Gute Quartalszahlen Microsoft überrascht positiv – zumindest auf den ersten Blick

Der US-Softwaregigant bleibt ausweislich der gestern veröffentlichen Quartalszahlen auch weiterhin eine Profitmaschine. Die vermeintlich positiven Zahlen können die bestehenden Problemfelder aber nur dürftig kaschieren.

Die neuen Geräte mit Windows 8
Laptop oder Tablet-Computer? Was das IdeaPad Yoga 13 von Lenovo ist, hängt davon ab, wo Nutzer den Bildschirm hindrehen. Denn der lässt sich nicht nur im 90-Grad-Winkel aufstellen, sondern komplett umklappen. Im Vergleich zu Geräten wie dem iPad ist das IdeaPad jedoch relativ groß und schwer: Es misst 13 Zoll und wiegt 1,5 Kilogramm. Auch der Preis von rund 1300 Euro ist stattlich. Alternativ bietet sich das Lenovo Ideapad Yoga 11 (im Bild) an. Das Gerät ist mit seinem 11-Zoll-Bildschirm deutlich handlicher und mit 1300 Gramm auch etwas leichter. Kostenpunkt: 799 Euro. Quelle: dpa
Fliegender Wechsel: Das Vaio Duo 11 lässt sich mit einer Schiebebewegung vom Ultrabook zum Tablet verwandeln. Das flache, leichte und leistungsfähige Gerät hat allerdings seinen Preis: Sony vermarktet es ab 1200 Euro – auch für ein Ultrabook ist das nicht gerade günstig. Quelle: Sony
Premiere für Microsoft: Der Konzern beschränkte sich bislang auf die Rolle des Software-Lieferanten, jetzt bringt er mit dem Tablet-Computer Surface auch eigene Hardware heraus. Installiert ist Windows 8 RT, das für Geräte mit den stromsparenden ARM-Prozessoren konzipiert ist. In den USA kommt das Surface zu Preisen ab 500 Dollar auf den Markt, damit kostet ähnlich viel wie das iPad, bietet aber mehr Speicher. Doch es gibt Alternativen zum Microsoft-Flachmann. Quelle: Reuters
Ein klasisches Tablet hat auch Asus entwickelt, das VivoTab, das es mit WLAN wie auch mit UMTS-Anschluss gibt. Über ein verdecktes Scharnier lässt sich jedoch eine Tastatur mit Zusatz-Akku anschließen. In der günstigsten Version kostet das VivoTab rund 600 Euro, im Paket mit der Docking-Station 730 Euro. Auf diese Doppellösung sind auch andere Hersteller gekommen. Quelle: PR
Drehen, klappen, fertig: Das XPS 12 von Dell wird mit wenigen Handgriffen vom Ultrabook zum Tablet-Computer. Da es sich um ein vollwertiges Notebook handelt, ist nicht das abgespeckte Windows 8 RT an Bord, sondern die volle Version. Das Tablet-Notebook soll in Deutschland ab 1000 Euro kosten. Quelle: PR
Ein Konvertit ist der Ativ Smart PC von Samsung: Der Tablet-Computer lässt sich mit Fingergesten oder einem Stylus bedienen, wird aber mit einer Anstecktastatur zum Laptop. Der koreanische Konzern vermarktet eine ganze Reihe von Geräten unter dem Namen Ativ, darunter ein Smartphone mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone 8. Quelle: dpa
Ein klassisches Tablet ist das Elitepad 900 von Hewlett-Packard. Mit einen 10,1 Zoll großen Bildschirm ähnelt seine Größe dem iPad. Wer komfortabel damit arbeiten will, kann ihn mit sogenannten Smart Jackets erweitern, etwa um eine Tastatur oder einen Ständer mit diversen Schnittstellen und einem Zusatzakku. Zudem gibt es eine Docking-Station, die das Tablet zum zweiten Bildschirm eines PCs macht. Das Elitepad 900 kommt im Januar 2013 in den USA auf den Markt. Zum Preis hat sich HP noch nicht geäußert. Quelle: PR
Um sich von den vielen neuen Windows-Tablets abzuheben, hat sich Fujitsu etwas Besonderes ausgedacht: Das Arrows Tab, das es auch mit dem Android-System gibt, ist wasserdicht. Das Gerät kommt zunächst Anfang November in Japan auf den Markt. Quelle: PR
Ein Ultrabook mit Touch: Das Spectre XT Touchsmart von Hewlett-Packard ist ein konventionelles Notebook, das aber einen berührungsempfindlichen Bildschirm hat und so ein Navigieren mit den Fingern erlaubt. Für die schnelle Datenübertragung hat HP erstmals eine Thunderbolt-Schnittstelle integriert. In den USA kommt das Gerät für rund 1400 Dollar auf den Markt. Quelle: PR

Nach einer ganzen Reihe von Negativmeldungen hat Microsoft in der vergangenen Nacht erstmals wieder positiv überrascht: Die am Donnerstag nach US-Börsenschluss vorgelegten Zahlen fürs dritte Geschäftsquartal des Redmonder Softwaregiganten waren leicht besser als von den Börsianern erwartet.

