Google Home und Amazon Echo Hey, Google – hörst du gerade mit?

Google und Amazon bringen neue Sprachsteuerungssysteme in die Wohnung. Doch die digitalen Helfer können zu Spionen werden.

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Der Mitbewohner der Zukunft sieht aus wie eine Mischung aus Salzstreuer, Blumenvase und Lautsprecher. Google Home heißt das Gerät, dessen ersten Prototyp der US-Konzern gerade präsentiert hat. Darin steckt eine digitale Assistentin, die helfen soll, den Alltag zu organisieren – einfach, indem der Besitzer mit ihr redet.

Auf Zuruf spielt sie Musik, schaltet das Licht im Kinderzimmer an, sagt Bescheid, dass ein Flug Verspätung hat und bucht daraufhin eine Restaurantreservierung um. Nebenbei beantwortet sie der Tochter noch Fragen zu den Spanisch-Hausaufgaben. Das Gerät soll im Laufe des Jahres in den USA auf den Markt kommen.

Google macht damit einen radikalen Schritt, um sein Kerngeschäft in die Zukunft zu führen. „Es reicht nicht mehr, den Leuten Links zu geben“, sagt Konzernchef Sundar Pichai. Stattdessen sollen sie konkrete Antworten auf ihre Fragen erhalten und gesuchte Produkte direkt geliefert bekommen.

Das steht im Kleingedruckten bei Amazon, Facebook und Co.
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Die dahinterliegenden Systeme zur Sprachverarbeitung seien nach einem Jahrzehnt der Entwicklung endlich so weit, wirkliche Unterhaltungen mit Maschinen zu ermöglichen, verspricht Pichai. Das ist auch eine Kampfansage an Apple, Microsoft und Facebook, die alle an eigenen Assistenten und Sprachsystemen arbeiten.

Amazon Echo - das nächste Milliardengeschäft?

Zunächst aber reagiert Google damit auf den Überraschungserfolg von Amazon. Ungewöhnlich offen würdigte Pichai sogar den Konkurrenten und gratulierte Amazon für die Pionierarbeit. Denn bereits 2014 hat Jeff Bezos ein ähnliches System auf den Markt gebracht, eine zylinderförmige Lautsprecherbox namens Echo. Auch damit können die Nutzer nach dem Wetter fragen, ein Taxi ordern und natürlich Waren bei Amazon bestellen.

Was Google über Sie weiß

Drei Millionen Exemplare der 180 Dollar teuren, bisher nur in den USA erhältlichen Geräte soll der E-Commerce-Riese bereits verkauft haben. „Echo könnte Amazons nächstes Milliardengeschäft werden“, sagt Scot Wingo, Chef der auf Onlinehandel spezialisierten Beratungsgesellschaft Channel Advisor.

Doch so praktisch und erfolgreich die neuen virtuellen Assistenten auch sind, haben sie auch ihre Schattenseite: Sie erwachen angeblich zwar erst, wenn Signalwörter wie „Alexa“ oder „Ok, Google“ fallen, hören dazu aber permanent mit. Droht der große Lauschangriff? Ali Jelveh ist jedenfalls misstrauisch geworden.

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