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Facebook, Apple, Google Das komplizierte Verhältnis im mobilen Web

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Apple und Google stellen sich quer

Das Smartphone als Einkaufsbegleiter
Wo das Smartphone beim Einkauf zum Einsatz kommtVirtueller SupermarktDie Schweizer Handelskette Coop betreibt in Zürich den ersten virtuellen Supermarkt. Passanten können im Vorbeigehen auf der bunten Plakatwand das gewünschte Produkt via Smartphone einscannen und bezahlen, und erhalten den Einkauf wenige Stunden später nach Hause geliefert. Quelle: Pressebild
Produkt-ScannerDas Berliner Startup Barcoo hat eine gleichnamige App veröffentlicht, die dem Benutzer, neben den gängigen Packungsangaben, zusätzliche Informationen zu Produkten liefert. Scannt der Benutzen den Barcode eines Artikels ein, gibt die App Auskunft über Testberichte, CO²-Bilanzen, Allergenen sowie Herkunft der Inhaltsstoffe, und findet dank Preisvergleich zudem den günstigsten Anbieter. Quelle: Pressebild
Drive-in-EinkaufIn einem Real-Markt in Köln-Porz entfällt künftig auch das Schleppen der Einkäufe. Die gewünschten Produkte werden per Smartphone eingescannt, anschließend wird der Einkauf bequem an einem Drive-In-Schalter bezahlt. Supermarkt-Helfer bringen daraufhin den Einkauf bis ans Auto. Quelle: Pressebild
Mobile BestellungBei der US-Imbisskette The Melt entfällt künftig das Warten an der Theke. Per App lässt sich das gewünschte Mittagessen vorbestellen und bezahlen, der Kunde braucht es anschließend nur noch im Lokal abzuholen.
Virtueller KleidertauschMit der App der Modekette Debenhams kann man sich den Gang in die Umkleidekabine sparen. Das Sortiment des Geschäfts lässt sich bequem auf dem Smartphone oder Tablet durchstöbern - und sogar anprobieren. Quelle: Pressebild
Der AufbauhelferKünftig hilft das Smartphone auch bei der Montage von Möbeln. Wirft die handelsübliche Bauanleitung eines Möbelstücks mehr Fragen auf , als sie klärt, reicht ein kurzes Berühren des Papiers mit dem Handy, und ein Montagevideo wird abgespielt. Quelle: Pressebild

Doch zum Leidwesen des sozialen Netzwerks haben sich die zwei wichtigsten Mitgestalter des mobilen Internets bisher geweigert, der Initiative beizutreten: Apple und Google. TechCrunch berichtet, dass Facebook jüngst Journalisten in sein Hauptquartier lud, um über die Fortschritte im Mobile-Sektor Auskunft zu geben – und um zu beklagen, dass im iOS- (Safari) und Android-Browser bestimmte HTML5-Elemente wie Fotouploads oder hochperformante Animationen nicht ausgeführt werden können.

Und dies bringt uns zurück zu der am Artikelbeginn beschriebenen Problematik: Facebooks größtes Expansionspotenzial liegt künftig – wie das der meisten Onlineservices – im mobilen Internet. Voraussetzung sind Smartphone- und Tablet-Browser mit maximaler Leistungs- und Funktionsfähigkeit. Die Anforderungen von Facebook stimmen bisher nicht mit dem überein, was Apple und Google, die zwei führenden Hersteller mobiler Browser, bieten. Ursache hierfür können legitime Performance-, Stabilitäts- und Kompatibilitätsbedenken sein. Gleichzeitig besitzen beide Firmen aber auch klare Anreize dafür, Facebook in puncto HTML5-Support nicht zu sehr entgegenzukommen. Apple schützt sich somit vor der möglichen Bedrohung einer entfesselten, browserbasierten mobilen App-Plattform aus dem Hause Facebook, die den eigenen App Store umgeht. Google wiederum liegt spätestens seit dem Sommer 2011 wenig daran, Facebook bei dessen weiterem Aufstieg behilflich zu sein – immerhin betreibt man mit Google+ ein Konkurrenzangebot.

Opportunismus

Ohnehin bewertet man im Hause Google das Vorgehen des blau-weißen Konkurrenten als Gefahr für das offene Web, wie Firmengründer Sergej Brin vor einigen Tagen deutlich machte. Sollte das Unternehmen bei der Kompatibilität des Android-Browser mit HTML5 aber bewusst bestimmte, für Facebook essentielle Funktionen ausklammern, wäre es in diesem speziellen Fall eher Google das Hindernis für das offene Internet.

In Arbeit
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Das Facebook mit seinen HTML5-Avancen die Rolle des “Guten”, des Open-Web-Befürworters einnimmt, hat jedoch rein pragmatische Gründe: Weil der kurz vor dem Börsengang stehende Dienst kein eigenes Smartphone mit dazugehörigem Betriebssystem und integriertem mobilen App Store besitzt, bleibt ihm nichts anderes übrig, als alles auf HTML5 zu setzen, um nicht vollkommen die Kontrolle über den Zukunftsmarkt Mobile zu verlieren. An dem Tag, an dem das Social Network sein eigenes Mobiltelefon auf den Markt bringt, könnte es dann schlagartig Facebook sein, das auf seinem Gerät Angeboten der Konkurrenz Steine in den Weg legt.

Angesichts der komplexen Konkurrenzsituation und der unfreiwilligen Abhängigkeit voneinander sind die Großkonzerne der Webwirtschaft derzeit vor allem eines: Opportunisten.

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