So kletterte der Microsoft-Umsatz zwischen Januar und März dieses Jahres  um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 20,49 Milliarden Dollar, dies noch leicht unterhalb der Analysten-Vorhersage von im Schnitt 20,56 Milliarden Dollar.

Die Versionen von Windows 8

Beim von den Märkten besonders kritisch beäugten Gewinn pro Aktie hat Microsoft mit 0,72 Dollar die Erwartung von 0,68 Dollar jedoch übertroffen. Operativ haben die Redmonder einen Gewinn von 7,6 Milliarden Dollar eingefahren – ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Microsoft bleibt trotz aller Probleme also weiterhin eine Profitmaschine.

Am meisten überrascht hat Microsoft mit dem guten Abschneiden seines Windows-Geschäfts, zumindest auf den ersten Blick: So kletterte der Umsatz der Betriebssystemsparte im Jahresvergleich um 23 Prozent. Dies verwundert umso mehr, als das US-Marktforschungshaus IDC erst in der vergangenen Woche im PC-Markt für das erste Quartal 2013 einen Einbruch von fast 14 Prozent festgestellt hat – das größte jemals verzeichnete Minus seit Start der Marktbeobachtung vor fast 20 Jahren.

Windows 8 im Test - Schocktherapie für Nutzer
Flotter StartZum Start ein Fisch: Windows 8 startete in unserer virtueller Testumgebung auf einem aktuellen iMac innerhalb des Virtualisierungsprogramms Virtualbox binnen Sekunden. Der Fisch zeigt übrigens an, dass es sich um die Consumer-Vorschau-Variante des kommenden Windows-Systems handelt. Schon in der Beta-Version von Windows 7 kam der Kampffisch (Gattung Betta) zum Einsatz, aus der fertigen Version wird er verschwunden sein. Quelle: Screenshot
Wischen ist angesagt!Dann werden wir von einem schicken Login-Screen begrüßt. Nun gilt es bereits, sich dem neuen Windows-Paradigma zu nähern: Wischen statt klicken! Erst nachdem der Login-Screen mittels Wisch-Geste nach oben verschoben wurde, dürfen wir uns einloggen. Damit ist eine der beiden wichtigsten Gesten eingeführt: Das Wischen zum Scrollen von Inhalten. Die zweite wichtige Geste bei Windows 8 ist das einfach antippen einer Schaltfläche - der Doppelklick hat auf der Metro-Oberfläche ausgedient. Übrigens: Wer bei der Installation dem Wunsch von Microsoft widerspricht, sich einen Microsoft-Account für Windows 8 anzulegen, landet nach dem Start direkt auf der Metro-Oberfläche ohne den Login-Screen. Quelle: Screenshot
Kacheln statt FensterUnd dann das: Bunte große Kacheln statt Fenster. Auf einen Blick wird hier deutlich, warum Microsoft-Chef Steve Ballmer Windows 8 als die bislang “riskanteste Produktwette” von Microsoft bezeichnet. Windows 8 ist der bislang größte Traditionsbruch in der Geschichte des Windows-Systems, dessen Wurzeln bis in das Jahr 1983 zurückreichen. Windows 8 hat sich von Windows Phone 7 inspirieren lassen, damit es sich genauso mittels Touch-Gesten steuern lässt wie mittels Maus auf dem PC. Anwendungen (“Apps”) und Widgets wie das aktuelle Wetter werden als Kacheln dargestellt. Für jede installierte Anwendung hängt Windows 8 eine weitere Kachel auf dem Startbildschirm an. Vorsortiert wird dabei nicht - die Sortierung übernimmt der Nutzer. Quelle: Screenshot
Anwendungen im Metro-GewandEin Klick auf die Kachel Internet Explorer und wir landen in dem Microsoft-Browser in der Metro-Variante. Bislang gibt es nur eine Handvoll mit Windows 8 ausgelieferte Microsoft-Programme, die in dem Vollbild-Metro-Modus laufen. Unter anderem von Googles Webbrowser Chrome und Mozillas Browser Firefox sind Metro-Varianten angekündigt. Ältere Windows-Software sieht dagegen auch unter Windows 8 so aus wie immer - und lässt sich damit per Touch-Bedienung nach wie vor nicht vernünftig bedienen. Anderseits ist die Bedienung der Metro-Programme mit der Maus äußerst gewöhnungsbedürftig. Nachdem wir eine Webadresse in den Browser eingegeben hatten, ist die Adressleiste plötzlich verschwunden. Erst ein Klick auf den unteren Rand des Fensters bringt sie zurück - und das erst nach einigem Ausprobieren. Alternative: ein Rechtsklick. Quelle: Screenshot
Anfängliche Verzweiflung: Wo geht’s hier raus?Und wie kommen wir nun aus dem Internet Explorer wieder raus? Ein “X” ist nirgendwo zu finden. Die altebekannte Tastenkombination Alt+F4 funktioniert auch nicht. Also schnell gegoogelt. Fazit: Wie bei einem Tablet-Konzept üblich, lassen sich die Metro-Apps gar nicht mehr so einfach beenden. Sie laufen im Hintergrund weiter und werden nur noch ausgeblendet. Und wie blendet man die App nun aus? Bei der Touchbedienung wird von rechts in den Bildschirm gewischt, um die sogenannten Charms - so nennt Microsoft das dann auftauchende Menü - herbeizuzaubern. Doch wie geht das mit der Maus? Erst ein Demonstrationsvideo von Microsoft bringt die Erkenntnis: den Cursor nach ganz unten oder ganz oben links bewegen. Damit werden die Charms rechts (siehe Screenshot) aufgerufen - und damit die Schaltfläche “Start”, um auf die Metro-Oberfläche zurückzukehren. Generell funktioniert mit der Maus vieles anders als mit der Touch-Bedienung - und manches ist auch unnötig verwirrend. Quelle: Screenshot
