Highspeed-Internet Für wen sich LTE lohnt – und für wen nicht

Long Term Evolution, so heißt das superschnelle Mobilfunknetz. Doch nicht jeder Anbieter liefert wirklich Hochgeschwindigkeit aufs Smartphone. Worauf Verbraucher beim Abschluss eines LTE-Vertrages achten müssen.

Fast alle neuen Smartphones sind LTE-fähig. Quelle: dpa

„Megaschnelles Surfen“ und „Highspeed für Jedermann“: Das versprechen Mobilfunkanbieter von der Turbo-Funktechnik LTE.  Mit der neuen Technologie laden Webseiten auf dem Handy bis zu zehnmal schneller als mit herkömmlichen Mobilfunkstandards - und das ist mit fast jedem Smartphone der neuen Generation möglich.

Stiftung Warentest hat nun verschiedene LTE-Verträge unter die Lupe genommen und kommt zu dem Ergebnis: Superschnelles Surfen ist in Deutschland in den meisten Fällen für rund 20 bis 30 Euro im Monat möglich.

Doch wer erwartet, mit dem Mobiltelefon bald zum Beispiel Filme und Serien herunterzuladen, wird enttäuscht: Bei allen Verträgen wird die Geschwindigkeit ab einem bestimmten Datenvolumen gedrosselt. Bei den meisten Betreibern liegt diese Grenze zwischen zwei und vier Gigabyte.

Das können die aktuellen Smartphones
LG G4LG Electronics hat am 28. April sein neues Flaggschiff G4 vorgestellt. Punkten wollen die Koreaner etwa mit einer innovativen Kamera, die 80 Prozent mehr Licht auf den Bildsensor leitet als beim Vorgänger-Modell. 16 Megapixel Auflösung und ein weiterentwickelter Bildstabilisator sollen für hochwertige Fotos sorgen. Für gute Selfies ist eine acht MP Frontkamera verbaut. Damit dafür auch genügend Speicherplatz zur Verfügung steht, kommt das LG 4 mit 32 GB internem Speicher daher, der durch eine MicroSD-Karte auf bis zu zwei Terabyte erweitert werden kann. Der Bildschirm ist 5,5 Zoll groß und soll deutlich heller und kontraststärker sein, als das Vorgängermodell, zudem bietet er laut LG eine bessere Farbtreue und Berührungsempfindlichkeit. Pluspunkt: Der Akku ist austauschbar, er bringt 3000 mAh Leistung. Als Prozessor ist ein 808 Snapdragon an Bord. Das Gerät wird in verschiedenen Materialien erhältlich sein: Es gibt eine Leder-Variante und eine Ceramic-Version (hier im Bild) jeweils in mehreren Farben. Ein Preis wurde noch nicht bekannt gegeben. Quelle: Presse
Sony Xperia Z4 Quelle: REUTERS
Huawei P8Ein neues Design und eine leistungsstarke Kamera - mit diesen Features kann das neue P8 von Huawei die Kritiker überzeigen. Es ist billiger als die Konkurrenz von Apple und verspricht in etwa die gleiche Leistung. Das Smartphone gibt es in Grau, Champagner, Weiß und Gold. Jedes zweite Smartphone in Deutschland ist aktuell ein Samsung-Gerät. Nur jedes vierte Smartphone in Deutschland ist derzeit ein iPhone. Geräte der Hersteller Sony, Nokia, HTC, LG und Huawei hingegen spielen unter deutschen Smartphone-Nutzern kaum eine Rolle. Quelle: Presse
Xiaomi Mi Notes Der chinesische Smartphonehersteller Xiaomi hat am 15. Januar die Oberklasse-Smartphones Mi Note und Mi Note Pro vorgestellt, die dem iPhone 6 in den USA Konkurrenz machen sollen. Das Display des Mi Note schlägt das iPhone 6 mit 5,7 Zoll zu 5,5 Zoll, der Bildschirm hat eine Pixeldichte von 386 ppi und ein LCD-Panel für einen höheren Kontrast. Die Kamera an der Rückseite verfügt über 13 Megapixel, die an der Vorderseite über vier Megapixel. Der interne Speicher fasst 16 GByte und lässt sich nicht per microSD-Karte erweitern. Der Preis liegt bei umgerechnet rund 319 Euro. o Das Mi Note Pro kostet 458 Euro, ist aber auch noch etwas besser ausgestattet: Die Pixeldichte beträgt 515 ppi, das Speichervolumen 64-GByte. Quelle: REUTERS
Samsung Galaxy A7Samsung hat mit dem A7 ein superflaches und nur 141 Gramm schweres Smartphone in Alu-Gehäuse vorgestellt. Mit 6,3 Millimetern ist es noch dünner als das aktuelle iPhone 6 mit 6,9 Millimetern. Es sei eines der flachsten Samsung-Smartphones aller Zeiten, teilte der Hersteller in seinem Blog mit. Das Handy hat ein 5,5 Zoll großes Super Amoled Display. Als Betriebssystem ist Android KitKat (4.4) an Bord. Samsung verspricht mit acht leistungsstarken Prozessoren flüssiges Surfen und Nutzen von Apps, vor allem für den Austausch in den Sozialen Medien. Eine 5-Megapixel-Frontkamera sorgt für Selfies in ordentlicher Qualität, deutlich stärker ist die Kamera an der Rückseite mit 13 Megapixeln. Für bessere Selfies ist der "Auto Selfie"-Modus da, mit dem per Sprachbefehl oder einem Wink mit der Hand die Kamera ausgelöst werden kann. Ein 2600 mAh starker Akku soll für Ausdauer sorgen. Wie bei Samsung üblich, wurde sich über Preis und Marktstart noch ausgeschwiegen. Händler und IT-Portale vermuten, dass das Smartphone gegen Ende des ersten Quartals für um die 500 Euro in die Läden kommen wird. Quelle: Samsung
Samsung Galaxy Note 4 LTE-A Quelle: AP
Samsung Galaxy A5 und A3Samsung hat die neue A-Serie vorgestellt. Die Smartphones haben ein Metallgehäuse; beide sind mit einer 5-Megapixel-Frontkamera ausgerüstet, um gute Selfies machen zu können. Passend dazu ist die neueste Kamera-Software an Bord, die mit dem Galaxy Note 4 eingeführt wurde und verschiedene spezielle Selfie-Einstellungen ermöglicht. Das A5 (im Bild) ist das größere, es kommt einem 5-Zoll-Display, 2 GB Arbeitsspeicher, einer 13-Megapixel-Kamera an der Rückseite und einem 2300 mAh starken Akku in den Handel. Der kleine Bruder A3 ist die abgespeckte Version mit einem 4,5-Zoll-Display, 1 GB Arbeitsspeicher, 6-Megapixel-Rückkamera und einem nur 1900 mAh starken Akku. Beide Smartphones laufen auf Android KitKat (4.4) und bringen NFC und LTE mit. Preis: noch unbekannt. Ab November sollen die Smartphones in Weiß, Schwarz, Silber, Pink und Blau verfügbar sein. Quelle: Samsung
Huawei Ascend Mate 7Huawei hat auf der Internationalen Funkausstellung Berlin das Ascend Mate7 präsentiert. Das Smartphone hat einen 6-Zoll-Bildschirm mit Full-HD-Display, einen leistungsstärkeren Octa-Core-Chipsatz und einen langlebigeren Akku mit 4100 mAh. Das Ascend Mate7 hat einen Huawei Kirin 925-Prozessor, der sich aus vier großen A15 1,8 GHz- und vier kleineren A7 1,3 GHz-Chipsätzen zusammensetzt. Diese werden in verschiedenen Konfigurationen aktiviert, abhängig vom Energiebedarf einer bestimmten App oder Funktion, damit das Smartphone sein eigenes Energiemanagement intelligenter meistern kann. Das spart bis zu 50 Prozent der Akku-Energie. Entsperrt wird das Smartphone per Fingerabdruck über einen Leser auf der Rückseite des Geräts. Preis: 499 Euro Quelle: REUTERS
Lumia 830 Quelle: PR
Lumia 730 Dual SIM und Lumia 735 Quelle: PR
Sony Xperia E3Zusätzlich zu seinen Hochleistungshandys liefert Sony in Kürze das Xperia E3, ein LTE-fähiges Smartphone mit kleinem Funktionsumfang. Das Gerät mit 4,5-Zoll-Display wurde mit einem 1,2-Gigahertz-Prozessor, einem Gigabyte Arbeitsspeicher, Fünf-Megapixel-Kamera sowie gerade einmal zwei Gigabyte internem Speicher ergänzt. Dieser lässt sich bei Bedarf allerdings mit Hilfe von Speicherkarten erweitern. Zudem sind NFC, LTE, Bluetooth und Wlan mit an Bord. Ein deutlicher Pluspunkt des E3 ist der geringe Preis. Preis: 179 Euro Quelle: PR
Sony Xperia Z3 Quelle: PR
Galaxy Note Edge Quelle: PR
Samsung Galaxy Note 4 Quelle: PR

