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Google Home und Amazon Echo Hey, Google – hörst du gerade mit?

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Die Angst vor großem Lauschangriff

Der Gründer des Hamburger Start-ups Protonet zieht sein Smartphone aus der Tasche und scrollt durch Dutzende Sprachdateien. Es sind die Protokolle seiner Gespräche mit Amazons Echo-Box, die automatisch zur Verbesserung der Spracherkennung gespeichert werden – und dazu noch einiges mehr.

So ist da beispielsweise zu hören, wie er mit einem Kollegen eine Reise nach Los Angeles bespricht. „Da haben wir nicht mit Alexa gesprochen“, sagt Jelveh. Trotzdem wurde ein Teil der Konversation mitgeschnitten.

Oft sind es nur Gesprächsfetzen von einigen Sekunden, doch genug um Jelvehs Misstrauen zu wecken. „Ich habe keine Kontrolle darüber, was von Amazon aufgenommen und wo es gespeichert wird“, kritisiert er.

FBI will sich nicht äußern

Laut Amazon werden Gespräche nur gespeichert, um die Spracherkennung zu verbessern, und können individuell gelöscht werden. Trotzdem hat nicht nur Jelveh Angst vor möglicher Überwachung. So haben US-Journalisten sogar schon das FBI gefragt, ob Amazon Echo zu Abhörzwecken genutzt würde. Die US-Fahnder wollten das weder bestätigen noch dementieren.

Datenschützer halten den Einsatz auch hierzulande für problematisch. „Ich sehe intelligente Sprachassistenten, die mit einem Mikrofon permanent ihre Umgebung belauschen, erst mal kritisch“, sagt Andrea Voßhoff, Bundesbeauftragte für den Datenschutz. Bedenklich sei vor allem, dass in der Regel nicht hinreichend transparent sei, wie die dabei erfassten Informationen genutzt und gespeichert würden. Es stehe jedem selbst frei, solche Systeme zu nutzen, sagt die Datenschutzbeauftragte. „Ich rate allerdings, eine solche Entscheidung gut zu überdenken“, betont Voßhoff und „den Komfortgewinn durch die Nutzung des Sprachassistenten gegen eine - jedenfalls theoretische - Rund-um-die-Uhr-Überwachung der Privatsphäre abzuwägen."

Protonet-Gründer Jelveh entwickelt daher ein alternatives Assistenzsystem namens Zoe. Unterstützt wird er vom US-Inkubator Y Combinator, aus dem auch schon Airbnb und der Cloudspeicherdienst Dropbox hervorgegangen sind. Per Crowdfunding hat Protonet zudem gerade 317 000 Dollar eingesammelt, Ende des Jahres soll das Gerät erhältlich sein.

„Zoe spioniert dich nicht aus“, verspricht Jelveh. Denn die Daten würden nur lokal verarbeitet. Dass hat noch weitere Vorteile: Die Steuerung von Licht oder Musik funktioniert auch dann noch, wenn die Internetverbindung mal streikt. „Es gibt keinen Grund, warum meine Daten einmal um die Welt fliegen müssen, bevor sie im Lichtschalter landen“, sagt Jelveh.

Für weitergehende Dienste wie das Bestellen von Pizza oder einem Taxi kommt aber auch Protonet nicht am Web vorbei. Doch die Daten sollen dabei verschlüsselt und nicht gespeichert werden. So zumindest das Versprechen.

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