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Entwicklerkonferenz Apple präsentiert neue Betriebssysteme

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War das genug?

Apple-Chef Tim Cook stellt das neue Mac-Betriebssystem OS X Maverick vor. Außerdem präsentierten Cook und sein Team iOS 7, das neue Betriebssystem für mobile Endgeräte. Quelle: dpa

Dem Nutzer stehen dann künftig über 200 Radiosender zusätzlich zu dem normalen Musik-Shop zur Verfügung. Zugreifen lässt sich auf das Angebot von allen mobilen Applegeräten, dem Mac, dem PC oder Apple TV. Die Sender sind nach Genres sortiert – können aber auch personalisiert eingerichtet werden. Das System lernt ähnlich wie bei einer Amazon-Buchbestellung mit und schlägt nach einiger Zeit Musik vor, die dem Hörer gefallen könnte. Auch die Spracherkennung Siri ist in das System integriert. Verfügbar wird iTunes Radio ab kommendem Herbst sein.

So gut die neuen Produkte auf die Entfernung auch scheinen, der ganz große Befreiungsschlag ist Tim Cook mit seinem Event nicht gelungen. Kein neues iPhone, kein neues iPad und keine iWatch, der Computer fürs Handgelenk waren in San Francisco zu sehen. Stattdessen konzentrierte Apple sich auf Technik, Usability und Software.

Dass sich Cook bei seiner Produktpräsentation zurückhielt, kann mehrere Gründe haben. Vermutlich will er 2013 nicht die Fehler von 2012 wiederholen. Denn obwohl die Konkurrenz es vormachte, hatte Apple die hohe Schlagzahl neuer Produkte heftig zu schaffen gemacht. Im vergangenen Jahr brachte der Konzern zu viele neue Produkte an den Markt, was die legendäre Lieferkette arg strapazierte. Der neue iMac war monatelang nicht lieferbar - und das sonst so saubere Apple-Image litt. Im Rückblick, gab Tim Cook zu, wäre es besser gewesen, den neuen iMac erst im Frühjahr einzuführen.

Während die Entwickler im Saal dennoch mit den Neuerungen des Abends zufrieden schienen, zeigten sich die Anleger enttäuscht. Die Aktie lag kurz vor Handelsschluss um 0,9 Prozent im Minus, nachdem sie tagsüber um mehr als ein Prozent zugelegt hatte.

Trotz schwächelnder Börsenwerte und Imageverlust kann Tim Cook sich den schwachen Auftritt noch immer leisten. Im Herbst kommt seine große Bewährungsprobe. Dann muss er mit seinem eigenen „one more thing“ auffahren, wie Vorgänger Steve Jobs stets seine großen Produktpräsentationen einleitete. Tim Cook wird den „Updater“ hinter sich lassen müssen und selbst zum Visionär werden. Wenn er im Herbst tatsächlich die versprochenen „großartigen Produkte“ präsentieren kann, sind alle Fehler und jede Zurückhaltung der Vergangenheit vergessen. Aber ein Knaller muss kommen. 

Mit Material von dpa und Reuters

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