Facebook-Musikerkennung Die Smartphone-App hört ab sofort mit

Facebook hat ein neues Feature für seine Smartphone-App vorgestellt, mit der die Nutzer ihre Statusnachrichten erweitern können. Was das für die Privatsphäre des Einzelnen und das Marketing von Facebook bedeutet.

Facebook erweitert seine App - und seine Möglichkeiten, mit den Daten des Nutzers Geld zu verdienen. Quelle: REUTERS

Facebook hört mit: In Kürze können Nutzer mit den mobilen Anwendungen des weltweit erfolgreichsten Sozialen Netzwerks ihre Kontakte darüber informieren, welche Musik läuft oder welche Serie angeschaut wird. Das neue Feature stellen Mark Zuckerberg und sein Team vorerst nur in den USA bereit.

Die Funktion ist technisch an Musikerkennungsdienste wie Shazam und Soundhound angelehnt. Diese analysieren auf Basis des Tonmusters, um welchen Titel es sich handeln kann. Sobald man ein Statusupdate eingibt, läuft die Erkennung automatisch im Hintergrund. Ein kleines Symbol in der Ecke weist darauf hin, dass die Funktion gestartet wurde. Falls ein Treffer vorliegt, lässt sich dieser zum Status hinzufügen, egal ob es sich um ein Lied, eine TV-Sendung oder einen Film handelt.

Aufnahmen werden nicht mitgeschnitten

Über die Privatsphäre-Einstellungen können die Nutzer selbst festlegen, welche Kontakte Zugriff auf die erweiterten Audio-Informationen erhalten. Geteilte Musikstücke werden mit einer 30-Sekunden-Vorschau ausgeliefert, die nötigen Daten liefern die Streamingdienste Spotify und sowie das nur in den USA verfügbare Rdio zu. Serien und Filme erhalten zusätzliche Informationen wie Staffel- und Episodennummer.

Hintergrundgeräusche und Gespräche soll die Funktion nicht erkennen – was angesichts der Zielsetzung der Erkennung von Musik und Fernsehinhalten nicht unwichtig ist. Die Technologie hinter der Audioerkennung wurde von hauseigenen Entwicklern bereitgestellt, ein kleines Team hat die Funktion laut Facebook-Produktmanager Aryeh Selekman innerhalb eines Jahres entwickelt.

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Facebook-Fanpage der Queen Quelle: rtr
Mann sitzt vor einem Skype-Bildschirm
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Laut Facebook wird über die Funktion nichts aufgenommen, die gesammelten Daten werden in ein vom System nutzbares Format umgewandelt. Zudem lässt sich die Musikerkennung genau wie die Standorterkennung abschalten. Nach NSA- und anderen Abhörskandalen dürfte das neue Feature dennoch bei vielen Nutzern auf Skepsis stoßen. Diese Skepsis ist allerdings unbegründet: Zumindest auf iPhone und iPad bedarf es der vorherigen Zustimmung des Nutzers, bevor das Mikrofon genutzt werden darf. Zudem wird die Statusleiste am oberen Bildrand rot eingefärbt, sobald das Mikrofon in Benutzung ist.

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Und was soll das bringen?

Für den Facebook-Nutzer ist der Mehrwert klar definierbar: Er kann ohne zusätzlichen Aufwand weitere Informationen zur Statusnachricht hinzufügen. Facebook dürfte von strategischen Partnerschaften im Werbebereich profitieren: Im Jahr 2013 machten bei Facebook die Einnahmen durch Mobilgeräte 45,1 Prozent der Jahreseinnahmen aus.

Bereits jetzt werden Statistiken an die großen US-Fernsehnetzwerke und weitere Partner übermittelt, die anzeigen, welche Sendungen für die Nutzer relevant sind. Für die Sender sind solche Informationen hilfreich für die Programmgestaltung und haben mitunter Einfluss auf die Fortsetzung von TV-Serien.

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