Zurück zum GewohntenFast wie Windows 7 sieht dagegen der klassische Desktop aus. Zu ihm gelangt der Nutzer jederzeit über den Start-Bildschirm der Metro-Oberfläche. Hier lässt sich auch wie gewohnt das Dateisystem mittels Windows Explorer durchforsten. Auch ansonsten beruhigt den eingefleischten Windows-Fan hier endlich ein gewohnter Anblick: Im unteren Bereich ist immer noch die Taskleiste, in der links die laufenden Programme und rechts Systemicons wie Lautstärkeregler, Warnungen des Wartungscenters und ein Netzwerk-Symbol angezeigt werden. Quelle: Screenshot
Einfach drauf lostippenHaben Sie beim letzten Bild etwas bemerkt? Ganz wie Windows 7 sah der Desktop doch nicht aus. Was fehlt? Genau, der mit Windows 95 eingeführte Windows-Start-Button ist ersatzlos gestrichen worden. In der ersten nur an Entwickler gerichteten Vorschau von Windows 8 war er noch vorhanden. Wie kommt der Anwender nun an seine Programme? Die Antwort ist für alte Windows-Hasen sehr ungewohnt: einfach drauf lostippen. Das funktioniert elegant und superflink - allerdings nur von der Metro-Startfläche aus, nicht vom Desktop. Wie bisher lassen sich Verknüpfungen auf Programme aber auf den Desktop oder in die Taskleiste legen. Zum Start aller anderen Anwendungen führt nun aber kein Weg am Start-Bildschirm der Metro-Oberfläche vorbei. Quelle: Screenshot
Der Desktop lebt!Neben den neuen für Touch-Bedienung optimierten Metro-Apps lässt sich natürlich auch klassische Windows-Software auf Windows 8 installieren. Für unseren Test installierten wir Microsoft Office Professional Plus 2010 und Googles Webbrowser Chrome. Beim Einlegen der Office-CD bot uns Windows 8 an, die Setup-Datei ausführen. Installation und Betrieb der Office-Suit funktionierte problemlos wie unter Windows 7 gewohnt. Nachdem wir den Browser Chrome installiert hatten, informiert uns Windows 8 via Pop-Up-Fenster über eine “neue App zum Websites öffnen” und fragt, mit welchem Programm wir diese standardmäßig künftig öffnen wollen - Internet Explorer oder Chrome. Quelle: Screenshot
Krieg der WeltenMit dem Tablet lassen sich Anwendungen ohne Metro-Oberfläche natürlich nach wie vor nicht bequem bedienen - hier sind die Anwender auf neue Tablet-Apps angewiesen. Schon optisch unterscheiden sich die Metro-Apps und normale Windows-Anwendungen im Metro-Start-Menü deutlich voneinander. Die schicken Kacheln samt dynamisch eingeblendeten Informationen wie Anzahl der ungelesenen Mails gibt nur für die Metro-Apps. Auf dem Screenshot sehen Sie am linken Rand einige der neuen Metro-Apps (Musik, SkyDrive, Remotedesktop, die Finanzen-App und den Reader) und rechts die Icons der klassischen Windows-Software wie Office und Chrome. Quelle: Screenshot
Geschwindigkeit macht FreudeNach den anfänglichen Hürden macht Windows 8 vor allem durch eines Spaß: Die Geschwindigkeit. Schon mit Windows 7 ist es Microsoft erstmals gelungen, ein Windows herauszubringen, das sich insgesamt flotter und weniger schwerfällig als der Vorgänger Vista anfühlt - und damit auch auf älterer Hardware besser läuft. Mit Windows 8 scheint Microsoft das erneut zu gelingen. Unter denselben Bedingungen fühlte sich Windows in unserer virtuellen Umgebung auf dem Mac etwas flotter an als Windows 7. Besonders beim Bootprozess greift Microsoft tief in die Trickkiste, um ihn zu beschleunigen. So wird unter normalen Umständen auf eine Hardware-Erkennung beim Start verzichtet. Um auch auf Tablets mit ARM-Prozessor und wenig Arbeitsspeicher eine gute Figur zu machen, hat Microsoft Windows weiter strikt auf Geschwindigkeit und niedrigen Ressourcenverbrauch optimiert, was sich schon in der Beta-Version bemerkbar macht. Den hier im Bild gezeigte Taskmanager hat Microsoft gründlich überarbeitet. Er bietet nun übersichtlichere und besser aufbereitete Informationen. Unter dem Reiter “Prozesse” erfährt der Nutzer beispielsweise, welches Programm den Rechner wie stark belastet. Der Taskmanager trennt dabei sauber nach vom Anwender gestarteten “Apps” und Hintergrundprozessen. Quelle: Screenshot
