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Google "Indoor Maps" Wie das Einkaufen mit dem Smartphone funktioniert

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Rabatte via App

Wo Media Markt teurer ist
Digitalkamera Samsung PL210 Quelle: Presse
Festplattenrekorder Humax iCord Cable Media Markt: 379 Euro Günstiger Online-Anbieter: 322,66 Euro (Willisat) Preisunterschied in Prozent: 14,9 Quelle: Screenshot
Fernseher Toshiba 37SL833G Media Markt: 499 Euro Günstiger Online-Anbieter: 435 Euro (Völkner) Preisunterschied in Prozent: 12,8 Quelle: Pressebild
Smartphone LG P990 Optimus Speed Media Markt: 329 Euro Günstiger Online-Anbieter: 302 Euro (Notebooksbilliger.de) Preisunterschied in Prozent: 8,1 Quelle: Screenshot
Computer HP Pavilion p6-2037de Quelle: Screenshot
Samsung S22A300B Quelle: Presse
Waschmaschine Siemens WM 14 S 750 Quelle: Presse

13:35 Uhr: Pläne ändern, Rabatte sichern, Gutscheine einlösen

Der Einkaufsbummel führt aus dem Supermarkt zu den Modeboutiquen. Hell beleuchtete Auslagen, glitzerndes Schaufensterspektakel. Am spannendsten aber ist der Blick in das Handy. Dort stehen reihenweise Gutscheine bereit: Beim Jeansladen gibt es zehn Prozent Neukundenrabatt auf alles. Der Herrenausstatter wirbt für Maßanzüge – die Krawatte dazu gibt es gratis. Und das Café weiter hinten lockt mit einem Gratis-Espresso.

Lokal basierte Werbung nennen Marketingfachleute das. Anbieter wie das Kölner Couponing-Startup Coupies, die Düsseldorfer E-Plus-Werbetochter Gettings oder das soziale Netzwerk Foursquare aus den USA haben sich darauf spezialisiert.

Per Foursquare etwa können Nutzer ihren Freunden mithilfe sogenannter Check-Ins mitteilen, wo sie gerade sind. Dafür bekommen sie Punkte. Foursquare ist Spiel, sozialer Austausch – und eine nie da gewesene Werbeplattform. Das Unternehmen verkauft an mehr als 500.000 Unternehmen vorgefertigte Marketingkampagnen, um Nutzer der App zum Einkauf zu verleiten. Wer etwa besonders oft an einem Ort ist, bekommt dort Rabatte.

Bemerkenswert ist die Kampagne der Kemptener Tierfuttermarke GranataPet: Das Unternehmen stellte im vergangenen Jahr in München unter einem Werbeplakat einen Futterautomaten auf. Checkten sich Hundebesitzer dort per Smartphone via Foursquare ein, füllte sich eine Schale mit Trockenfutter. Zum Testfressen.

Ob Wetter, Verkehrsstau, Geburtstage von Freunden oder Nachrichtenlage: Smartphone-Werbung wird künftig exakt auf die Situation der einzelnen Konsumenten zugeschnitten. Das US-Startup ThinkNear, in das unter anderem Google investiert hat, will Passanten genau dann Werbung und Gutscheine für Cafés oder Boutiquen aufs Handy schicken, wenn dort gerade wenig Betrieb herrscht. Hotels wiederum sollen ihre Zimmer anpreisen können, sobald am Flughafen nebenan ein Flug ausfällt.

Ortsbezogenes Marketing

Die Kaffeekette Starbucks informiert in Japan sogar schon per Handy Passanten, wenn im Café gerade einer ihrer Freunde sitzt – und verführt sie mit Gratisangeboten, sich dazuzusetzen.

Dieses Marketing mit Ortsbezug wird auch in Deutschland immer wichtiger. Das größte Gutscheinnetzwerk Payback arbeitet an einer Plattform, mit der Partnerunternehmen ab Juni Coupons aufs Telefon verschicken können – passend zu den Interessen und der aktuellen Situation des Kunden: Scheint in Süddeutschland die Sonne, können Supermärkte noch am Samstagmorgen Gutscheine für Grillsteaks verbreiten, genau an die Nutzer, die in sonnigen Regionen unterwegs sind.

„Wir begleiten Konsumenten bald beim tatsächlichen Einkauf“, sagt Alexander Rittweger, Gründer von Payback und Chef des Mutterkonzerns Loyalty Partner in München. Er weiß: „Je genauer der Gutschein auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten ist, desto höher die Einlösequote.“ Während Payback-Nutzer heute nur jeden zehnten Papiergutschein einlösen, werde es auf dem Handy wohl jeder fünfte sein.

Wo all das hinführen kann, lässt sich in den knapp 1.000 Läden der US-Bekleidungskette Old Navy beobachten: Nutzer der App Shopkick erhalten dort beim Eintreten Treuepunkte und sammeln weitere, wenn sie die Barcodes bestimmter Produkte scannen. Die Punkte können sie später gegen Kinotickets oder Musikdateien einlösen. In den Läden der deutschen Modekette Six erwartet Kunden ein ähnliches Lockangebot: Sie müssen einen Armreif oder einen Ohrring fotografieren, der ihnen gefällt – und warten. Nach etwa einer Minute verrät die App Wynsh des Hamburger Startups WindoWin, ob ein Rabatt herausspringt. Der kann bis zu 50 Prozent betragen, gilt aber nur ein paar Minuten lang: Einkaufen für Schnellentschlossene.

Fachleute sprechen auch von Impulskäufen. Und genau die wollen die Marketingabteilungen der großen Konzerne mit vielen ihrer Kampagnen auslösen.

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