Google Maps Googles Kameras fahren wieder durch deutsche Städte

Googles Kamerawagen werden oft argwöhnisch beäugt. Nun schickt der Internetkonzern die Fahrzeuge erneut auf die Straße. Widerspruch ist dieses Mal jedoch zwecklos - die Bilder werden ohnehin nicht veröffentlicht.

Ein Kameraauto von Google fährt 2011 durch Berlin. Google ist seit dem 01.12.2014 wieder mit Kamerawagen in deutschen Städten unterwegs. Quelle: dpa

Google ist seit Montag wieder mit Kamerawagen in deutschen Städten unterwegs. Bei den Fahrten sollen Informationen für den Kartendienst Google Maps gesammelt werden. Dazu zählten „die richtigen Straßennamen, Straßenschilder, Streckenführungen und Informationen über Geschäfte und andere Orte“, hieß es in einem Blogeintrag. Die Bilder sollen nicht veröffentlicht werden.

Googles Kamerafahrten sorgten in der Vergangenheit für Aufregung. Die Bilder für den Straßenatlas Street View lösten bei vielen Menschen Sorgen um den Datenschutz aus. Das Unternehmen stellte schließlich eine Möglichkeit bereit, das eigene Haus in den Aufnahmen digital verwischen zu lassen. Diesmal gibt es diese Einspruchsmöglichkeit nicht - eben weil die Bilder nicht öffentlich gemacht werden sollen, erklärte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar am Montag.

Gute Alternativen zu Google
Wenn es in Deutschland um Web-Suche geht, steht der US-Konzern Google weit an der Spitze. Nicht umsonst sprechen viele auch von „googeln“, wenn sie etwas im Netz recherchieren. Auch zahlreiche andere Dienste des Unternehmens wie E-Mail, Textverarbeitung, Übersetzung oder Kartendienste sind weit verbreitet. Laut einer Statista-Umfrage wurde Google im September dieses Jahres für 94,8 Prozent aller Suchanfragen in Deutschland genutzt - ein Quasi-Monopol, welches das EU-Parlament gerne auflösen würde. Dabei existieren zahlreiche Alternativen für die Suche und auch die meisten anderen Google-Dienste. Hier eine Auswahl. Quelle: AP
SucheEs muss nicht immer Google sein, auch Microsofts Bing oder die Suchmaschine Yahoo liefern gute Suchergebnisse. Darüber hinaus gibt es zahlreiche kleinere Anbieter wie Blekko, Startpage, DuckDuckGo oder Qwant. Sie haben alle ihre eigenen Stärken – etwa Auflistung der Suchergebnisse nach Genre, anonyme Suche oder eine besonders gute Videosuche. Am Anfang kann der Umstieg aber gewöhnungsbedürftig sein. Quelle: dpa
BrowserWer Google aus dem Weg gehen will, sollte auch dessen Browser Chrome meiden. Der ist zwar flott und bietet durch Add-ons Möglichkeiten zum Datenschutz. Wer allerdings die Adresszeile nutzt, nutzt auch automatisch die Google-Suche. Als Alternative bietet sich Mozillas Firefox an. Dort muss aber im Suchfenster zunächst Google durch eine neue Standardsuchmaschine ersetzt werden. Auch der norwegische Browser Opera leistet gute Dienste. Quelle: dpa
KartenAls Alternative zum Platzhirsch Google Maps gibt es beispielsweise den offenen Kartendienst Openstreetmap. Auch Microsofts Suchmaschine Bing hat mit Bing Maps ein brauchbares Angebot, Nokia baut seinen Kartendienst Here immer weiter auf. Auch Apples in iOS und Mac OS-X integrierte Kartensoftware hat ihre Kinderkrankheiten mittlerweile überwunden. Quelle: AP
E-MailGerade beim E-Mail-Versand gibt es unzählige Alternativen zu Gmail. Vom Gratisanbieter bis hin zum bezahlten Konto bleibt kaum ein Anspruch unerfüllt. Große Anbieter wie Outlook.com bieten auch einen ähnlichen Funktionsumfang mit Kalender. Wer sichergehen will, dass die eigenen Mails nicht zu Werbezwecken analysiert werden, sollte sich für kleine Anbieter entscheiden, die Mails nicht nur verschlüsselt senden, sondern auch verschlüsselt speichern. Nur einige von vielen Beispielen dafür sind Posteo, Aikq, ProtonMail oder Startmail. Quelle: dpa
VideoYoutube ist riesig, doch auch andere Anbieter haben gute Datenbanken und eine aktive Teilnehmergemeinde. So zum Beispiel vimeo.com: Hier gibt es neben Amateurvideos auch zahlreiche Uploads von Künstlern und Musikern. Dailymotion aus Frankreich erinnert optisch stark an Youtube und bietet gut sortierte Themenkanäle. Kleines Plus: Hier werden viele Clips gezeigt, die bei Youtube aussortiert wurden. Wer sich besonders für Musik interessiert, sollte tape.tv ausprobieren. Quelle: REUTERS
DokumentensucheStatt Google Scholar für die Suche nach Forschungstexten zu nutzen, können Studenten auch Suchdienste wie BASE (Bielefeld Academic Search Engine) nutzen. Quelle: Screenshot

In den aktuellen Aufnahmen würden Gesichter und Kfz-Kennzeichen verpixelt. „Das Bildmaterial wird dauerhaft auch nur so gespeichert, dass diese Merkmale nicht wiederhergestellt werden können“, betonte der Datenschützer. Caspar ist für Google zuständig, weil das Unternehmen seinen Deutschlandsitz in der Hansestadt hat.

Außerdem habe Google erklärt, dass keine Informationen über WLAN-Netze erfasst würden, erklärte der Datenschützer. Caspar hatte seinerzeit die unerlaubte Datensammlung aus offenen drahtlosen Netzen durch die Kamerawagen aufgedeckt. Laut Google ging das auf den Fehler eines Mitarbeiters zurück.

Die Wagen mit den Kamera-Aufbauten sollen zunächst in Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, Dortmund, Duisburg, Essen, Bochum, Bremen, Hannover, Leipzig, Dresden, Nürnberg, Wuppertal und Bielefeld unterwegs sein. Im kommenden Jahr will Google die Autos auch in weitere Regionen Deutschlands schicken.

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