Facebook ändert Algorithmus Soziales Netzwerk mit neuen Spielregeln

Facebook will künftig Beiträge von Freunden und Familie prominenter in den Neuigkeiten anzeigen. Für Medienunternehmen ist das eine schlechte Nachricht: Ihre Reichweite dürfte leiden.

Die nervigsten Facebook-Typen
Facebook-Symbol, Auge Quelle: REUTERS
Facebook, Frau mit Handy Quelle: dpa
Dann gibt es natürlich noch die Spaßvögel, die immer und auf Teufel komm raus lustig sein müssen. Es gelingt ihnen aber leider so gut wie nie, andere zum Lachen zu bringen. Quelle: Fotolia
Dagegen gibt es natürlich auch die Zyniker, die nie lustig sind, sondern mit jeder Statusmeldung miese Stimmung verbreiten. Ein ähnlicher Quell der Freude sind diejenigen, aus deren Posts der Hass auf alles nur so herausquillt. Diese Typen sind überzeugt, dass andere ihr (hassenswertes) Leben zerstören wollen. Quelle: Fotolia
Kinder mit Laptops Quelle: obs
"Ich bin mit Tim bei Angelo essen", "Jetzt gehe ich mit Sabine ins Kino", "Schnell noch mit meinem Hund Bello spazieren, dann einen Tee trinken, dann den blauen Schlafanzug anziehen, Zähne putzen und ins Bett gehen" - so mancher Facebook-Nutzer ist ein lebender Nachrichtenticker und hält Sie ständig darüber auf dem Laufenden, was er wo mit wem tut - ob Sie sich dafür interessieren oder nicht. Ähnlich angenehme Zeitgenossen sind diejenigen, die ihr Netzwerk täglich mit einem "guten Morgen" begrüßen und abends mit "Gute Nacht" verabschieden. Quelle: dpa
Gamer Quelle: dpa
Haben Sie einen Facebook-Kontakt, bei dem nichts ohne die ganz großen Gefühle geht? Bei dem alles "herzzerreißend" und "dramatisch" ist? Jeder Regentropfen wird zur Katastrophe, jeder verpasste Bus ein Grund für einen Nervenzusammenbruch? Herzlichen Glückwunsch, dann haben Sie es mit einer waschechten Drama-Queen zu tun. Quelle: Fotolia

Eine Änderung der Regeln, nach denen Facebook Neuigkeiten für seine Nutzer sortiert, könnte dafür sorgen, dass Inhalte von Medienunternehmen weniger sichtbar werden. Künftig sollen Einträge von Freunden und Familie im Newsfeed der Mitglieder prominenter angezeigt werden, kündigte das weltgrößte Online-Netzwerk an. Viele Nutzer machten sich Sorgen, dass sie wichtige Neuigkeiten von für sie wichtigen Freunden verpassen, schrieb Facebook-Manager Lars Backstrom in einem Blog-Eintrag am späten Mittwoch.

Er räumte ein, dass die Änderung die Reichweite einiger Facebook-Seiten verringern dürfte. Der genaue Effekt hänge auch davon ab, wie oft deren Inhalte von Facebook-Nutzern miteinander geteilt würden. Geschehe dies oft, werde der Effekt geringer sein, betonte Backstrom. Damit drängt Facebook die Seiten-Betreiber dazu, mehr Inhalte zu posten, die Nutzer an ihre Freunde weiterleiten wollen. Außerdem werden die Inhalte, die als Werbung in die Newsfeeds der Nutzer eingestreut werden, davon nicht betroffen sein.

Das Netzwerk mit seinen mehr als 1,6 Milliarden Mitgliedern weltweit wird auch von Medien-Unternehmen immer mehr als Plattform für ihre Inhalte genutzt. Das Online-Netzwerk unterstützte sie darin unter anderem mit der Funktion „Instant Articles“, bei der Medien ihre Inhalte direkt bei Facebook vorgehalten und dadurch schneller angezeigt werden. Wie gravierend die Folgen der Algorithmus-Änderung für einzelne Inhalte-Anbieter sein werden, ist bisher schwer abzusehen.

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Facebook verweist darauf, dass den Mitglieder mit immer mehr angezeigt werde und das eine Auswahl notwendig mache. „Als wir den Newsfeed 2006 starteten, war die heutige Herausforderung nur schwer vorstellbar: Viel zu viele Informationen, die es zu verarbeiten gibt“, schrieb der zuständige Produktmanager Adam Mosseri in einem weiteren Blogeintrag. Facebook arbeitet daran, die Anzeige der Neuigkeiten im Newsfeed immer stärker auf die Interessen der einzelnen Nutzer zuzuschneiden.

Zuletzt war in Medienberichten darüber spekuliert worden, dass mit der Flut von Nachrichten-Artikeln die Mitglieder weniger Neuigkeiten aus ihrem eigenen Leben über das Online-Netzwerk teilten und Facebook darüber besorgt sei. Das Online-Netzwerk bestritt damals, dass ein solcher Trend zu erkennen sei.

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