Google Die Pläne des Suchmaschinengiganten für 2015

New York hat seine Modewoche, San Francisco die Apple- und Google-Wochen. Ab Donnerstag buhlt zunächst Google um die Gunst der Entwickler und Verbraucher. Ein Ausblick.

Das ist Googles neues Hauptquartier
Google plant ein futuristisches Hauptquartier in Kalifornien unter gigantischen Glasdächern. Die zentrale Idee des Projekts sei Büroraum, den man frei umgestalten könne, erklärte der Internet-Konzern in einem Blogeintrag. Quelle: REUTERS
Innerhalb der langgezogenen Glaskuppeln sollen mehrstöckige Büroflächen nach Belieben umgebaut werden können – etwa wenn Teams für neue Produkte gebildet werden. Die Federführung bei dem Projekt haben der dänische Architekt Bjarke Ingels und der Brite Thomas Heatherwick. Quelle: REUTERS
Google wurde von den Gründern Larry Page und Sergey Brin einst in einer kalifornischen Garage gestartet. Aktuell sind die Google-Büros auf mehrere Gebäude-Komplexe in Mountain View verteilt, die früher von anderen Technologiefirmen genutzt wurden. Quelle: dpa
Wenn die nötigen Genehmigungen erteilt werden, sollen die ersten neuen Gebäude von Google am heutigen Sitz in Mountain View voraussichtlich zum Jahr 2020 fertig sein. Allerdings gibt es im Stadtrat von Mountain View einige Vorbehalte. So sagte ein Mitglied dem US-Sender ABC, man müsse die Folgen für den bereits starken Verkehr berücksichtigen und etwas gegen den Wohnraum-Mangel tun. Quelle: REUTERS
Google ist damit das nächste Schwergewicht der Online-Wirtschaft, das sich ein ambitioniertes neues Hauptquartier geben will. Apple baut bereits an einem riesigen kreisförmigen Gebäude in Cupertino, das Ende 2016 bezugsfertig sein soll. Quelle: REUTERS
Der Online-Händler Amazon plant in Seattle eine Zentrale in großen Glassphären, für das Entwürfe von dem renommierten Architekturbüro NBBJ stammen. Für Facebook entwarf der Stararchitekt Frank Gehry ein Haus mit bepflanztem Dach. (Foto: NBBJ) Quelle: dpa

Android oder iOS? Android Pay oder Apple Pay? Google Fit oder Apple Health? In den kommenden zwei Wochen werben Apple und Google bei ihren jährlichen Entwicklerkonferenzen um die Gunst der Programmierer. Mindestens 6000 werden jeweils in San Franciscos Moscone Konferenzzentrum erwartet.

Viele mussten für ihre Teilnahme bei einer Lotterie mitmachen. Gewinn: Die Chance, ein Ticket zu Preisen zwischen 900 Dollar (Google) und 1600 Dollar (Apple) kaufen zu können. Ein teures Vergnügen, zumal San Franciscos Hoteliers und AirBnB Vermieter Höchstpreise für Unterkünfte aufrufen. Google versüßt die Kosten durch das Verschenken von Hardware - in den Vorjahren waren es Chromebooks und Android Uhren.

Google in Zahlen

Beide Veranstalter versprechen Einblicke in ihre Strategien, potentielle Produkte und Einnahmemöglichkeiten. Aus ehemaligen Partnern sind erbitterte Konkurrenten geworden, die jeweils ihre eigenen Standards und Geschäftsmodelle durchdrücken wollen und dafür die Unterstützung der Entwicklergemeinde benötigen.

Den Auftakt für das große Schaulaufen macht Google am Donnerstag mit seiner zweitägigen Google I/0 Conference. Apple folgt am 8. Juni und belegt gleich eine ganze Arbeitswoche mit Veranstaltungen.

Offensive bei Google Cloud

Wie in den Vorjahren überlässt Google CEO Larry Page die große Bühne Sundar Pichai. Der 43jährige Produktchef, verantwortlich unter anderem für Android, Chrome und Google Apps,  ist neben Vertriebschef Omid Kordestani derzeit der einflussreichste Google Manager und wird als potentieller Nachfolger von Page gehandelt.

Erwartet wird, dass Pichai sich bei seiner Präsentation auf drei große Themen konzentriert. Zum einen, wie Google stärker in das Geschäft mit Unternehmen vordringen will. Google-Infrastrukturchef Urs Hoelzle deutete jüngst an, dass man beim Cloud Computing wesentlich aggressiver gegen Markführer Amazon Web Services vorgehen wolle und nicht nur wie üblich durch regelmäßige Preissenkungen, sondern durch das Offerieren besserer Sicherheit bei Abruf und Eingabe von Daten, gerade beim Einbinden von mobilen Geräten wie Smartphones. Entscheidend sind dabei neue Funktionen von Googles Android, dem mit 80 Prozent Weltmarktanteil dominierenden Betriebssystem für Smartphones und Tablets. Pichai wird einen Ausblick auf die neueste Version von Android - M - geben, das unter anderem Unterstützung für einen Fingerabdruckscanner enthalten soll, als Antwort auf Apples One Touch ID.

Damit einher geht Pichais zweites großes Thema - elektronische Zahlungslösungen und wie sie den Handel verändern. Nachdem Google seit Jahren mit mäßigem Erfolg versucht, seine digitale Zahlungslösung Google Wallet im Markt zu etablieren, soll nun Android Pay Schützenhilfe leisten. Als Verbündete wird Google Produktchef, so erwartet zumindest Merill Lynch Analyst Justin Post, dafür mit AT&T, Verizon und T-Mobile die drei größten US-Mobiltelefongesellschaften präsentieren.

Ähnlich wie bei Paypal sollen Händler Android Pay einfacher in ihre eigenen Apps integrieren können. Der Markt ist für Google zentral, um künftig bei Werbung nachweisen zu können, dass diese direkt zu Einkäufen geführt hat.

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