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Entwicklerkonferenz Apple präsentiert neue Betriebssysteme

Nicht weniger als einen Rundumschlag bei OS und iOS hat Apple-Chef Tim Cook vorgestellt. Auch neue MacBooks wurden in San Francisco gezeigt. Warum die Anleger dennoch enttäuscht reagierten.

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Was Apple Neues bringt
Die wohl bedeutendste Neuerung ist die Generalüberholung des Betriebssystems für das Smartphone iPhone und den Tablet-Computer iPad. Unter anderem hat das Design eine Generalüberholung erfahren und ist durch den Verzicht auf viele 3D-Logos „flacher“ in der Ansicht geworden. Quelle: REUTERS
Das Betriebssystem iOS 7 sei die wichtigste Änderung an der Software seitdem das iPhone auf den Markt gekommen sei, so Apple. Von den Neuerungen sollen auch ältere Geräte bis zum iPhone 4 profitieren können. Verfügbar wird die Software ab Herbst sein. Quelle: REUTERS
Der Wechsel zwischen mehreren Webseiten wird bei iOS 7 durch ein neues Scroll-Feature ermöglicht. Quelle: REUTERS
Auch der Mediendienst iTunes erhält einen neuen Anstrich. Quelle: REUTERS
Es ist keine Revolution, aber Apple bietet jetzt einen eigenen Streaming-Dienst an, der Musik etwa auf das iPhone überträgt: „iTunes Radio“. Der Dienst ist jedoch vorerst nur in den USA erhältlich. Quelle: dpa
Das Angebot „iTunes Radio“ enthält Werbeanzeigen und ist kostenfrei. Quelle: AP
Apple hat zudem ein neue Betriebssystem mit dem Namen OS X Mavericks vorgestellt für die Computer und Notebooks des Hauses. Die Neuentwicklung soll unter anderem eine engere Verzahnung mit iPhones und iPads ermöglichen. Quelle: dpa

Selten war der Druck so groß. Als Apple-Chef Tim Cook im Zuge der diesjährigen Entwicklerkonferenz WWDC auf die Bühne trat, dürfte er gewusst haben, dass er einen echten Knaller liefern muss. Eine Innovation, die den Markt revolutionieren könnte, wie es seinem Vorgänger und Freund Steve Jobs einst mit dem iPhone gelungen war. Einmal im Jahr lädt Apple Software-Entwickler nach San Francisco ein, um an Workshops teilzunehmen und sich Vorträge anzuhören. 5000 Personen sind in diesem Jahr dabei. Für den Endverbraucher ist das wenig spektakulär. Daher schauen die Medien vor allem auf die Keynote des Chefs, die immer die Präsentation neuer Software- und Hardware-Produkte beinhaltet.

Schon oft war der Auftritt des Chefs der Moment für neue Produkte, die ordentlich Umsatz in die Apple-Kassen spielen sollten: Auf der Entwicklerkonferenz 2008, 2009 und 2010 wurden das iPhone 3G, der Nachfolger 3GS und das iPhone 4 vorgestellt. Das iPhone 5 wurde im Rahmen einer eigenen Veranstaltung im vergangenen Herbst präsentiert, gefolgt von einer Veranstaltung im Oktober, bei der das iPad Mini und das iPad 4 gezeigt wurden. Eigentlich hätte Apple also noch ein wenig Zeit gehabt, um mit einem neuen Produkt an den Markt zu gehen. Doch die Konkurrenz erhöht die Schlagzahl der Produkte und damit den Druck auf Apples Wachstumsraten und Margen. Vor allem Samsung hat vorgelegt. Die Südkoreaner haben im Mai das Galaxy S4 heraus gebracht und damit Apple erst einmal in Sachen „Topmodel“ den Rang abgelaufen. Mehr als zehn Millionen Mal wurde das Gerät inzwischen verkauft. Entsprechend kräftig brodelte die Gerüchteküche im Vorfeld.

