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Hasso Plattner SAP könnte mit Hana millionenfach Erbgut analysieren

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"Wir liefern die Grundlagen"

Der SAP-Mitbegründer und Kunst-Sammler, Hasso Plattner. Die einen kennen ihn als charismatischen Unternehmer, andere schätzen den ehrgeizigen Segelsportler. Wissenschaftler, Denkmalschützer und Künstler verbinden mit Plattner den großzügigen Mäzen, der Millionen seines Privatvermögens der Gesellschaft vermacht. Quelle: dpa


Was geht in diesem Bereich schon über das Charité-Projekte hinaus?
„Wir arbeiten mit einer Reihe von Firmen zusammen. Eine, die ich persönlich kenne, ist "Molecular Health" aus Heidelberg. Sie bietet Ärzten ein genombasiertes Analyse- und Beratungssystem für Tumorbehandlung an. Dieses System ist allerdings unheimlich langsam. Wir können es mit Hana enorm beschleunigen. Und unser Prototyp zeigt bereits, dass wir dieser Firma hoffentlich helfen können, ein sehr interessantes System auf den Markt zu bringen. Wir integrieren deren Bibliotheken in Hana und vereinfachen Programmierschritte. Diese Plattform stellen wir dann auch anderen Unternehmen und Instituten zur Verfügung, Forschungs- oder Pharmafirmen zum Beispiel. Interessenten gibt es viele. Wir liefern die Grundlagen. Ihre Anwendungen auf dieser personalisierten Genom-Datenbank müssen diese Unternehmen selbst bauen - dafür fehlt uns ja das medizinische Wissen.“


Haben Sie ein aktuelles Hana-Beispiel weit weg von der Medizin?
„Zum Beispiel "intelligentes" Bohren für Erdöl- oder Erdgasfirmen. Während der Bohrer arbeitet, wird mit Hilfe von Hana in Echtzeit über Sensoren ständig gemessen. Die Geologen errechnen aus Vibrationen, in welchem Gestein sie sich gerade befinden. Wenn sie alle Sensordaten schnell genug auswerten und miteinander kombinieren, können sie sogar vorhersehen, auf welches Gestein sie bald stoßen werden. Wir haben ein Projekt mit einer der großen Erkundungsfirmen der Welt, um diese Daten mit Hana aufzunehmen und permanent zu errechnen, auf welches Gestein der Bohrer treffen kann. So kann man unter anderem verhindern, dass er sich festfrisst, was enorm teuer ist.“


Und ein Beispiel aus Deutschland vielleicht noch?
„Ein bekanntes großes deutsches Automobilunternehmen plant für alle seine Modelle die Fertigung der Motoren. Das ist ein Jahresplan, dessen Berechnung heute 75 Stunden dauert. Wir haben dies mit Hana beschleunigt auf fünf oder sechs Sekunden. Die Frage ist nun, was man intelligent damit macht, wenn etwas so unendlich viel schneller geht, dass es in Dialogzeit stattfindet. Simulationsläufe wären eine Idee. Viel mehr Flexibilität bei der Planung und Auslastung von verschiedenen Motorenwerken. Ich denke, das Potenzial ist gewaltig. Aber die richtigen Ideen muss natürlich der Autohersteller haben.“

In Arbeit
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Wenn Sie noch einmal zurückkönnten, was würden Sie anders machen?
„Also wenn ich noch einmal von vorne anfangen würde, dann würde ich mir vielleicht auch überlegen, dass Anwendungen für Konsumenten im Moment viel populärer sind als industrielle Anwendungen. Anwendungen an vorderster Front, wie wir sie heute zum Beispiel bei Apple finden: Internet-TV, mobile Anwendungen, Spiele. Diese Firmen werden an der Börse sehr hoch bewertet, weil sie einfach mehr Nutzer haben.“


Sie sind mit jetzt 69 Jahren als einziger SAP-Mitgründer noch im operativen Geschäft. Haben Sie Kriterien, wie lange Sie bleiben?
„So lange ich Einfluss, Erfolg und Spaß habe. Wenn ich keinen Erfolg hätte, wäre ich schon längst weg.“

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