Hamburg will Vorreiter werden Kostenloses WLAN in der Innenstadt

In Bücherhallen, Cafés oder Hotels können Nutzer in Hamburg schon heute drahtlos ins Internet gehen. Nun hat der Senat mit privaten Anbietern eine Initiative für den flächendeckenden WLAN-Ausbau gestartet.

Wlan für alle in der Innenstadt, das soll es in Hamburg bald flächendeckend geben. Quelle: dapd

Überall in der City kostenlos im Internet zu surfen - in Hamburg soll das mit einem neuen WLAN-Angebot bald möglich sein. Der Senat will in Kooperation mit öffentlichen Einrichtungen spätestens ab 2016 in der Innenstadt einen flächendeckenden drahtlosen Internet-Zugang anbieten, wie das „Hamburger Abendblatt“ am Montag berichtete.

Neben der Telekom und Kabel Deutschland, die bereits teils kostenfreie Zugänge bieten, wolle nun auch der Anbieter willy.tel mehrere Millionen Euro in den Netzausbau investieren. „Wir warten nur noch auf die Genehmigung. Wir könnten sofort loslegen“, sagte willy.tel-Geschäftsführer Bernd Thielk der Zeitung. Das zur Thiele Unternehmensgruppe gehörende Unternehmen erhoffe sich von dem Engagement einen großen Werbeeffekt.

Von einem dauerhaft kostenfreiem WLAN in der Innenstadt profitierten Touristen und Hamburger gleichermaßen, sagte der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Hansjörg Schmidt der Zeitung. Neben kommerziellen Anbietern sollen dem Bericht zufolge auch die privaten Freifunker, an denen auch der Chaos Computer Club (CCC) beteiligt ist, in den Ausbau eingebunden werden.

Die Hochbahn stehe für eine WLAN-Versorgung der U-Bahn-Haltestellen in Verhandlungen mit dem Norderstedter Unternehmen Wilhelm Tel, das mit dem eigenständigen Unternehmen willy.tel kooperiere.

So sind wir im mobilen Internet unterwegs
1. Killer-App Nachrichten Sechs von zehn Smartphone-Besitzern fragen am Handy Nachrichten, Wetterinformationen oder Blogs ab. 40 Prozent nutzen Soziale Netzwerke, 30 Prozent kaufen via Smartphone ein. Nur jeder Zehnte twittert via Telefon. Quelle: dpa
2. Flut durch Bilder Nur jeder fünfte Mobilfunkkunde schaut auf seinem Handy Videos an. Dennoch verursachen diese 20 Prozent aller Nutzer mehr als 50 Prozent des gesamten mobilen Datenverkehrs in Handynetzen. Quelle: AP
3. Europa beim Tempo im Mittelfeld Knapp die Hälfte der aufgerufenen mobilen Internet-Seiten in Europa sind in weniger als 20 Sekunden geladen. Deutlich schneller ist das mobile Web in Asien (nur 41 Prozent der Downloads brauchen mehr als 20 Sekunden), wesentlich langsamer ist es in Nordamerika (69 Prozent benötigen 20 Sekunden und mehr). Quelle: dpa
4. Run auf Android-Apps Besitzer von Android-Smartphones und Tablets laden mit rund 7,5 Megabyte fast eineinhalb mal mehr Daten aus den App-Stores als Mobilfunkkunden mit iOS-Geräten. Quelle: rtr, Montage
5. Aktive Apple-OnlinerDafür nutzen Benutzer von iPhones und iPads die Geräte deutlich intensiver im mobilen Internet. Sie laden mit gut 33 Megabyte (iPad) beziehungsweise 12,9 Megabyte (iPhone) pro Tag zweieinhalb bis gut als dreimal so viele Daten auf ihre Geräte wie Besitzer von Android-Tablets und Smartphones. Quelle: dpa
6. Mobiler Zeitvertreib Die beliebtesten mobilen Smartphone-Spiele sind "Words with Friends" (gespielt von 40 Prozent der Smartphone-Besitzer), "Temple Run" (20 Prozent), "Angry Birds" (15 Prozent), "Bejeweled" (10 Prozent) und "Solitaire" (10 Prozent). Quelle: Presse
7. Spiel mit Worten Mehr als ein Drittel des durch die Top-Fünf-Spiele verursachten Datenvolumens stammt von "Words with Friends", je etwa 20 Prozent von "Temple Run", "Bejeweled" und "Solitaire". Quelle: Presse

Ein rechtlicher Knackpunkt bei der öffentlichen WLAN-Versorgung bleibt laut „Hamburger Abendblatt“ aber die unsichere Rechtslage. So sieht die sogenannte Störerhaftung in Deutschland vor, dass Netzanbieter bei einem Missbrauch selbst dafür haften, etwa wenn von einem Nutzer Daten illegal heruntergeladen werden.

„Es gibt sonst kaum ein Land mit dieser Regelung“, sagte CCC-Mitglied Michael Hirdes. „Wenn wir nicht abgehängt werden wollen, gibt es nur eins: Die Störerhaftung muss weg.“ Vergangenen Freitag lehnten CDU und SPD im Bundestag einen entsprechenden Antrag von Grünen und Linken jedoch ab.

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