Das sind die Macken des iPhone 5
Die Begeisterung beim Verkaufsstart des iPhone 5 kannte in den Apple-Stores der Welt keine Grenzen. Doch trotz der schönen Bilder und noch besseren Verkaufszahlen ist wohl kein iPhone-Verkaufsstart je so schief gelaufen, wie dieser. Die Netzgemeinde überschlägt sich mit Kritik am neuen Apple-Smartphone. Quelle: REUTERS
KratzerDa nimmt man das neue iPhone aus der Packung und statt schwarzer Eleganz sticht einem ein Kratzer ins Auge. Erste Tests haben ergeben, dass das iPhone 5 trotz neuem Metallrücken deutlich anfälliger für Kratzer ist als noch das iPhone 4S. Und das nicht nur auf dem Rücken, sondern auch auf dem vergrößerten Display. Quelle: REUTERS
KostenDie günstigste Variante des iPhone 5 soll ohne Vertrag immerhin 679 Euro kosten. Das sind 50 Euro mehr als noch das Vorgängermodell 4S. Dabei liegen die Produktionskosten für das neue Apple-Smartphone bei etwa 170 Euro. Apple begründet die Preiserhöhung unter anderem mit Personalkosten. Obwohl sich viele Apple-Fans abgezockt fühlen, greifen sie zu - und die Preispolitik des Unternehmens scheint aufzugehen. Quelle: REUTERS
iOS6-MapsDie Kombo zeigt zwei Screenshots von Karten des Gebiets um den Bahnhof Shinjuku Station in Tokio: Links ist die Darstellung im bisherigen Google Maps zu sehen, rechts die Darstellung in Apples neuem Kartendienst. Apple hat zum Start des neuen iPhone 5 auch die bisherigen Google-Karten durch einen eigenen Dienst ersetzt. Fehler und fehlende Details in den neuen Karten verärgerten jedoch viele Nutzer. Teilweise wurden Städte gar nicht angezeigt, Routen quer durch das Meer empfohlen oder Straßennamen nicht sauber ausgespielt. Quelle: dpa
AkkuDas iPhone 5 ist dünn wie nie. Doch auf die 17 Prozent, die das Gerät schlanker daher kommt, hätten viele iPhone-Fans gerne verzichtet, wenn stattdessen ein leistungsstärkerer Akku zum Einsatz gekommen wäre. Viele User beschweren sich via Twitter über eine schlechte Akku-Leistung. Quelle: REUTERS
SteckerApple-Marketing-Chef Phil Schiller hat in San Francisco den neuen Stecker des iPhone 5 angepriesen. Dieser soll der neue Standartstecker für alle künftigen Apple-Geräte werden, hieß es weiter. Alte Zusatz-Gadgets können mit Hilfe eines Adapters weiter genutzt werden. Für dieses Adapter verlangt das Unternehmen satte 29 Euro, mit Kabel sogar 39 Euro. Ein cleveres Zusatzgeschäft für Apple, das viele Kunden aufregt. Quelle: REUTERS
LTEDesweiteren kündigte Apple an, den Datenturbo-LTE weltweit für das iPhone 5 zur Verfügung zu stellen. Allerdings entschied sich das Unternehmen, lediglich die Frequenz von 1800 MHz zu unterstützen. Die Nutzungsrechte für diese Frequenz hält in Deutschland derzeit die Telekom. Und die verlangt einen LTE-Zuschlag von fast zehn Euro, dabei ist das LTE-Netz auf 1800 MHz bisher fast nur in städtischen Gegenden ausgebaut. Andere Anbieter wie Vodafone oder O2 müssen darauf hoffen, dass Apple auch bald die Frequenz 800 MHz unterstützt. Quelle: REUTERS

Als wäre all das nicht genug, hat Tim Cook Ärger mit dem US-Kongress wegen angeblicher Vermeidung von Steuern in Milliardenhöhe, wegen eines Patentstreits mit Samsung droht das Importverbot einiger iPhone- und iPad-Modelle und dann noch die PRISM-Affäre, die Apple wie andere IT-Konzerne noch stärker als Datenkranken dastehen lässt. Der Apple-Chef stand also ganz gewaltig unter Druck. Und die Apple-Fan-Gemeinde sowie die Investoren schauten an diesem nebligen Tag in San Francisco ganz besonders gespannt auf das, was da geschah. Auch einige Promis wie Al Gore hatten sich zur Veranstaltung eingefunden.

Wie jedes Jahr wurde auch dieses Mal wieder kräftig gemunkelt, was Cook wohl in der Hinterhand haben würde. Kommt die vielbeschriebene Apple-Uhr und wie steht es um den Musik-Streamingdienst iRadio? Auch über neue iPads und iPhones ist kräftig spekuliert worden. Fest gerechnet wurde mit einem neuen Betriebssystem – iOS7. Dennoch blieb die Presse im Vorfeld der Veranstaltung relativ verhalten, mit einer wirklichen Revolution rechnete niemand. Stattdessen erwarteten alle den „Updater Tim Cook“, den Verbesserer, den Geschäftsmann – aber nicht den Revolutionär.

