählten zu den Hauptrisiken der Digitalisierung - etwa wegen ständiger Erreichbarkeit an sieben Tagen in der Woche.

DGB-Chef Reiner Hoffmann unterstrich, dass bei den gesamten Entwicklungen der Mensch im Mittelpunkt stehen müsse. Dazu gehöre die Frage der Mitbestimmung und die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Vor dem Treffen im Gästehaus der Bundesregierung auf Schloss Meseberg forderte Hoffmann mehr Schutz der Arbeitnehmer vor neuen Belastungen. „In den vergangenen 40 Jahren haben wir deutliche Fortschritte beim Schutz vor Lärm, Staub oder körperlicher Überlastung gemacht“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Die heutigen Belastungen sind gänzlich anderer Natur.“

An dem Treffen nehmen neben Kabinett, Gewerkschaften und Arbeitgebern auch Arbeitsrechtler teil. Es ist das sechste Treffen dieser Art. Das Gesprächsformat ist nach Ansicht Hoffmanns mehr als nur Symbolpolitik. „Die Gespräche in Meseberg sind dazu geeignet, konkrete Handlungen zu initiieren“, sagte er. „Nach dem vergangenen Gipfel kam die Frage von Qualifizierung von Fachkräften ganz oben auf die Agenda.“

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%