Die Bürde des großen BildschirmsDie Kachel-Oberfläche Metro sieht schick aus - zumindest so lange sich die Bildschirmgröße im Bereich eines Tablets bewegt. Führten wir jedoch Windows 8 auf dem 27-Zoll-Bildschirm im Vollbildmodus aus, erschlugen uns die Kacheln. Auch die mitgelieferten Apps wie die im Bild zu sehende Börsen-Apps wirken auf großen Bildschirmen grotesk: so viel Platz und so wenige Infos - das soll die Windows-Zukunft sein? Das Konzept geht auf Smartphones mit Windows Phone 7 und vermutlich auch auf Tablets auf - für große Bildschirme eignet es sich aber nicht. Quelle: Screenshot
Mehr Sicherheit wagenSchon bislang gab es mit den Microsoft Security Essentials einen kostenlosen Virenschutz von Microsoft - für alle, die ihn nachinstallierten. Mit Windows 8 ist der nun ab Werk dabei. Die Sicherheitsfunktionen der Security Essentials hat Microsoft in den bereits bei Vista und Windows 7 vorhandenen Windows Defender gepackt. Damit ist Windows 8 nach der Installation bereits zumindest gegen bekannte Schadsoftware gewappnet. Eine Heuristik, die auch bislang unbekannte Malware erkennt, fehlt dem Windows Defender dagegen. Standardmäßig prüft Windows jede Datei, die auf dem System aufgeführt wird und warnt, falls sie Microsoft nicht bekannt ist. Aus dem Vista-Desaster hat Microsoft gelernt: Windows 8 behelligt den Nutzer noch weniger mit Warnungen als Windows 7. Vor dem Ausführen von Exe-Dateien wird nicht mehr generell gewarnt und auch wegen fehlendem Virusschutz schlägt nun das Wartungscenter nicht mehr Alarm - schließlich ist der inzwischen an Bord. Quelle: Screenshot
Gestörte Wolken-VerbindungAuch Microsoft zieht es in die Cloud: Dateien können auf dem Microsoft Sky-Drive im Internet abgelegt werden und sind dann somit auf allen Geräten verfügbar und immer synchron. Im unseren Test funktionierte Syk-Drive unter Windows 8 allerdings nicht - die lapidare Fehlermeldung über Stunden hinweg: “Leider ist ein Problem aufgetreten. Versuchen Sie es bitte noch mal.” Quelle: Screenshot
FazitWindows-Nutzer müssen sich mächtig umgewöhnen. Die Metro-Oberfläche ergänzt die klassische Oberfläche des System nicht nur, sondern ersetzt sie teilweise - beispielsweise beim Start-Menü. Und nach dem System-Start führt an Metro kein Weg vorbei. Mindestens ein Klick braucht der Liebhaber des klassischen Windows, um von der neuen Oberfläche zum Desktop zu gelangen - und dort findet er dann nicht einmal mehr den inzwischen so vertrauten Windows-Start-Button. Bei der Bedienung fällt jederzeit auf, dass Microsoft mit Windows 8 einen Spagat zwischen PC- und Tablet-Welt versucht, der eigentlich nur misslingen kann. Nicht alles ist dabei ohne Reiz. Das schlichte Eingeben des Programmnamens beispielsweise geht definitiv schneller von der Hand als das Durchklicken durch das Windows-Start-Menü. Den Wegfall des Menüs sollte sich Microsoft dennoch gut überlegen. Derzeit gibt es zum Beispiel keine komfortable Methode, die altbekannten Systemeinstellungen aufzurufen, um beispielsweise Anwendungen zu deinstallieren. Insgesamt will Windows 8 zu viel. Der alte Windows-Desktop ist für Tablets ohne Tastatur und Maus völlig ohne Wert. Da hilft selbst die virtuelle Tastatur nicht, denn die kleinen Schaltflächen klassischer Windows-Software sorgen bei Touch-Bedienung für Dauerfrust. Die neue auf Tablets optimierte Metro-Oberfläche andererseits ist mit den klassischen Eingabegeräten des PCs eher nervend: Um aus einer Metro-App herauszukommen, muss die Maus jedes Mal in die obere oder untere Ecke gefahren und dann ein rechts erscheinender Button gedrückt werden. Da ist das klassische X oben rechts im Fenster eben doch praktischer. Für klassische PC-Nutzer spricht momentan nicht viel dafür, sich auf Windows 8 zu freuen. Tatsächlich ist das kommende Windows derzeit vor allem eine Wette auf die Zukunft des Tablets. Quelle: Screenshot
Machen Sie sich selbst ein Bild! Wer Windows 8 selbst ausprobieren möchte, kann ein ISO-Image der Consumer-Preview kostenlos bei Microsoft herunterladen. Das ISO-Image lässt sich dann in einer virtuellen Umgebung des kostenlosen Programms Virtualbox gefahrlos ausprobieren. Da es sich um eine Vorschau-Version mit zahlreichen Fehlern handelt, sollte das System auf keinen Fall abseits einer virtuellen Umgebung auf einem Produktiv-System installiert werden. Laut Microsoft eignet sich jeder PC zum Ausprobieren von Windows 8, der auch für Windows 7 geeignet ist. Bei einer virtuellen Installation beispielsweise unter Virtualbox muss zusätzlich darauf geachtet werden, dass für beide Systeme gleichzeitig genug Arbeitsspeicher vorhanden ist. Windows 8 lief in unserem Test problemlos, nachdem wir dem System 2 Gigabyte Arbeitsspeicher zuwiesen. Quelle: Screenshot