Apples iOS 7 und OS X Mavericks

Die zehn Erfolgsgeheimnisse des IT-Konzerns
Wie macht Apple das nur? Aktuell ist Apple das wertvollste Unternehmen der Welt. Der Börsenwert liegt bei mehr als 580 Milliarden Dollar. Und Apple  hat Barreserven in Höhe von  216 Milliarden  Dollar. Zehn Gründe warum das Unternehmen so viel besser ist als jeder Konkurrent. Quelle: REUTERS
1. Der NetzwerkeffektDie IT-Welt funktioniert nach anderen Regeln als der Rest der Wirtschaft. Eine besondere Rolle spielt der sogenannte Netzwerkeffekt. Beispiel Microsoft: In der Ära des PCs hatte der Konzern ein Quasi-Monopol im Bereich der Desktop-Betriebssysteme und der Office-Software. Der Grund: Sobald MS-DOS und später Windows gegenüber damals konkurrierenden Systemen wie CP/M nur einen hauchdünnen Vorsprung hatte, entwickelten Softwareentwickler vornehmlich für das Microsoft-System, um möglichst viele potenzielle Kunden zu erreichen. Andererseits wurde die Microsoft-Plattform mit der verfügbaren Software auch für die Kunden immer attraktiver. Die große Verbreitung von Office in der PC-Ära machte auch diese Software zum Quasi-Standard: Wer die Dokumente von Freunden, Kollegen und Geschäftspartnern lesen und bearbeiten wollte, musste zur Microsoft-Software greifen. Quelle: dpa
1. Der NetzwerkeffektIm mobilen Markt hat Apple die Nase vorn. Zwar werden in absoluten Zahlen im Smartphone-Markt mehr Geräte mit Android-System verkauft – doch Android-Nutzer zeigen im Schnitt deutlich weniger Bereitschaft, Geld für Apps auszugeben. Quelle: AP
2. Zulieferer in vielen LändernApples Zulieferer beschäftigen mehr als 1,6 Millionen Menschen in 20 Ländern. Apple steht wegen der Arbeitsbedingungen seiner Zulieferer in der Kritik. Das taiwanesische Unternehmen Foxconn, das vornehmlich in China produzieren lässt, wurde zum Symbol für Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen. Jetzt ist es Apple durch Kontrollen bei Zulieferern gelungen, Verstöße gegen Arbeitszeit-Beschränkungen zu reduzieren. Die Obergrenze von 60 Arbeitsstunden pro Woche sei im vergangenen Jahr zu 97 Prozent eingehalten worden, erklärte der Konzern in seinem jährlichen Bericht zur Lage bei den Zulieferern. Ein Jahr zuvor wurde noch ein Wert von 92 Prozent angegeben. Die durchschnittliche Arbeitszeit für fest angestellte Mitarbeiter bei Zulieferern lag jetzt bei 55 Stunden pro Woche. Quelle: dpa
3. MargeDie Marge pro verkauftem Gerät ist traditionell besonders hoch bei Softwareherstellern: Nachdem ein Software-Produkt entwickelt ist, sind die Kosten pro verkauftem Medium sehr gering, der Verkaufspreis hoch. Apple verkauft zwar auch Software, verdient sein Geld aber hauptsächlich mit dem Verkauf von Hardware. Der Konzern erreicht allerdings auch bei der Hardware Margen, von denen die Konkurrenz nur träumen kann. Offizielle Zahlen gibt es nicht, doch Analysten schätzen die Marge pro verkauftem Gerät zwischen 30 und 40 Prozent. Besonders groß ist die Marge beim iPhone – und davon hat Apple wiederum besonders viele Geräte verkauft: im Jahr 2015 mehr als 231 Millionen Stück. Quelle: REUTERS
4. Konzentration auf das WesentlicheAuch bei den Produktkategorien herrscht Übersichtlichkeit. Das aktuelle iPhone SE gibt es jeweils mit unterschiedlicher Speicherausstattung – auf verwirrende Produktbezeichnungen mit langen Zahlenreihen und verschiedenen Ausstattungen verzichtet der Konzern komplett. Mit der Konzentration auf das Wesentliche hat Apple auch beim Produktdesign Trends gesetzt: Überflüssiges wird weggelassen. Das macht die Produkte elegant und benutzerfreundlich. Damit liegt Apple ganz auf der Linie des heimlichen Vorbilds, dem deutschen Braun-Designer Dieter Rams. Quelle: dpa
Apple-Museum Quelle: dpa

