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DLD14 Die fünf Technologie-Trends des Jahres

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Nichts Neues in Neuland

Mit Daten gegen Stau und Krebs
Big Data gegen den Stau: Forscher arbeiten an Systemen, die Verkehrsdaten in Echtzeit auswerten. Ziel ist es, dank intelligenter Steuerung das tägliche Stop and Go auf den Autobahnen zu vermeiden. Die Informationen liefern Sensoren in den Autos und am Straßenrand. Ein Pilotprojekt läuft derzeit beispielsweise in der Rhein-Main-Region, allerdings nur mit rund 120 Autos. Langfristig ist sogar das vollautomatische Autofahren denkbar – der Computer übernimmt das Steuer. Quelle: dpa
Es waren nicht nur gute Wünsche, die US-Präsident Barack Obama zur Wiederwahl verholfen haben: Das Wahlkampf-Team des Demokraten wertete Informationen über die Wähler aus, um gerade Unentschlossene zu überzeugen. Dabei griffen die Helfer auch auf Soziale Netzwerke zurück. Quelle: dpa
Was sagen die Facebook-Freunde über die Bonität eines Nutzers aus? Das wollten die Auskunftei Schufa und das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam im Sommer 2012 erforschen. Doch nach massiver Kritik beendeten sie ihr Projekt rasch wieder. Dabei wollten die beiden Organisationen lediglich auf öffentlich verfügbare Daten zugreifen. „Die Schufa darf nicht zum Big Brother des Wirtschaftslebens werden“, warnte etwa Verbraucherministerin Ilse Aigner ( CSU). Auch andere sind mit Big-Data-Projekten gescheitert. Quelle: dapd
Bewegungsdaten sind für die Werbewirtschaft Gold wert. Der Mobilfunk-Anbieter O2 wollte sie deswegen vermarkten und sich damit neue Einnahmequellen erschließen. Dafür gründete er Anfang Oktober die Tochtergesellschaft Telefónica Dynamic Insights. In Deutschland muss die Telefónica-Tochter allerdings auf dieses Geschäft verzichten: Der Handel mit über Handys gewonnenen Standortdaten sei grundsätzlich verboten, teilte die Bundesregierung mit. Quelle: AP
Welches Medikament wirkt am besten? Die Auswertung großer Datenmengen soll dabei helfen, für jeden Patienten eine individuelle Therapie zu entwickeln. So könnten die Mediziner eines Tages die Beschaffenheit von Tumoren genau analysieren und die Behandlung genau darauf zuschneiden. Quelle: dpa
Damit die Energiewende gelingt, müssen die Stromnetze intelligenter werden. Big-Data-Technologien können helfen, das stark schwankende Stromangebot von Windrädern und Solaranlagen zu managen. Quelle: dpa
Welche Geschenke interessieren welchen Kunden? Und welchen Preis würde er dafür zahlen? Der US-Einzelhändler Sears wertet große Datenmengen aus, um maßgeschneiderte Angebote samt individuell festgelegter Preise zu machen. Dabei fließen Informationen über registrierte Kunden ebenso ein wie die Preise von Konkurrenten und die Verfügbarkeit von Produkten. Die Berechnungen erledigt ein Big-Data-System auf der Grundlage von Hadoop-Technik, an dem der Konzern drei Jahre gearbeitet hat. Quelle: dapd

Natürlich prägten die Snowden-Enthüllungen auch die DLD, zwischenzeitlich kursierte gar das Gerücht, der Whistleblower könnte per Videoschaltung einen Überraschungsauftritt bekommen. Doch die kritischen Apelle blieben dann Frank Rieger vom Chaos Computer Club und Anke Domscheit-Berg von den Piraten vorbehalten, am deutlichsten wurde Netzkritiker Evgeny Morozov mit seiner Forderung: „Schmeißt nicht eure Smartphones weg, schmeißt die Venture-Kapitalisten raus.“ Geschehen wird keines von beiden. Wirkliche Konsequenzen aus dem NSA-Skandal zeichneten sich auch nicht ab. Stattdessen vielleicht ein paar mehr Geschäfte mit Datenschutz- und Verschlüsselungslösungen, einige Sorgen vor Re-Nationalisierungstendenzen im Internet, vor allem aber prägte die Stimmung auch hier ein Schulter zuckendes Nicht-schön-aber-was-kann-soll-man-anders-machen.

Die große Bitcoin-Skepsis

Die Digitalwährung war in aller Munde, auf den Podien zur großen Frage „Boom oder Bubble?“ sprachen vor allem Bitcoin-Unternehmer und Investoren, die die Entwicklung naturgemäß erst am Anfang sehen. Ganz anders die Wahrnehmung im Publikum: Bitcoin-Besitzer oder Nutzer gab es wenige. Wenn Startups das virtuelle Geld akzeptieren, ist das oft eher eine PR-Maßnahme als einer tatsächlichen Nutzernachfrage geschuldet. Viele zögern jedoch selbst damit, denn die Angst vor einem Einschreiten der Regulierer ist groß. Wenn Bitcoin wirklich zu einer Alternative für etablierte Währungen werden sollte, werden die staatlichen Aufsichtsbehörden dem Handel einen Riegel vorschieben, meinten viele Beobachter. Denn was Staaten nicht kontrollieren können, würden sie verbieten.

Digitale Welt



Suche nach dem nächsten großen Ding

Während sich in der Vergangenheit immer wieder prägende Trends herauskristallisierten, Social Media beispielsweise mit dem Auftritt von Mark Zuckerberg oder im Vorjahr das Megathema Big Data war es in diesem Jahr etwas diffuser. Wieder wurden viele interessante Ideen und Entwicklungen, Gadgets und Dienste gezeigt und besprochen. „Und was ist das spannendste Thema in diesem Jahr?“, war die wohl am häufigsten gestellte Frage. Eine eindeutige Antwort allerdings Fehlanzeige. Das nächste große Ding wird weiter gesucht.

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