DLD14 Die fünf Technologie-Trends des Jahres

Die Digitalkonferenz DLD ist ein Barometer für die neuesten Technologien und Geschäftsmodelle. Was der Frühindikator in diesem Jahr angezeigt hat.

Auf der Innovationskonferenz DLD (Digital-Life-Design) diskutieren hochkarätige Gäste drei Tage lang über Trends und Entwicklungen rund um die Digitalisierung. Quelle: dpa

Seit zehn Jahren versammelt sich in Ende Januar das Who-is-who der digitalen Wirtschaft in München zur DLD-Konferenz. Geschickt vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos gelegen, gelingt es Burda regelmäßig internationale Größen als Sprecher zu gewinnen. In diesem Jahr kamen unter anderem die Gründer von Tumblr, WhatsApp, Yelp oder Googles 3,2-Milliarden-Zukauf Nest. Bei diesem Lineup fallen dann auch kurzfristige Absagen, wie die des Chefs von Spotify kaum auf. Doch noch interessanter als die Diskussionen auf großer Bühne, sind dabei die Gespräche am Rande. Selten trifft man so viele visionäre Unternehmer, Technologievordenker und schwerreiche Investoren auf so kleinem Raum. Das Treffen von Trendsettern und early adoptern neuer Technologien ist daher auch ein hervorragendes Barometer über aktuelle und kommende Entwicklungen. Hier aus meinem subjektiven Empfinden fünf Thesen zu den Trends in diesem Jahr.