Was folgte war nicht ganz das, was so mancher gemunkelt hat. Tim Cook und sein Team gaben dennoch alles und lieferten ein zweistündiges Feuerwerk voller neuer technischer Features. Apple wird vor allem das Betriebssystem für iPhone und iPad mit der kommenden Version kräftig umkrempeln. „Es wird die größte Veränderung seit der Einführung des iPhone im Jahr 2007“, peitschte Tim Cook das Produkt an. Die neue Generation iOS 7 bringt etliche neue Funktionen auf die mobilen Apple-Geräte – und vor allem eine komplett neue Optik, die auf die Arbeit des neuen Apple-Chefdesigners Jony Ive zurückgeht.

Seit dem Herbst ist er für das Aussehen der Geräte und auch das Betriebssystem verantwortlich. Sein erklärtes Ziel war eine Abkehr der stilisierten Kalender-Ledereinbände, Holzregale und grünen Spieltischen, wie sie sein Vorgänger Scott Forstall entworfen hatte.

So ist iOS 7 nun geprägt von einem klaren, aufgeräumten Design und einer durchsichtigen Menüfläche, die es ermöglich das Hintergrundbild an den Apps vorbei gut zu erkennen. Der 3-D-Effekt löste Jubelrufe im Publikum aus. Die neuen Farben sind frischer und heller und erinnern ein wenig an die Android-Optik. Die Beta-Version für Entwickler ist ab sofort erhältlich.

iOS X Mavericks

Außerdem wird es für Apple-Computer ein neues Betriebssystem namens OS X Mavericks geben. Größte Innovationen sind hier die Einführung von sogenannten Tags, also Schlagworte, mit denen sich Dokumente auf der Festplatte – und auch in der iCloud – künftig leichter finden lassen. Häufig genutzte Tags werden an der Seitenleiste des Finders angezeigt, so dass das Finden noch schneller geht. Eine Innovation, die vor allem für Vielnutzer interessant ist, die mit großen Dokumentenmengen arbeiten müssen.

Die Geschichte von Apple
24.02.1955Steve Jobs wird in San Francisco geboren und von seiner Mutter Joanne Simpson zur Adoption freigegeben. Paul und Clara Jobs adoptieren das Baby. Quelle: dpa
1972Steve Jobs entdeckt am liberalen Reed College in Portland seine Liebe zu Design. Quelle: reuters
1974Der 19jährige Jobs heuert bei der Computerfirma Atari an, um Geld für eine Reise nach Indien zu verdienen. Auf seiner späteren Reise wird er zum Buddhisten und Veganer. Quelle: dpa
Steve Jobs (rechts) und Steve Wozniak Quelle: dpa
Apple II Quelle: AP
Jobs Quelle: AP
1982 - 19841982 holt Jobs den deutschen Designer Hartmut Esslinger und sein Team nach Kalifornien, um das Aussehen der Apple Computer neu zu definieren. Der Apple Macintosh von 1984 ist seitdem ein Stück Designgeschichte. Quelle: dpa

Sogenannte Finder-Tabs sollen das Durcheinander von Icons auf dem Schreibtisch reduzieren. Mit Mavericks lassen sich mehrere Dokumente zusammenfügen und in einem Ordner, also Tab, verwahren. Das System ähnelt der Dokumentenstruktur auf iPad und iPhone.

Außerdem werden mit dem System eine neue Karten-App und eine neue iBook-App veröffentlicht. Die Karten-App hat sich deutlich zum positiven entwickelt. Inzwischen scheinen die schon länger geplanten Vektorgrafiken und 3-D-Ansichten zu funktionieren. Mit dem neuen Betriebssystem lassen sich zum Beispiel auch Routen auf dem Mac planen und dann per Mausklick sofort ans iPhone oder iPad schicken. Überhaupt haben sich die Apple-Ingenieure und Techniker große Mühe gegeben im gewohnten Stiel geräteübergreifend zu denken. So kommt das mobile Betriebssystem iOS 7 zum Beispiel auf für Cockpits im Auto.

