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Handysucht Der ewige Blick aufs Smartphone

Das Smartphone ist immer dabei. Man tippt, spielt und telefoniert - manchmal starrt man aber auch einfach nur darauf. Wie Deutsche ihr Handy nutzen und wann sie süchtig sind.

Wann ist der Umfang des Mobiltelefon-Konsums nicht mehr normal? Diese Frage ist für die Wissenschaftler nur schwer zu beantworten. Das Nutzen eines Smartphones ähnelt aber offenbar häufig dem eines Glücksspielautomaten – deswegen wird das Telefon so oft angeschaltet. Ein übermäßiger Konsum kann zur Vernachlässigung wichtiger Aufgaben oder des direkten sozialen Umfelds führen. Quelle: dpa
Dem Wiesbadener Verein Suchtmittel zufolge nutzen Menschen ihr Handy in Momenten, in denen sie sich einsam fühlen. Auslöser können Lärm, Unterhaltungen oder bereits der Fernseher sein: Indem der Kontakt mit einem anderen Menschen gesucht wird, vermeiden sie eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Gleichzeitig findet aber auch kein direkter Kontakt statt. Auch in Momenten, in denen der Mensch unproduktiv ist, wird zum Telefon gegriffen. Wie die meisten Süchte führt die Handysucht in die Isolation. Quelle: dpa
Typisch für Smartphone-Süchtige: Das Telefon bleibt 24 Stunden am Tag an. Die Angst, ein Gespräch oder eine Nachricht zu versäumen, ist zu groß. Der Nutzer fürchtet sich vor dem Ausschluss von seinem sozialen Netzwerk. Quelle: dpa
Kontrolle ist bei Jugendlichen trotzdem keine gute Idee. Das zumindest sagt Heinz Thiery von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). "Man soll keine Vorgaben machen, die man nicht ernsthaft kontrollieren kann", so der Leiter der bke-Online-Beratung. Jugendliche würden ihre Smartphones immer bei sich tragen, so dass die Eltern darauf keinen Zugriff haben. Er empfiehlt feste handyfreie Tage. Quelle: dpa
Besaßen 2009 nur 6,3 Millionen Menschen ein Smartphone, waren es 2012 bereits 31 Millionen Nutzer in Deutschland. Damit besitzen mehr als die Hälfte aller Mobilfunkbesitzer ein Smartphone. Rund 34,6 Millionen Nutzer haben sich 2013 ein neues Mobiltelefon gekauft. Quelle: dpa
Am häufigsten nutzen die Deutschen ihr Smartphone abends. Mehr als 70 Prozent schauen auch nach 20 Uhr noch auf ihr Handy. Gerade einmal sechs Prozent checken Nachrichten morgens um 6 Uhr. Mittags sind es rund 40 Prozent. Drei Viertel der Nutzer sagen: Ohne mein Mobiltelefon verlasse ich nie das Haus. Quelle: dpa
In einer Studie hat die Universität Bonn das Telefonverhalten von 50 Studenten untersucht. Jeder vierte Teilnehmer nutzte sein Mobiltelefon mehr als zwei Stunden am Tag. Im Schnitt aktivierten sie 80 Mal täglich ihr Telefon – tagsüber durchschnittlich alle zwölf Minuten. Bei einigen Probanden fielen diese Zahlen gar doppelt so hoch aus. Quelle: dpa
Die Studie zeigt: Nur acht Minuten telefonierten die Nutzer täglich. Und das bei einer täglichen Smartphone-Nutzung von zwei Stunden. Zudem schrieb jeder Nutzer gerade einmal 2,8 SMS. Quelle: REUTERS
Mehr als die Hälfte der Zeit nutzten die Probanden Messenger und Soziale Netzwerke. Am häufigsten öffneten die Nutzer WhatsApp - einem Programm zum Austausch von Textnachrichten. Danach folgten verschiedene Spiele und Facebook. Einige spielten mehrere Stunden am Tag. Quelle: dpa
Um das Nutzerverhalten zu überprüfen, hat die Universität Bonn eine App entwickelt. Die Anwendung Menthal zeichnet auf, wie viel Zeit der Nutzer täglich mit seinem Telefon verbringt und welche Anwendungen er am häufigsten verwendet. Die Android-App gibt es kostenfrei im Google Play Store. Teile der Daten werden anonymisiert an die Universität Bonn übermittelt. Auf Basis dieser wollen die Wissenschaftler weiter forschen. Quelle: dpa
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