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„Elements of AI“ FDP: Deutsche sollen bei der KI von Finnland lernen

Möglichst viele Finnen sollen lernen, was künstliche Intelligenz ist – und zwar mit einem Onlinekurs. Die FDP-Fraktion wünscht sich dieses Modell auch für Deutschland. Quelle: dpa

Finnland bildet mit einem Onlinekurs seine Bürger in künstlicher Intelligenz weiter. Die FDP wünscht sich dieses Modell auch für Deutschland und rät dem Kabinett, die Basisversion des Programms zu absolvieren.

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In Finnland leben nur etwa 5,5 Millionen Menschen, 2018 haben die Exporte des Landes gerade knapp 63,7 Milliarden Euro erreicht. Den Finnen muss also klar sein, dass ihre Größe dagegenspricht, es bei der Zukunftstechnik künstliche Intelligenz (KI) mit den USA und China aufzunehmen. Dort geben Investoren die mit Abstand größten Summen für KI-Entwicklungen aus und dort entstehen die meisten jungen Unternehmen rund um KI-Anwendungen.

Doch Finnland zeigt, dass man nicht vor Angst erstarren muss. Die Regierung hat sich einfach vorgenommen, ihren Platz zu finden. Und sie arbeitet darauf hin, dass Menschen, Behörden und Unternehmen des Landes besonders gut darin werden, KI praktisch zu nutzen. „Wir werden nie so viel Geld haben, dass wir die führende Nation in künstlicher Intelligenz werden“, sagte der damalige Wirtschaftsminister Mika Lintilä einmal im Gespräch mit Politico. „Aber wie wir sie anwenden – das ist etwas anderes.“

Deshalb sollen möglichst viele Finnen lernen, was künstliche Intelligenz ist – und zwar mit einem Onlinekurs. Den hatten finnische Wissenschaftler auf Englisch als kostenloses Uniseminar entwickelt. Unternehmen und Behörden schlossen sich mit dem Ziel an, Mitarbeiter weiterzubilden. Die Regierung unterstützte dann eine finnische Version, damit noch mehr Menschen – Kinder, Zahnärztinnen, Lehrer, Rentnerinnen – Basiswissen in künstlicher Intelligenz erlangen und merken, wie nützlich sie sein kann.

Diesen Effekt wünscht sich die FDP auch in Deutschland. Die Fraktion bringt daher nun im Bundestag einen Antrag ein, eine deutsche Übersetzung des finnischen Kurses zu veranlassen. Die Bundesregierung, so steht es in dem Papier, solle mit gutem Beispiel vorangehen, „indem das gesamte Bundeskabinett einen KI-Onlinekurs (mindestens) in der Basisversion absolviert“. 

„Künstliche Intelligenz ist kein Gespenst, vor dem man Angst haben sollte“, sagt Mario Brandenburg, der technologiepolitische Sprecher der FDP. Um auch die Deutschen davon zu überzeugen, stellt sich seine Fraktion vor, den in Finnland erprobten Kurs „für Zielgruppen mit unterschiedlichen Bildungsabschlüssen zu differenzieren“, diesen und mögliche ähnliche Angebote zu zertifizieren und „entsprechend zertifizierte Onlinekurse in das Fortbildungsangebot der Agentur für Arbeit aufzunehmen“. 

Das finnische Vorbild „Elements of AI“ umfasst sechs Lektionen und ist auf sechs Wochen angelegt. Es basiert auf Texten, Illustrationen und Grafiken. Anhand von Beispielen und Logikübungen wird Wissen über maschinelles Lernen, neuronale Netze, und Robotik vermittelt. Mögliche Auswirkungen auf die Gesellschaft werden ebenso aufgezeigt, wie Anwendungsgebiete für die KI.

Bislang haben sich mehr als 195.000 Menschen für den Kurs registriert – da er auf Englisch verfügbar ist, stammen die Interessenten schon aus 110 Ländern. Ein Jahr nach Finnland hat Schweden den Kurs ins Schwedische übersetzt. Nun liefern sich die Nachbarländer einen Wettstreit, wer bis Ende des Jahres mehr Menschen überzeugen kann, teilzunehmen.

Um auch in Deutschland die Lust an der Rivalität zu entfachen, empfiehlt die FDP in ihrem Antrag einen „Wettbewerb zwischen Kommunen und Betrieben um die meisten Absolventen des Kurses“, angelehnt an die Aktion Stadtradeln, bei der sich Städte und Landkreise daran messen, wo in drei Wochen Menschen möglichst viele Kilometer mit dem Fahrrad fahren. 2019 machten fast 1.130 Kommunen mit – und mehr als 400.000 Radfahrer.

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