Macbooks und iRadio

Das Apple-Logo ist am Moscone Center in San Francisco zu sehen. Zum Apple-Entwicklerkongress WWDC 2013 werden am kommenden Montag rund 5000 Entwickler im Moscone Center in San Francisco erwartet. Quelle: dpa

Spannend ist auch die neue Mavericks-Funktion „App Nap“. Sie sorgt dafür, dass wenig genutzte Anwendungen komprimiert werden, so dass mehr Energie gespart werden kann. Mit iOS X wurde auch der Apple-Browser Safari einmal überholt. So wird künftig eine „Leseleiste“ die letzten Browseraktivitäten anzeigen. Außerdem wird es im Browser einen Extra-Bereich für Twitter- und LinkedIn-Inhalte geben. Facebook wurde von dieser Funktion ausgeschlossen.

iOS Mavericks soll im Herbst auf den Markt kommen. Erst in Amerika und dann auch in weiteren Ländern.

Neue Generation der Macbooks

Als einzige Hardware stellten Tim Cook und sein Team in San Francisco das neue MacBook Air vor. Eine neue Version wurde sehnlichst erwartet, war doch der letzte große Aufschlag lange her. Apple hatte sich in Zeiten des mobilen Trends voll auf die Weiterentwicklung des iPhone und iPad konzentriert. Was vorgestellt wurde, war nun ein neues Macbook Air. Dank eines neuen Intel Core-Prozessors ist es dem Technik-Team gelungen, die Akkulaufzeit erheblich zu steigern. Die Batterie soll angeblich einen ganzen Tag durchhalten und auch die Grafik um bis zu 40 Prozent schneller arbeiten. Das 11-Zoll-Modell wird für 999 Euro inklusive Mehrwertsteuer erhältlich sein, 13-Zoll-Geräte werden 100 Euro mehr kosten. „mit schnellerem Flash, einer leistungsfähigeren Grafik und bis zu zwölf Stunden Batterielaufzeit bietet das Macbook Air noch mehr Leistung“, sagte Phil Schiller, Vizepräsident des Apple-Marketings. Wie auch schon das iPhone 5 bekommt auch das neue Macbook Air den „Thunderbolt“-Anschluss zur Stromversorgung. Das Macbook Air wird direkt mit iOS X ausgeliefert. Erhältlich ist es ab sofort im Apple Store.

Außerdem kommt mit dem Mac Pro endlich wieder ein neuer Desktop-Rechner. Das Design ist komplett neu. Der Computer steckt in einer deutlich kleineren, schwarzen Röhre.

Die bekanntesten Musik-Portale im Internet
Amazon startet Prime Music in Deutschland und Österreich - als Bestandteil von Amazon Prime ohne zusätzliche Kosten. Quelle: obs
Apple Music Quelle: dpa
Die seit März 2012 existierende Plattform Spotify bietet mehr als 30 Millionen Songs an. Eine Gratis-Version erlaubt das Anhören der Musik mit Werbeunterbrechungen. Zusätzliche Premiumfunktionen wie das Downloaden von Liedern sind wie bei den meisten Streaming-Angeboten kostenpflichtig. Nach eigenen Angaben hat Spotify mehr als 75 Millionen Nutzer, 20 Millionen von ihnen zahlen. Der Streaming-Dienst ist in 58 Ländern verfügbar. Preis: kostenlos bis 9,99 Euro monatlich
Die Streaming-Plattform Deezer ist vor allem in Frankreich sehr beliebt. 2007 startete sie als erster Gratis-Streamingdienst auf dem Markt. Heute kostet eine Mitgliedschaft, wie auch bei vielen anderen Diensten, Geld. Kostenlos gibt es nur ein Radio-Angebot und Lied-Ausschnitte. Die Plattform ist mittlerweile in mehr als 180 Ländern verfügbar. Preis: kostenlos bis 9,99 Euro monatlich Quelle: Screenshot
Mit Ampya versucht die ProSiebenSat.1 Media seit 2011 auf dem boomenden Markt der Streaming-Dienste Fuß zu fassen. Beflügelt durch viel Werbung auf den TV-Kanälen des Medienunternehmens zählt Ampya zu den bekanntesten Diensten in Deutschland. 2014 wurde Ampya von Deezer mit dem Ziel übernommen, in Europa noch weiter zu wachsen. Preis: kostenlos bis 9,99 Euro monatlich Quelle: Screenshot
Seit 2012 ist WiMP aus der Bethaphase heraus. Gegründet wurde der Musikstreamingdienst in Norwegen, wo sein Mutterkonzern "Aspiro" sitzt. WiMP gibt es bis jetzt in fünf Ländern zu hören: Deutschland, Norwegen, Dänemark, Schweden und Polen. "Aspiro" spielt schon mit dem Gedanken WiMP auch in Finnland, Portugal, Österreich und der Schweiz zu etablieren. Mit einer hohen Sound-Qualität (gegen Aufpreis) und einem eigenen Redaktionsteam, das Musik empfiehlt, will sich WiMP von der Konkurrenz abheben. Preis: 4,99 bis 19,90 Euro monatlich
Napster startete als Musiktauschbörse und wurde schnell zur Plattform für illegale Raubkopien. Auf rechtlichen Druck der Musik-Industrie wurde die Plattform 2001 geschlossen. Der legale Streaming-Dienst gleichen Namens bietet mehr als 25 Millionen Songs und ist damit einer der größten überhaupt. Nach einer kostenlosen Testphase gibt es den Dienst allerdings nur noch gegen Geld. Preis: 7,95 bis 9,95 Euro monatlich Quelle: AP

