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Hackerangriff auf Bundestag Parlament ohne Schutz

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Schwachstelle könnten alte Systeme sein


Wer steckt hinter dem Angriff?

Noch haben die Ermittlungsbehörden keinen Täter ausfindig gemacht. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hält es für möglich, dass ein anderer Staat hinter der Attacke steckt. Er habe die Sorge, „dass es sich um einen Cyberangriff eines ausländischen Nachrichtendienstes handelt“, sagte Maaßen am Donnerstag bei einer Cybersicherheit-Konferenz in Potsdam. Der Verfassungsschutz habe den Bundestag am 12. Mai auf den Angriff aufmerksam gemacht. Seine Behörde sei nicht in die Aufklärung des Vorfalls eingebunden, sagte Maaßen.

Zuletzt wurde immer wieder darüber spekuliert, der Angriff sei von Russland aus durchgeführt worden. Für Bitkom-Experte Fliehe steht zum jetzigen Zeitpunkt lediglich fest, dass der komplexe Angriff langfristig geplant worden ist. „Der Kreis möglicher Täter ist groß und reicht von der organisierten Kriminalität bis hin zu ausländischen Geheimdiensten.“

Bundesinnenminister Thomas de Mazière (CDU) hat dem dem Bundestag am Freitag die Hilfe des Verfassungsschutzes angeboten, der für die Spionageabwehr zuständig ist. Darüber entscheiden müssten aber die Abgeordneten, sagte de Mazière. Besonders Parlamentarier aus der Opposition haben Vorbehalte dagegen, den Verfassungsschutz einzubeziehen, da sie fürchten, der Inlands-Geheimdienst könne etwa unberechtigt Abgeordneten-Mails lesen.

Wie groß sind die Sicherheitslücken im Bundestag?

Wie sicher die Systeme des Parlaments sind, ist umstritten. Bitkom-Experte Fliehe meint, der Bundestag habe „bereits heute ein sehr gutes Sicherheitsnetz, in das viel Geld investiert wurde“. Angriffe auf die Systeme des Parlaments würden sich wohl nicht verhindern lassen. „Die Bundestagsverwaltung kann nur versuchen, noch bessere Sensoren zu verwenden, um Gefahren schnellstmöglich zu erkennen und auszuschalten.“

 

Welche Sicherheitsmaßnahmen die Unternehmen verstärken

IT-Sicherheitsexperten halten es jedoch für plausibel, dass die Schwachstelle vor allem in den veralteten Computersystemen des Parlaments liegt. Noch im Februar 2014 liefen drei Viertel aller Rechner im Bundestag mit dem Uralt-Betriebssystem Windows XP. Dabei hatte selbst Hersteller Microsoft seit langem vor den Sicherheitsproblemen der im Jahr 2001 auf den Markt gebrachten Software gewarnt, um die Nutzer zum Umstieg auf neuere Systeme zu bewegen. Im April des vergangenen Jahres stoppten die Redmonder schließlich offiziell den Support für Windows XP.

 

Zwar lief zu jenem Zeitpunkt ein großes IT-Projekt zur Umstellung der Rechner auf Windows 7, das offiziellen Angaben zufolge Ende Januar dieses Jahres beendet sein sollte. Doch offenbar lief die Erneuerung schleppender als gedacht: Mitte Dezember berichtete das „Handelsblatt“ über Kosten für verlängerten Windows-XP-Support in Höhe von knapp 120.000 Euro – für den IT-Fachdienst „Heise“ damals ein Indiz dafür, dass der Bundestag bei der Umstellung von Windows XP auf moderne Versionen hinterherhinkt.

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In der Tat: Die Bundestagsverwaltung hätte Mitte Dezember wohl kaum die verlängerte Wartung gekauft, wenn die Systeme knapp sechs Wochen später fertig gewesen wären. Mehr noch: Wenn auf den Rechnern der Parlamentarier Windows XP lief, spricht vieles dafür, dass auf den Server-Computern alte Server-Betriebssysteme wie Windows 2000 oder 2003 im Einsatz waren – und eben jene weisen nach Meinung von IT-Security-Experten solche Sicherheitslücken auf, wie sie jetzt aufgetreten sind. „Angeblich sollte die Migration aller XP-Rechner im Bundestag erst bis Ende 2015 abgeschlossen werden“, sagt Sicherheitsexperte Trost. „Dabei können Hacker in XP viel leichter eindringen als in neuere Windows-Varianten.“ Laut Trost kommt das gesamte Umstellungsprojekt im deutschen Parlament mindestens zwei Jahre zu spät – dabei habe Microsoft lange für die wachsenden Probleme getrommelt: „Das hat man total verschlafen.“

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