Einbruch des PC-Marktes Microsoft muss sich für neuen Weg entscheiden

Windows 8 erfährt viel Kritik - und das zu Recht. Doch das Betriebssystem für den Einbruch des PC-Marktes verantwortlich zu machen, geht zu weit.

Die Windows 8-Kritiker
Das koreanische Unternehmen Samsung ist vom neuen Microsoft Betriebssystem Windows 8 nicht überzeugt. Zumindest haben die Koreaner begonnen ihre Tablet-PCs mit Windows RT, der Schmalspurversion von Windows 8, vom Markt zu nehmen. Grund dafür seien die geringen Verkaufsaussichten für die Gadgets. Laut heise.de sollen die Tablets auf in Deutschland nicht mehr ausgeliefert werden. Wie es mit anderen europäischen Ländern aussieht, ist bisher nicht klar. Quelle: dapd
Acer-Chef Jim Wong kritisierte Windows 8 in einem Interview mit der WirtschaftsWoche. Dabei sagte er, dass das System für den User viel zu kompliziert sei. Lesen Sie das ganze Interview. Quelle: Presse
Eine herbe Klatsche gab es auch vom IT-Experten Jakob Nielsen. Der Spezialist für die User-Interface-Kommunikation und kritisierte das Grundkonzept mit seinen zwei Bedienungskonzepten. Dadurch sei die Einarbeitungszeit an den Geräten zu lang. Allerdings habe er Hoffnung, dass der Nachfolger Windows 9 diese Anfangsfehler bereinigt haben könnte. Quelle: www.nngroup.com Quelle: Screenshot
Auch Microsoft-Gründer Bill Gates äußerte sich zu dem Vorzeige-Projekt seines Nachfolger Steve Ballmer. Im US-Fernsehen sagte er, dass Windows 8 der Schlüssel für die Zukunft sei. Gleichzeitig vermisse der Innovationskraft seines Unternehmens. Quelle: REUTERS

Von Gegenwind zu sprechen wäre beim aktuellen Sturm der Kritik, der Windows gerade entgegen pustet, ganz sicher eine Untertreibung. Schlimm genug für das Unternehmen, dass das neue Betriebssystem Windows 8 nicht mehr aus den Negativ-Schlagzeilen heraus kommt. Nun behauptet die Marktforschungsfirma IDC gar, das Betriebssystem habe Mitschuld am Verkaufsrückgang der stationären Rechner.

„Es scheint klar, dass die Veröffentlichung von Windows 8 nicht nur dahingehend gescheitert ist, den PC-Markt anzukurbeln“, sagte IDC-Analyst Bob O'Donnell. „Es scheint sogar, dass der Markt abgebremst wurde.“

Doch so simpel ist die Sache nicht: Denn der PC-Markt stagniert schon seit Monaten. Der Hauptgrund dafür liegt in dem Boom von Tablets. 2012 sind in Deutschland etwa 3,2 Millionen mobile Geräte verkauft worden. Das entspricht einem Anstieg von 52 Prozent verglichen mit 2011, als der Absatz etwa 2,1 Millionen Geräte betrug. Als Prognose gab der Branchenverband Bitkom diese Zahlen bereits im Oktober bekannt, wenige Tage vor der Veröffentlichung von Windows 8. Und der Trend zum Tablet hat sich parallel auf dem gesamten PC-Markt bemerkbar gemacht. Die Umsätze mit Notebooks waren mit einem Minus von 2,2 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro leicht rückläufig. Der Umsatz mit Desktops-PCs stagnierte mit einem Minus von 0,7 Prozent im Vergleich zu 2011.

Diese Neuerungen bietet Windows 8

Das waren die Voraussetzungen, unter denen Windows den PC-Markt retten sollte. Die Hoffnungen der Hersteller lagen auf den Schultern von Steve Ballmer und seinem Unternehmen. Und in einem neuen Betriebssystem, das den klassischen Windows-User erst einmal ordentlich irritierte. 

Windows 8 ist der Versuch den Spagat zwischen Tablet und stationärem PC zu schaffen und der Inbegriff des Dilemmas, in dem Microsoft derzeit steckt. Einerseits hat sich die klassische Windows-Oberfläche mit dem Teletubbies-Hintergrund, den Icons und der Ordnerstruktur über fast zwei Jahrzehnte behauptet. Das System ist von der breiten Masse der Bevölkerung nicht nur gelernt, sondern verinnerlicht worden. Andererseits ziehen Apple mit iOS und Google mit Android auf dem mobilen Markt davon, von dem sich anzeichnete, dass hier künftig das Geld zu verdienen ist. Mit Blackberry und Mozilla kommen weitere Anbieter dazu, die sich ihren Platz am Markt sichern wollen.

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