Entwicklerkonferenz in San Francisco Schöner leben mit Google

Neue Funktionen für Google+, Sprechen mit der Suchmaschine, Überarbeitung der Karten und ein neuer Streaming-Musikdienst: Auf der Google I/O stellte der Konzern eine wahre Flut von Neuerungen vor, die das digitale Leben der Nutzer noch stärker an den Konzern binden sollen.

Google-Chef Larry Page spricht am Mittwochabend auf der Google I/O 2013 vor rund 5000 Entwicklern und Internet-Experten in San Francisco. Quelle: dpa

Google prescht voran: Der Internet-Riese hat am Mittwoch in San Francisco einen Online-Musikdienst sowie Verbesserungen bei Internet-Suche und seinen populären Karten vorgestellt. Die Neuerungen sollen Google den Platz auf allen Arten von Computern sichern.

An der Börse kam der Kurs gut an: Die Google-Aktie sprang schon vor Beginn der Entwicklermesse Google I/O erstmals über 900 Dollar und hielt sich auch während der über dreistündigen Präsentation darüber - auch weil Google-Chef Larry Page sich nach langer Zeit wieder bei einem großen öffentlichen Event sehen ließ und Fragen aus dem Publikum beantwortete. Am Dienstag hatte Page den zeitweisen Verlust seiner Stimme mit einer Stimmbandlähmung begründet.


Vor dem Auftritt von Larry Page verkündete der für die Google-Suche zuständige Manager Amit Singhal in San Francisco provokant „das Ende der Internet-Suche, wie wir sie kennen“. Die Suchmaschine soll verstärkt in ganzen Sätzen formulierte Fragen der Nutzer beantworten. Im hauseigenen Web-Browser Chrome kann man sie jetzt auch über das Mikrofon stellen und eine gesprochene Antwort bekommen. Dafür stellt Google seit Jahren riesige Wissens-Datenbanken zusammen. Um die Funktion zu aktivieren, spricht man den Computer mit „Okay, Google“ an. Wenn persönliche Informationen wie Termine, Kontakte oder Reisepläne bei Google gespeichert sind, funktioniert Chrome wie ein persönlicher Assistent.

Die Geschichte des Internetgiganten Google
Frühjahr 2013Google liefert die ersten Google-Brillen für 1500 Euro pro Gadget an ausgewählte Entwickler aus. Firmengründer Sergey Brin verlässt das Haus kaum noch ohne die Datenbrille, die es dem Träger ermöglicht Artikel zu lesen, Telefonate zu führen oder sich Wegbeschreibungen anzeigen zu lassen. Quelle: REUTERS
Juni 2013Im Bieterkampf um ein israelisches Navigations-Startup sticht Google die Konkurrenten aus. Der US-Internetgigant stehe kurz vor der Übernahme der auf mobile Kartendienste spezialisierten Firma Waze, berichtet die israelische Finanzzeitung Globes am Sonntag ohne Quellenangabe. Google habe die Gebote der anderen Interessenten vermutlich übertrumpft. Der Kaufpreis soll demnach 1,3 Milliarden Dollar betragen. Bei Waze war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Waze sprach früheren Medienberichten zufolge mit mehreren Bietern. Dazu zählt auch das soziale Netzwerk Facebook. Zusatzdienste, die auf Smartphones oder Tablet-PCs genutzt werden können, werden für Technologiekonzerne wie Google immer wichtiger. Denn mit ihnen steigt auch die Nutzung von mobilen Geräten und damit die potenziellen Werbeeinnahmen, die über sie generiert werden können. Waze verwendet die Satelliten-Signale der Smartphones, um den Nutzern Karten- und Verkehrsdaten in Echtzeit zur Verfügung zu stellen. Das erst vor vier Jahren gegründete Unternehmen hat 47 Millionen Mitglieder und 100 Mitarbeiter. Quelle: REUTERS
Nexus 7 Quelle: dpa
Mai 2012Die Erfolgsgeschichte eines Browser: D er Google-Browser Chrome anteilsmäßig den Internet Explorer von Microsoft. Quelle: ZB
April 2012Google gibt bekannt, eine Augmented-Reality-Brille, Google Glasses, auf den Markt bringen zu wollen. Seitdem ist Geschäftsführer Sergey Brin immer wieder mit der Cyberbrille in der Öffentlichkeit zu sehen. Quelle: AP/dpa
Logo von Google+ Quelle: dpa

Die runderneuerten Karten will Google stärker auf einzelne Nutzer anpassen. Dafür kommen unter anderem Empfehlungen und Bewertungen von Lokalen stärker in den Vordergrund. Außerdem werden Informationen über Unfälle auf den Straßen direkt in Google Maps eingebunden - aber auch Sonderangebote von Geschäften. Die Ansicht der Karten auf Tablet-Computern wurde erneuert.

Bei dem neuen Streaming-Musikdienst werden die Songs direkt aus dem Netz abgespielt. Das Abo-Angebot mit dem Namen Google Play Music All Access ist zunächst in den USA verfügbar, kündigte der Internet-Konzern auf der Entwicklerkonferenz an. Für 9,99 Dollar im Monat gibt es uneingeschränkten Zugriff auf das Musik-Angebot. Außerdem kann man sich Songs, die zum eigenen Musikgeschmack passen könnten, von Google auswählen lassen. Der Konzern spricht vom „Radio ohne Regeln“. Weitere Länder sollen folgen.

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