Asus stellt ZenWatch 2 vor
ZenWatch 2Asus hat die nächste Generation der ZenWatch vorgestellt. Die Uhr funktioniert mit dem Android-Wear-Betriebssystem, Asus hat wie beim Vorgängermodell aber auch einige eigene Funktionen wie eine Fitness-App eingebaut. Über eine bessere Remote-Camera-Verbindung soll das Sucherbild der Smartphone-Kamera auf der Smartwatch dargestellt werden. Die Smartwatch besteht aus Edelstahl und kommt in verschiedenen Farb- und Armbandvarianten auf den Markt, die laut Asus individuell zu 18 verschiedenen Varianten kombiniert werden können. Neben klassischem Leder- oder Gummiarmband ist auch ein Armband mit geprägtem Diamantenmuster und Swarovski-Steinen zu haben. Um auch an kleinere Handgelenke zu passen, gibt es die ZenWatch 2 in zwei Größen: 49 mal 41 Millimeter und 45 mal 37 Millimeter. Wann sie in den Handel kommt und was sie kosten soll, wurde noch nicht verraten. Quelle: REUTERS
Apple WatchApple hat den Start seines ersten völlig neuen Geräts seit fünf Jahren ungewöhnlich still eingeleitet. Nur in wenigen Luxusgeschäften sind seit Ende April die Uhren zu haben. Die Apple Watch gibt es in drei Varianten: Sportler-, Standard- und Luxusmodell. Damit sie an kleinen Handgelenken nicht klotzig wirkt, ist die Apple Watch in zwei Größen erhältlich: 38 und 42 Millimeter. In einem ersten Test hat unser Redakteur Thorsten Firlus die Apple Watch unter die Lupe genommen. Quelle: AP
Vector Luna und Meridian Quelle: Screenshot
Withings Activité PopWer mit bunten Armbändern und klobigen Smartwatches nichts anfangen kann, sollte einen Blick auf die Withings Activité werfen. Es handelt sich um eine analoge Uhr in schlichtem, elegantem Design, in die auch ein Fitnesstracker eingebaut ist. Die Edel-Variante der Schweizer Uhr mit Lederarmband und Saphirglas schlägt mit fast 400 Euro zu Buche - für schmalere Geldbeutel hat Withings nun eine erschwinglichere Variante präsentiert. Die Variante Pop ist mit Kunststoffarmband und Mineralglasabdeckung etwas einfacher gehalten. Sie kommt in drei Farben daher und kostet 149,95 Euro. Neben der Zeitanzeige läuft in der rechten Ecke eine Prozentanzeige ab, die nachhält wie viel des selbstgesteckten Aktivitätsziels man bereits erreicht hat. Die Uhr ist über die Health-Mate-App via Bluetooth mit dem iPhone verbunden und kann Lauf- und Schwimmbewegungen erfassen. Eine Android-Variante ist laut Hersteller derzeit noch in Arbeit. Quelle: obs
Jabra Sport Pulse WirelessWarum noch ein weiteres Wearable mit sich herumtragen, wenn man beim Joggen gern Musik hört? Das dachte sich wohl der Headset-Spezialist Jabra und bringt nun In-Ear-Kopfhörer samt Mikrofon heraus, die den Puls messen können. Der sportliche Begleiter misst per Infrarottechnologie die Herzfrequenz und sendet die Daten an eine Smartphone-App. Das funktioniert über Bluetooth oder NFC sowohl bei iOS- als auch bei Androidgeräten. Ein virtueller Fitnesscoach kann die Daten auch gleich durchsagen und durch Work-Outs leiten. Die Kopfhörer kommen mit vier verschiedenen Haltebügeln und In-Ear-Stöpselformen, aus denen man individuell wählen kann, was am bequemsten zu tragen ist. Die Stöpsel sind schnurlos, so dass man sich beim Training nicht verhededdert, und nur 16 Gramm schwer. Über die Kopfhörer können auch Musikwiedergabe und Anrufe geregelt werden. Laut Hersteller hält der Akku bis zu fünf Stunden Musik oder Gesprächszeit durch. Preis: 199,99 Euro Quelle: Presse
Microsoft BandDas schwarze Armband „Microsoft Band“ mit langgezogenem Display soll unter anderem Herzschlag und Stress messen sowie die UV-Strahlung, der ein Träger ausgesetzt ist. Der Cloud-Service soll auch Daten von Fitness-Accessoires anderer Anbieter aufnehmen, wie Microsoft-Manager Yusuf Mehdi dem Technologieblog „The Verge“ am späten Mittwoch erläuterte. Preis: 199 Dollar Quelle: Microsoft
Fitbit ChargeDas Fitness-Tracker-Armband ist das Einsteigermodell. Es kann Fitnessstatistiken und Anrufe anzeigen - auch ein stummer Vibrationsalarm und eine Weckfunktion sind eingebaut. Das Armband misst Schrittzahl, zurückgelegte Distanzen, den Kalorienverbrauch und auch die bewältigten Stockwerke. Neu ist eine automatische Schlaferkennung, die anhand der Bewegungen Auskunft über die Qualität des Schlafes geben soll. Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit bis zu sieben Tagen an. Charge löst das Vorgängermodell Force ab, dass die Firma wegen allergischer Reaktionen vom Markt nehmen musste. Die neuen Materialien sind laut Hersteller nun von Dermatologen geprüft. Preis: 129,95 Euro. Ab dem 17. November soll Charge im Online-Store und bei ausgewählten Partnern erhältlich sein. Farblich gibt es das Band zunächst in Schwarz und Schiefergrau, Burgunderrot (im Bild) und Blau sollen folgen. Quelle: Presse
Fitbit Charge HRZusätzlich zu den Funktionen, die das Einsteigermodell Charge bietet, hat Charge HR auch einen Pulsmesser an Bord: Die Abkürzung HR steht für "Heart Rate". Dadurch soll unter anderem die Messung des Kalorienverbrauchs genauer werden. Auch Statistiken zur Herzgesundheit werden erstellt. Der Akku hält laut Hersteller bis zu fünf Tage durch. Preis: 149,95 Euro. Ab Frühjahr 2015 soll Charge HR in Schwarz und Pflaume erhältlich sein, gefolgt von den Farben Blau und Orangerot. Quelle: Presse
Fitbit SurgeDie Smartwatch kommt mit einem Touchscreen und acht eingebauten Sensoren ans Handgelenk, darunter ein Herzfrequenzsensor und ein GPS-Sender, mit dem sich zum Beispiel die Laufstrecke abspeichern lässt. Durch die zahlreichen Sensoren sollen sich auch Aktivitäten wie Workouts erfassen und nach ihrer Intensität auswerten lassen. Das LCD-Touchdisplay hat eine Hintergrundbeleuchtung und soll neben der Zeitanzeige eine einfache Navigation durch die Daten, Apps uns Alarme bieten. Neben den Fitness-Funktionen kann Surge Anrufe und Textnachrichten anzeigen. Wer über sein Smartphone Musik hört, soll diese auch über die Smartwatch steuern können. Der Akku hält laut Fitbit bis zu sieben Tage. Preis: 249,95 Euro. Ab Frühjahr 2015 soll Surge zunächst in Schwarz verfügbar sein, angekündigt sind zudem die Farben Blau und Orangerot. Quelle: Presse
Asus ZenWatch Quelle: PR
Withings Activité Quelle: PR
LG G Watch R Quelle: PR
Samsung Gear S
Motorola Moto 360Anfang September wird Motorola seine neue Smartwatch Moto 360 vorstellen. Der US-Händler Best Buy hat bereits die Spezifikationen gelistet. Im Vergleich zu den Modellen der Konkurrenz setzt Motorola bei der Moto 360 auf ein rundes Zifferblatt, die Auflösung beträgt 320x290 Pixel. Das intelligente an der Uhr sind der optische Pulsmesser, der Schrittzähler sowie ein Umgebungslichtsensor, der die Anzeige bei Dunkelheit dimmt. Für die Datenübertragung stehen Wlan sowie Bluetooth 4.0 Low Energy zur Verfügung. Die Uhr soll nur 60 Gramm wiegen und 250 Dollar kosten.
Lifeband TouchLG stellte in Las Vegas das Lifeband Touch vor. Der Fitness-Tracker misst zum Beispiel die tägliche Bewegung und die Kalorien, die am Tag konsumiert wurden. Die Informationen werden sowohl auf einer speziell programmierten App angezeigt, als auch auf dem Armband selbst. Quelle: dpa
FitbugDas Armband "Fitbug" misst sowohl die Aktivität als auch den Schlaf des Trägers. Die Aktivität wird in normales Gehen und Sport unterschieden. Per Knopfdruck lassen sich die Daten an eine dazugehörige App auf dem Smartphone schicken, wo die gesammelten Daten ausgewertet und visualisiert werden. Der Fitbug des gleichnamigen Startups geht mit einem Kampfpreis von 45 US-Dollar in den Markt. Quelle: dpa
Sapphire Wellness WatchDie Sapphire Wellness Watch ist für 300 US-Dollar im Handel. Besonders viel wert haben die Hersteller auf die Optik gelegt. Man habe erreichen wollen, dass die Uhr sowohl im Fitness-Studio als auch bei der Arbeit tragbar sei. Die Uhr misst zwar Herzfrequenz und Ruhephasen, Schlaf kann sie im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten wie dem Basis Band, dem Jawbone Up oder Nikes Fuelband nicht festhalten. Quelle: dpa
Sony CoreDas "Core" speichert unterschiedliche Lebensgewohnheiten auf einer Android-App namens Lifelog. Gemeint sind die Schritte, die am Tag gegangen werden, die Zeit des Musikhörens, die Schlafstunden und so weiter. Lifelog wandelt die Daten, die per Funk an die App übertragen werden, in Grafiken und Tabellen um. Quelle: AP
Bluetooth-UhrenschnalleHäufige Kritik an Smartwatches: Sie sind zu klobig und nicht elegant genug. Nun plant das Start-Up Modillian eine Schnalle, die an der klassischen Uhr befestigt wird. Sie ist mit Bluetooth 4.0 und einem kleinen Akku ausgerüstet. Mit dem Smartphone verbunden kann die Schnalle über Vibrationsalarm den Besitzer auf eingehende Anrufe oder Nachrichten hinweisen. Ein Display besitzt die Schnalle nicht. Dafür lassen sich für verschiedene Situationen, etwa einen Telefonanruf, eine SMS oder eine E-Mail, unterschiedliche Vibrationssignale einstellen. Mit Hilfe einer App lassen sich auch Filter definieren, die die Schnalle etwa nur bei bestimmten Absendern vibrieren lässt. Foto: Modillian
Sony Smartwatch 2Sony hat eine der ersten Smartwatches am Markt überhaupt herausgebracht. Auf der CES legten die Asiaten mit einem wasserfesten Modell nach. Quelle: dpa

