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Facebook-Gegner aus China Was WeChat besser macht als WhatsApp

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Apps sollen komplett in WeChat integriert werden

Währenddessen plant WeChat schon die nächste Revolution. Chef Zhang kündigte Anfang des Jahres an, Apps komplett in den Messenger zu integrieren.

Bisher gibt es drei verschiedene Arten von kommerziellen Profilen auf WeChat. Für Unternehmen, die Dienstleistungen anbieten, für Firmen, die ihre interne Kommunikation über die App organisieren, sowie für Medien. Nun soll eine weitere Kategorie nur für Apps hinzukommen. Dann müssten die Entwickler, wirbt Zhang, ihre Apps nicht mehr einzeln für Betriebssysteme wie Android von Google oder iOS von Apple anpassen. Was teuer ist. Und die Nutzer müssten nicht mehr für jede App einen neuen Account anlegen. Was umständlich ist.

Snapchat bietet nun auch Chat-Funktion
Facebook-MessengerZwar kaufte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg den Messenger-Giganten WhatsApp, der mittlerweile eine Milliarde Nutzer hat. Trotzdem schafft es auch der Facebook-Messenger unter die beliebtesten Nachrichtendienste. Er hat mittlerweile 800.000 User und soll bald auch die Grenze von einer Milliarde knacken. Quelle: AP
SkypeSkype ist für fast alle Plattformen verfügbar und funktioniert sogar plattformübergreifend. Dabei kann der Anwender mit anderen nicht nur die Videochat-Option nutzen, sondern auch einfache Textnachrichten verschicken. Seit Mai 2011 gehört der Dienst zu Microsoft. Skype hat nach Schätzungen von Trefis.com weltweit etwa eine Milliarde Nutzer. Quelle: dpa
SnapchatDie App, die mit automatisch verschwindenden Fotos einen Trend auslöste, bietet künftig auch Textnachrichten und Videochats an. Getreu dem Snapchat-Grundprinzip verschwinden die ausgetauschten Nachrichten nach dem Ende der Konversation, wie die Entwickler im Blogeintrag " Putting the Chat into Snapchat" erläuterten. Über Snapchat wurden nach Angaben der Firma im Jahr 2014 mehr als 700 Millionen Bilder pro Tag geteilt. Die Fotos verschwinden wenige Sekunden, nachdem der Adressat sie geöffnet hat. Die Popularität des Dienstes lockte bereits Facebook an: Laut Medienberichten schlug Snapchat-Mitgründer und Chef Evan Spiegel ein drei Milliarden Dollar schweres Kaufangebot des weltgrößten Online-Netzwerks aus. Quelle: dpa
Threema Quelle: dpa
HoccerDer deutsche Messenger Hoccer ist Testsieger der Stiftung Warentest. Der Dienst verschlüsselt die Nachrichten, der Server des Start-ups steht in Deutschland. Die Nutzer müssen bei der Nutzung keine Daten über sich preisgeben. Im Herbst 2015 hatte Hoccer eine halbe Million aktive Nutzer. Quelle: Presse
Line Quelle: AP
TinderTinder zeigt an, wer sich gerade in der Nähe befindet und nutzt dabei alle Daten, die bei Facebook hinterlegt sind – auch auf die Freunde. So soll auch erreicht werden, dass vor allem Menschen gefunden werden, die gut zum Suchenden passen. 2015 nutzten zwei Millionen Deutsche die App. Quelle: Screenshot

Die Ankündigung des Firmenchefs stieß auf großes Interesse, vor allem bei Unternehmen, die schon in diese Richtung arbeiten. Ein Beispiel ist Yoli. Das Pekinger Start-up bietet seit Kurzem Englischkurse auf WeChat an. Der Schüler muss die App dafür nicht verlassen. Er öffnet das Yoli-Profil, ein Lehrer schaltet sich dazu und unterrichtet 15 Minuten. Per Sprachfunktion beantwortet der Schüler Fragen. Der Lehrer korrigiert in Echtzeit. Die umgerechnet rund sieben Euro Gebühr werden direkt über die App abgerechnet. „Die Nachfrage ist riesig“, sagt Gründer James Lalonde. Bereits nach einem Tag hätten sie die Entwicklerkosten der vergangenen fünf Monate verdient. Nach wenigen Tagen lagen die Nutzerzahlen im vierstelligen Bereich.

Nächster Schritt: Eigenes Betriebssystem

Lalonde hat unter anderem den Spielhersteller Yodo1 mitgegründet. Über 300 Millionen Smartphone-Besitzer spielen in China seine Spiele. Einen weiteren Ausbau der App-Funktion würde der 50-Jährige begrüßen. „WeChat ist einfach zu benutzen und jeder hat es“, sagt er. Er ist sich sicher: Kommt erst der App-Account, wird er sich zu einer harten Konkurrenz für die App-Stores von Google und Apple entwickeln. Und damit langfristig auch für die Betriebssysteme. Denn wenn niemand mehr WeChat verlassen muss, ist der nächste Schritt für Tencent ein eigenes Betriebssystem.

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Noch ist das aber nur in China eine Gefahr für die internationale Konkurrenz. WeChat ist außerhalb des Landes wenig bekannt. 100 Millionen Nutzer hat die soziale Plattform im Ausland. Viele in Südostasien, in den USA und Europa nutzen sie meist Auslandschinesen. Immerhin: Es gibt auch eine deutschsprachige Version.

Bisher sind alle Expansionsversuche von Tencent gescheitert. Viele Nutzer in Europa und den USA fürchten um ihre Daten. Chinesische Internetnutzer sind da weniger sensibel. Die meisten haben nie einen Computer besessen. Das mobile Internet ist ihre zweite Heimat. Und damit WeChat.

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