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Digitalisierung Merkel für deutsche Offensive für E-Auto-Batterien und technologischen Fortschritt

Digitalisierung: Angela Merkel will neue Technologien stärken

Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigt die Entwicklung einer deutschen Digitalstrategie bis Ende des Jahres an. Ein Digitalkabinett soll die drängendsten Aufgaben vorantreiben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für eine breite Offensive Europas für neue Technologien ausgesprochen. So will sie den Standort Deutschland in Digitalisierungsfragen stärken. Sie arbeite insbesondere mit einigen anderen Mitgliedsstaaten daran, die europäischen Autohersteller zu einer Allianz für Batteriefertigung zu überreden. „Wir müssen eine strategische Entscheidung bei den Batteriezellen treffen. Solche Schlüsselindustrien dürfen wir nicht aufgeben“, sagte die Bundeskanzlerin am Abend auf einer Veranstaltung der Digital-Plattform „ada“ in Berlin. Die Kanzlerin forderte von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, wieder mutiger auf Veränderungen zu reagieren. „Das disruptive Denken muss wieder gestärkt werden in Europa“.

Merkel äußerte sich auf der Veranstaltung „Morals&Machines“ von ada und WirtschaftsWoche in der St. Elisabeth-Kirch in Berlin. Insgesamt warnte die Bundeskanzlerin davor, den Fortschrittsglauben zu verlieren. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht satt werden“, sagte Merkel.

Einen ähnlichen Kraftakt wie bei den E-Auo-Batterien forderte die Kanzlerin von Deutschland und Europa in Sachen Künstlicher Intelligenz. Mit Blick auf erste sprechende Roboter von IBM und Hanson Robotics sagte Merkel: „Ich möchte nicht nur Watson und Sophia sondern ich möchte auch deutsche Roboter dieser Art.“ Gleichzeitig warnte die Kanzlerin vor bedenkenloser Euphorie mit Blick auf Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz: „Man darf nicht, wie bei der Kernspaltung, das Machbare einfach geschehen lassen. Das wird bei der KI auch so sein. Behaltet Euch als Menschen die Hoheit und setzt Euch Leitplanken.“ Das physikalisch machbare sei nicht das menschlich ausreichende.

„Ich will keine Datensteuer“

Merkel sprach sich vor etwa 300 Gästen ebenfalls für eine bessere Besteuerung von Digitalkonzernen in Europa aus, wiederholt aber ihre vormalige Forderung nach einer Datensteuer nicht. „Ich will keine Datensteuer“, sagte die CDU-Politikerin am Abend auf einer Veranstaltung der Digital-Plattform ada in Berlin.

Gleichzeitig sagte Merkel: Die bisher in der Europäischen Union diskutierten Alternativen, um Digitalunternehmen effizienter zu besteuern, seien allerdings auch nicht zielführend. Eine Besteuerung virtueller Unternehmenssitze, wie diskutiert, lehne sie ab. „Wenn morgen das Auto eine rollende digitale Einheit ist, komm ich in Konflikt mit dem heutigen Unternehmenssteuerrecht. Wenn wir leichtfertig die virtuelle Betriebsstätte nehmen, wollen die Chinesen künftig auch etwas von der VW-Steuer, weil VW dort produziert“, sagt Merkel. „Wir würden uns unserer eigenen Steuerbasis berauben.“ „Wir müssen die reale Welt und die digitale Welt bei der Besteuerung vernünftig zusammenbringen.“

Für die Digitalstrategie der Bundesregierung kündigte Merkel neben den beiden Punkten an: Fachkräfte in Deutschland zu halten, den Arbeitsmarkt zukunftsfähig machen und einen Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu finden.

Diese Jobs mischen Roboter auf
IndustrieSchon heute werden viele Arbeitsschritte von Maschinen übernommen - doch die vernetzte Produktion setzt auch in den Werkshallen eine weitere Automatisierungswelle in Gang. Das muss unterm Strich aber nicht zwangsläufig zu Jobverlusten führen, heißt es aus der Wirtschaft: Bereits Ende 2016 lag Deutschland bei der „Roboter-Dichte“ weltweit auf Platz drei hinter Südkorea und Japan - und trotzdem sei die Beschäftigung auf einem Rekordstand, erklärt der Maschinenbau-Verband VDMA. Auch der Präsident des Elektronik-Branchenverbandes ZVEI, Michael Ziesemer, sagt: „Es können auch mehr Jobs entstehen als wegfallen.“ Die Digitalisierung werde eine Vielzahl neuer Geschäftsmodelle und damit neue Stellen hervorbringen. „Wer kreativ ist, rangeht und sich Dinge überlegt, hat jede Menge Chancen.“ Quelle: dpa
Das vernetzte und automatisierte Fahren dürfte künftig viele Jobs überflüssig machen Quelle: dpa
BüroSchreibarbeiten, Auftragsabwicklung und Abrechnungen - Büro- und kaufmännische Fachkräfte erledigen nach Experteneinschätzungen Arbeiten, die heute schon zu einem hohen Grad automatisierbar sind. Dadurch könnten auch viele Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen: Mehr als 1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind in solchen Berufen tätig. Quelle: dpa
Der Handel wurde als eine der ersten Branchen von der Digitalisierung erfasst - entsprechend laufen im Online-Handel viele Prozesse automatisiert ab Quelle: dpa
Sie melken die Kühe, füttern, misten aus und helfen beim Ernten - Roboter haben längst auch auf den Bauernhöfen Einzug gehalten Quelle: dpa
Roboter in der Pflege - was in Japan bereits zum Alltag gehört, bereitet vielen Menschen in Deutschland noch eher Unbehagen Quelle: dpa
Auch im Haushalt tun Roboter schon ihren Dienst Quelle: dpa
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