Wearables ja, aber…

Das „Internet der Dinge“ oder „Internet of everything“ war in München das vielleicht dominierende Thema. Vernetzte Autos, vernetzte Häuser, vernetzte Körper werden nach Jahren der Diskussion nun mehr und mehr Realität. Dabei sind es jedoch vor allem die Sport- und Gesundheitsarmbänder und Trackingapps, die intensiv genutzt und beständig weiterentwickelt werden. Auch Hubert Burda bekannte sich als Jawbone-Nutzer und Mitglied der Quantified-Self-Bewegung.

Bei anderen „Wearables“ dauert es dagegen noch. Nur eine Hand voll Teilnehmer trug die Datenbrille Google Glass, statt neidvoller Blicke oder Habenwollen-Kommentaren überwog in Gesprächen darüber zudem die Skepsis an tatsächlichen Anwendungsmöglichkeiten. Noch extremer zeigte sich das bei Smartwatches, Träger von Pebbles oder Samsungs intelligenter Kommunikationsuhr konnte ich nicht ausmachen. Ob Apple das mit der in diesem Jahr erwarteten Vorstellung einer iWatch ändert? Erstaunlicherweise spielte sie bei den Diskussionen über Trends und Erwartungen an das Jahr keine große Rolle. Sehnsüchtig erwartet werden Smartwatches noch nicht.

Das sind die neuesten Trends der Technik-Welt

iPhone rules

Dabei ist die Apple-Dominanz ungebrochen. Während sich beispielsweise in Zügen der Siegeszug von Android in den Händen unzähliger Fahrgäste wiederspiegelt und sich Jim Edwards, Technologie-Autor beim „Business Insider“ kürzlich auf der Elektronikmesse CES mit seinem iPhone wie ein Außenseiter vorkam, lag die gefühlte iPhone-Quote beim DLD zwischen 80 und 90 Prozent. Edwards´ These, dass Geschäftsleute und andere Vielkommunikatoren inzwischen die größeren Samsung-Geräte wegen der besseren Schreibmöglichkeiten bevorzugen, bestätigte sich hier jedenfalls nicht.

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