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E-Perso und Gesundheitskarte Warum der digitale Deutsche noch Zeit braucht

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Bis 2030 zum digitalen Deutschen

Der GKV-Spitzenverband ist in jedem Fall von dem Erfolg des eGK-Projekts überzeugt. Wiedmaier räumt aber ein, dass es „sicher noch einige Zeit“ dauere. „Aber wir sollten jetzt einfach einmal beginnen und ins kalte Nass des Versorgungsalltags springen. Nur so können wir nachweisen, dass digitale Vernetzung im Gesundheitswesen funktioniert.“

Ab Jahresende soll in Testregionen in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Bayern zumindest Stufe eins getestet werden – also zunächst einmal lediglich die Aktualisierung der Versichertendaten.  Die Speicherung von echten medizinischen Daten soll irgendwann danach folgen – wenn die einzelnen Parteien nicht wegen Unstimmigkeiten endgültig die Zusammenarbeit einstellen (zuletzt drohte der GKV-Spitzenverband mit Zahlungseinstellung). 2018 ist laut Gesundheitsministerium das Stichjahr für die Notfalldaten. Experten vermuten mit der Gesundheitsakte wird es frühestens 2020 etwas.

Zielstrebigkeit sieht anders aus, der Optimismus der Digital-Experten aber bleibt: „Wenn im Jahr 2030 rund 80 Prozent der Über-70-Jährigen und 90 Prozent der chronisch Kranken die elektronische Krankenakte nutzen, dann haben wir einen riesigen Erfolg“, so Mentzinis.

Digitale Welt



Auch den E-Perso wird 2030 zumindest jeder im Portemonnaie haben – manche sogar schon die nächste Generation. Dann könne die Online-Ausweisfunktion auch ihr volles Potenzial erreichen, so das Bundesinnenminsterium - wenn dann umfassende Anwendungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. „Es ist klar, dass der Personalausweis dann kontaktlos genutzt werden kann und wir auf den Kartenleser verzichten können. Wenn das geschehen ist und die Kinderkrankheiten ausgeräumt sind, werden die Leute schon erkennen, dass diese Karte ein Sicherheitsplus ist“, so Mentzinis.

Werbung soll es zwar für den E-Perso und die eID auch in Zukunft nicht geben, aber statt der Lesegeräte plant das Innenministerium wirklich NFC-Technik für den E-Perso möglich zu machen. Es seien verschiedene Aspekte in Planung, "um die Rahmenbedingungen für eine Beschleunigung der Verbreitung zu verbessern", heißt es vom Ministerium. "Dazu gehört insbesondere die Nutzung mobiler Geräte als Kartenleser." Mit dem kommenden Jahr könnte das für viele Smartphone-Nutzer bereits möglich sein - getestet wird bereits seit Jahresbeginn. Apple-Anhänger aber wahrscheinlich ausgenommen – das US-Unternehmen blockiert die NFC-Schnittstelle nämlich bislang für externe Dienste.

So würden die Lesegeräte aber mittelfristig von den deutlich praktischeren Smartphones abgelöst. Die Hürden zum digitalen Bürger wären somit gesenkt. Also, egal ob elektronischer Personalausweis oder elektronische Gesundheitskarte – der digitale Deutsche ist auf dem Weg, aber er braucht noch etwas Zeit.

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