Apples Radio

Wenig überraschend war dann am Ende die Ankündigung eines neuen Musik-Dienstes. Im Vorfeld der Veranstaltung war viel spekuliert worden, ob iRadio kommen würde. Was das Apple-Team dann präsentierte war iTunes Radio. Dafür hatte der IT-Riese erst vor kurzem die Kooperation mit allen großen Lables abgeschlossen. Der Konkurrenz zu Spotify und anderen Streaming-Anbietern wie Pandora steht also nichts mehr im Weg. Zusehends waren einstige iTunes-User zu den kostenfreien Anwendungen gewechselt. iTunes Radio wird mit Werbemitteln finanziert und so für jeden kostenfrei angeboten. Wer im Rahmen des Angebots iTunes Match 24,99 Euro im Jahr draufzahlt, bekommt das neue Radio von Apple werbefrei.

War das genug?

Apple-Chef Tim Cook stellt das neue Mac-Betriebssystem OS X Maverick vor. Außerdem präsentierten Cook und sein Team iOS 7, das neue Betriebssystem für mobile Endgeräte. Quelle: dpa

Dem Nutzer stehen dann künftig über 200 Radiosender zusätzlich zu dem normalen Musik-Shop zur Verfügung. Zugreifen lässt sich auf das Angebot von allen mobilen Applegeräten, dem Mac, dem PC oder Apple TV. Die Sender sind nach Genres sortiert – können aber auch personalisiert eingerichtet werden. Das System lernt ähnlich wie bei einer Amazon-Buchbestellung mit und schlägt nach einiger Zeit Musik vor, die dem Hörer gefallen könnte. Auch die Spracherkennung Siri ist in das System integriert. Verfügbar wird iTunes Radio ab kommendem Herbst sein.

So gut die neuen Produkte auf die Entfernung auch scheinen, der ganz große Befreiungsschlag ist Tim Cook mit seinem Event nicht gelungen. Kein neues iPhone, kein neues iPad und keine iWatch, der Computer fürs Handgelenk waren in San Francisco zu sehen. Stattdessen konzentrierte Apple sich auf Technik, Usability und Software.

Dass sich Cook bei seiner Produktpräsentation zurückhielt, kann mehrere Gründe haben. Vermutlich will er 2013 nicht die Fehler von 2012 wiederholen. Denn obwohl die Konkurrenz es vormachte, hatte Apple die hohe Schlagzahl neuer Produkte heftig zu schaffen gemacht. Im vergangenen Jahr brachte der Konzern zu viele neue Produkte an den Markt, was die legendäre Lieferkette arg strapazierte. Der neue iMac war monatelang nicht lieferbar - und das sonst so saubere Apple-Image litt. Im Rückblick, gab Tim Cook zu, wäre es besser gewesen, den neuen iMac erst im Frühjahr einzuführen.

Während die Entwickler im Saal dennoch mit den Neuerungen des Abends zufrieden schienen, zeigten sich die Anleger enttäuscht. Die Aktie lag kurz vor Handelsschluss um 0,9 Prozent im Minus, nachdem sie tagsüber um mehr als ein Prozent zugelegt hatte.

Trotz schwächelnder Börsenwerte und Imageverlust kann Tim Cook sich den schwachen Auftritt noch immer leisten. Im Herbst kommt seine große Bewährungsprobe. Dann muss er mit seinem eigenen „one more thing“ auffahren, wie Vorgänger Steve Jobs stets seine großen Produktpräsentationen einleitete. Tim Cook wird den „Updater“ hinter sich lassen müssen und selbst zum Visionär werden. Wenn er im Herbst tatsächlich die versprochenen „großartigen Produkte“ präsentieren kann, sind alle Fehler und jede Zurückhaltung der Vergangenheit vergessen. Aber ein Knaller muss kommen. 

Mit Material von dpa und Reuters

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