Mehr noch: Auch die jüngsten Zahlen zur Umstiegsrate auf Windows 8, den erst im vergangenen Oktober gestarteten jüngsten Aufguss von Microsofts Betriebssystem-Klassiker, waren negativ. So laufen ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung erst 3,2 Prozent aller Rechner mit Windows 8. Vorgänger Windows 7 hatte im gleichen Zeitraum bereits einen zweistelligen Marktanteil.

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Einen Grund für die Diskrepanz liefert Microsoft selber: So hat der Softwarekonzern das neue Betriebssystem bis Ende Januar zu Sonderkonditionen verkauft und hatte spezielle Upgrade-Optionen auf Windows 8 im Angebot. Unter Berücksichtigung jener Effekte sei der Umsatz die Umsatzentwicklung in der Windows-Sparte flach – sprich nur auf Vorjahresniveau.

Damit bleiben die Herausforderungen für Microsoft trotz eines leichten Zwischenaufatmens bestehen: Der Konzern muss schnellstmöglich die offensichtlichen Akzeptanzprobleme mit Windows 8 lösen. Und mehr noch als das alsbald Antworten auf den Wandel der IT-Industrie weg von herkömmlichen Rechnern hin zu Smartphones und Tablets finden – sonst droht in wenigen Jahren ein massiver Bedeutungsverlust des einstmals Monopol-artig dominierenden Unternehmens.

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