Google Hochdotierte Jobs werden häufiger Männern angezeigt

Benachteiligt der Google-Algorithmus Frauen? Männer bekamen bei einem Experiment deutlich häufiger Jobanzeigen mit hochdotierten Posten angezeigt als Frauen. Absicht unterstellen die Forscher aber nicht.

Das Logo von Google. Quelle: AP

Dass Google und andere Internetunternehmen sogenannte Webtracker nutzen, um die Bewegungen von Internetnutzern innerhalb des World Wide Webs zu verfolgen und auf deren Basis Profile zu erstellen, die wiederum für zielgerichtete Werbung genutzt werden, ist bekannt. Weniger bekannt ist, wie die gesammelten Informationen verwendet werden und welche Auswirkungen etwaige Unterschiede im Surfverhalten des Nutzers darauf haben, was Google ihn letztendlich sehen lässt.

Forscher der Carnegie Mellon University und des International Computer Science Institute haben eine Studie veröffentlicht, die darüber zumindest etwas Aufschluss gibt.

Was Google über Sie weiß

Mithilfe eines Programms, das die Forscher AdFisher tauften, simulierten sie mehrere Nutzer, die verschiedene Websites aufriefen, auf denen Anzeigen des Google-Werbenetzwerks DoubleClick ausgespielt wurden. Das Programm zeichnete die dabei ausgespielten Werbeanzeigen auf und berechnete dann, ob etwaige Unterschiede statistisch relevant sind.

Frauen sehen andere Stellenanzeigen als Männer

Insgesamt führten die Forscher 21 Experimente mit dem AdFisher durch. In einem wollten sie herausfinden, welchen Einfluss das Geschlecht auf die Jobanzeigen hat, die präsentiert werden.

So simulierten die Forscher eine Gruppe weiblicher und eine Gruppe männlicher Nutzer, die die 100 größten Webseiten besuchten, die Jobanzeigen ausspielen. Beide Gruppen umfassten 500 Nutzer. Ihr Surfverhalten war dabei identisch – sie suchten ausschließlich nach Jobs.

Die zehn teuersten Google-Käufe

Das Ergebnis: Wenn Google Nutzer für männlich hält, spielt es sechs Mal so oft Anzeigen für hochdotierte Posten aus (ab 200.000 US-Dollar) als für weibliche Nutzer. Männern zeigte Google 1852 solcher Anzeigen an, Frauen lediglich 318.

Neben den Werbeanzeigen untersuchten die Forscher die Einstellungen für Werbung. Unter folgendem Link können Nutzer, die mit ihrem Google-Account eingeloggt sind, einsehen, welches Geschlecht, Alter, welche Sprachen und Interessen der Google-Algorithmus ihnen zuordnet.

Um zu überprüfen, wie viel Transparenz die Einstellungen für Werbung wirklich zulassen und wie Google-Anzeigen und die Werbeeinstellungen auf das Nutzerverhalten reagieren, haben die Forscher eine Gruppe Nutzer simuliert, die Webseiten besuchten, die mit Alkohol- und Drogenmissbrauch verbunden sind. Eine ansonsten identische Kontrollgruppe simulierter Nutzer besuchte diese Webseiten nicht.

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