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Hackerangriff Weiterer Datenklau bei Sony

Sony entdeckt einen zweiten Hacker-Angriff. Unter den 25 Millionen Betroffenen sind auch viele Deutsche und diesmal wurden auch sensible Kontodaten entwendet.

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Noch mehr Kunden sind vom Quelle: REUTERS

Die Datenpanne beim Unterhaltungsriesen Sony nimmt immer größere Ausmaße an. Nur eine Woche nach dem gigantischen Datendiebstahl bei Sony ist die Attacke auf einen weiteren Dienst des japanischen Konzerns bekannt geworden. Betroffen sind diesmal rund 24 Millionen Kunden einer Plattform für Online-Spiele am PC, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Der Angriff ereignete sich bereits wenige Tage vor dem Diebstahl von bis zu 77 Millionen Daten beim Netzwerk der Spielkonsole PlayStation und beim Musik- und Videodienst Qriocity.

Krisenmanagement von Sony „völlig inakzeptabel“

Die Bundesregierung reagierte empört auf das „völlig inakzeptable“ Krisenmanagement des Konzerns. „Weder gibt es eine Hotline, an die Kunden sich wenden können, noch erfährt der Nutzer auf den Webseiten des Konzerns schnell und verständlich, wie er sich als Betroffener jetzt verhalten sollte“, erklärte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner. Sony müsse schnell und konkret für Aufklärung sorgen.

Bekannt wurde der Angriff auf den Online-Spiele-Dienst erst im Zuge der Ermittlungen zur ersten Datenpanne. Die Server für den Dienst Sony Online Entertainment (SOE) seien zwar vorher schon untersucht worden, hieß es bei Sony. Der Angriff sei aber so gut getarnt gewesen, dass er bei der ersten Untersuchung nicht entdeckt worden sei, sondern erst bei einer „tiefgehenden Revision“.

Die Täter drangen demnach am 16. und 17. April in die SOE-Datenbank ein - also kurz vor dem Angriff auf das PlayStation Network (PSN) und Qriocity. Die Eindringlinge verschafften sich den Angaben zufolge die Daten von 12 700 Kreditkarten und 10 700 Bankkonten. Diese stammten aus einer „veralteten“ Datenbank von 2007, hieß es. Betroffen sind Kunden aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Spanien.

Der SOE-Dienst wurde sofort vom Netz genommen. Hier können PC-Spieler gegeneinander im Netz antreten, etwa in einem Rollenspiel wie „EverQuest“. Zu den entwendeten Daten der SOE-Kunden gehören auch Name, Adresse, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und Telefonnummer.

Sony hatte sich erst am Wochenende bei den Kunden von PlayStation Network und Qriocity entschuldigt. Bei der zunächst bekanntgewordenen Attacke auf diese beiden Dienste ging es weltweit um 77 Millionen Nutzerkonten, davon 32 Millionen in Europa. Ob bei PlayStation Network und Qriocity auch Kreditkarten-Informationen gestohlen wurden, ist noch nicht eindeutig geklärt. Sony-Sprecher Patrick Seybold wies im PlayStation-Blog Berichte zurück, wonach die Täter dem Unternehmen angeboten haben sollen, Kreditkartendaten zurückzukaufen.

Die Passwörter der Kunden seien zwar nicht verschlüsselt gespeichert worden, aber auch nicht im Klartext entwendet worden - vielmehr seien sie mit einer sogenannten kryptologischen Hash-Funktion verschleiert worden. Dies ist weniger sicher als eine umfassende Verschlüsselung. Über das PlayStation-Netzwerk können Nutzer dieser Spielkonsole miteinander spielen, chatten, Filme ansehen oder Software einkaufen. Unter dem Namen Qriocity vertreibt der Konzern Musik und Videos.

Mit Ungeduld und Wut reagierte die Spieler-Community auf die Ausweitung der Datenpanne bei Sony. Wie Anleger die Ereignisse bewerten, bleibt abzuwarten: Die Tokioter Börse bleibt wegen mehrerer Feiertage bis einschließlich Donnerstag geschlossen. Auch Investoren zeigten sich jedoch erbost über das Krisenmanagement des Konzerns - einige fordern bereits den Rücktritt von Konzernchef Howard Stringer, der sich bislang gar nicht zum Daten-Klau geäußert hat. Am Sonntag schickte er die Nummer zwei im Konzern, seinen potenziellen Nachfolger Kazuo Hirai, vor die Presse, damit dieser sich für die Panne entschuldigte.

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