Flight Search Neuer Service: Flüge buchen mit Google

Der Suchmaschinen-Konzern Google  hat seinen Service „Fliegt Search“ nun auch in Deutschland freigeschaltet. Eine heftige Konkurrenz für Opodo und Co. Wie Google seine Suchkompetenz geschickt ausspielt.

Ein Flugzeug vom Typ Airbus A321 der Fluggesellschaft Lufthansa startet am Flughafen München. Quelle: dapd

Von Berlin, nach Los Angeles über London und New York - Flüge im Internet zu buchen, ist nicht immer einfach. Vor allem, wenn man ein besonders günstiges Angebot sucht oder Zwischenstopps mit einplanen muss. Suchmaschinen wie Opodo, Expedia und andere bieten zwar umfassende Datenbanken und auch einen guten Preisvergleich an, doch sie bringen auch etliche Nachteile mit sich.

Erst nachdem die Suchkriterien eingestellt wurden, beginnen die entsprechenden Programme ihre Datenbanken zu durchforsten. Nach einer kurzen Wartezeit wird dann das Ergebnisausgespuckt. Entspricht dieses nicht den Anforderungen, muss der ganze Prozess wieder von vorne gestartet werden. Das kostet Zeit und Nerven. Ist dann endlich ein Treffer dabei, ist er oft nicht mehr zum angegebenen Preis buchbar.

Diesem Problem hat sich nun der Suchmaschinen-Gigant Google angenommen und eine neue Suchmaske unter dem Namen „Flight Search“ konzipiert. Reiseplaner aus den USA profitieren von dem Dienst schon 2011. Was dem Unternehmen hier gelungen ist, ist beeindruckend. Google Deutschland-Chef Lars Lehne sagte schon vor Monaten dazu: „Wir haben völlig neue Filterfunktionen eingeführt und an der Geschwindigkeit gearbeitet.“

Der Clou: Google zieht sich die Informationen zu den Flügen in Echtzeit direkt vom Portal der Anbieter - von Lufthansa bis Emirates. „Dadurch zeigen wir nur Flüge an, die auch noch wirklich zu dem angegebenen Preis zu bekommen sind“, sagte Lehne. Außerdem funktioniert die Echtzeit-Suche schon beim Einstellen des Filters. Ganz gleich ob der Zeitpunkt, die Preisspanne oder die Zwischenstopps verändert werden, die Ergebnisse passen sich sofort an.

Wo das bunte Herz von Google schlägt
Nebel über dem Google-Rechenzentrum in The Dalles (US-Bundesstaat Oregon). Er stammt aus den Kühltürmen des Zentrums. Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse
Über die Router und Switches in Googles Campus-Netzwerkraum können die Rechenzentren miteinander kommunizieren. Die Glasfaserkabel verlaufen entlang der gelben Kabeltrassen an der Decke. Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse
Drinnen Hightech, draußen Naturidylle: Googles Rechenzentrum in Council Bluffs (US-Bundesstaat Iowa). Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse
Das Rechenzentrum liegt am Ufer des Columbia Rivers. Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse
Der Mond kommt gegen die Lichter des Rechenzentrum in Lenoir (US-Bundesstaat North Carolina) nicht an. Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse
Der Winter hat die Landschaft rund um das Rechenzentrum im finnischen Hamina fest im Griff. Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse
Ein Sonnenuntergang erleuchtet die Landschaft rund um das Rechenzentrum in Pryor (US-Bundesstaat Oklahoma). Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse
Die hell erleuchtete Kühlanlage des Rechenzentrums in Mayes County (US-Bundesstaat Oklahoma). Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse
Googles Rechenzentrum in Council Bluffs (US-Bundesstaat Iowa) besitzt eine Fläche von über 10.000 Quadratmetern. Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse
Bunte Leitungen transportieren Wasser zur Kühlung der Anlagen. Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse
Eine Hochdruckleitung mit Löschwasser zur Feuerbekämpfung. Dieses Wasser wird besonders gefiltert, damit es im Fall eines Notfalleinsatzes die empfindlichen Anlagen nicht verunreinigt. Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse
Blaue LEDs an den Servern signalisieren: alles in Ordnung. Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse
Das Google-Rechenzentrum in Hamina in Finnland war früher eine Papierfabrik. Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse
Jedes Server-Rack verfügt über vier Switches, die durch verschiedenfarbige Kabel angeschlossen sind. In allen Rechenzentren kommen dieselben Farben zum Einsatz, was die Orientierung vereinfacht. Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse
Ein Blick hinter die Server: Hier führen Hunderte von Lüftern heiße Luft von den Server-Racks in eine Kühleinheit ab, von der anschließend wieder kühle Luft zugeführt wird. Das grüne Licht stammt von den Status-LEDs der Server, die von der Vorderseite reflektiert werden. Bildquelle: Connie Zhou/Google Quelle: Presse

Mit Google Flights hat Google ein Thema auf den Weg gebracht, das Unternehmensgründer Larry Page besonders am Herzen liegt. Erst Anfang des Jahres sagte er gegenüber dem Magazin Fortune, dass er mit der Googlesuche eigentlich die komplette Reisebranche umkrempeln will. „Es wäre großartig ein System zu haben, dass einem regelrecht die gesamte Urlaubsplanung abnimmt. Es wüsste, was dir besonders gut gefällt, es würde das Wetter kennen, die Preise von Flugtickets und Hotels und all diese Dinge miteinander kombinieren“, sagte Page. Mit Google-Flights geht die Suchmaschine den ersten Schritt in diese Richtung. Eine „Hotel-Search“ wird wohl folgen.

Die neue Flugsuche ist aber nicht das einzige Thema im Bereich „Shopping“, in dem Google Veränderungen auf dem deutschen Markt plant. In Sachen „Einkaufen im Netz“ muss das Unternehmen lachlegen. Laut einer Erhebung des IT-Verbandes Bitkom kaufen inzwischen rund neun von zehn Internetnutzern online ein. Das entspricht 70 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren. Darunter shoppen 39 Prozent der Internetnutzer regelmäßig im Netz. Und dabei ist ihre erste Anlaufstelle nicht zwingend die beliebte Suchmaschine gewesen.

Vor allem Amazon steht mit dem Unternehmen von Larry Page und Sergey Brin auf Augenhöhe. Amazon hat sich mit Bücher, CDs und auch Elektrogeräten über die vergangenen Jahre mit mehr Umsatztraffic als bei Google zur ersten Adresse in diesem Bereich gemausert. Und auch Amazons Jahresumsatz liegt mit 48,1 Milliarden Dollar deutlich vor Google (37,9 Milliarden) und weit vor Facebook (3,7 Milliarden).

In Arbeit
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Google will nachlegen – auch in Deutschland. Zum einen mit der Veränderung bei der Google „Produktsuche“. Bereits im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass diese zu „Google Shopping“ wird.

Dadurch hat sich das Unternehmen eine neue Einnahmequelle geschaffen. Während die alte Produktsuche Kleidung, Bücher, Elektrogeräte und Co noch kostenfrei angepriesen hat, werden Online-Händler künftig für diesen Service zahlen müssen, sofern sie in der Google-Liste auftauchen wollen.

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