Das reicht gerade für einen durchschnittlich langen Hollywoodfilm in HD-Qualität – danach läuft das Internet für den Rest des Monats nur noch im Schneckentempo. „Ich muss mich also fragen: Bin ich Gelegenheitsnutzer oder Heavy-User?“, sagt Torsten Gerpott, Telekommunikationsexperte und Professor an der Universität Duisburg-Essen.

Denn wer ein höheres Highspeed-Volumen benötigt, muss zu hochpreisigen Varianten greifen: O2 und Vodafone bieten zum Beispiel Datenpakete mit 10 beziehungsweise 20 Gigabyte an. Die sind mit 80 und 100 Euro im Monat die beiden teuersten getesteten Tarife.

Wer einen Vertrag abschließt, sollte also vorher seinen monatlichen Datenbedarf errechnen, auch weil die getesteten Tarife fast alle eine lange Mindestlaufzeit haben: 24 Monate laufen die meisten von ihnen – und eine monatliche Kündigung ist bei fast keinem vorgesehen.

Die besten Smartphones unter 100 Euro
Wiko OzzyDas Wiko Ozzy ist ein echter Geheimtipp. Mit seinem 1-Gigahertz-Prozessor, dem 3,5-Zoll-Display und der 2-Megapixel-Kamera ist das Gerät Durchschnitt, ebenso wie mit dem internen Speicher von 4 Gigabyte, der sich mit microSD-Karte erweitern lässt. Dieses Smartphone lässt sich mit zwei SIM-Karten ausstatten und ist in fünf verschiedenen, knallbunten Farben erhältlich. Deshalb ist es ein perfektes Einsteigergerät für die junge Generation. Preis: ab 70 Euro Quelle: PR
LG Optimus L4Das LG Optimus L4 verfügt über einen 1-Gigahertz-Prozessor, ein 3,8 Zoll großes Display sowie eine 3-Megapixel-Kamera mit Sprachauslöser. Der 4 Gigabyte große Speicher lässt sich mittels MicroSD-Karte erweitern. Ein spezielles Feature des Android-Smartphones ist die „Safety Care“-Funktion, die bei vorher festgelegten Szenarien per SMS über den aktuellen Standort des Gerätes informiert. Diese Funktion ist vor allem dann interessant, wenn Kinder oder ältere Menschen das Gerät nutzen sollen. Preis: etwa 75 Euro Quelle: PR
Sony Xperia E1Das Sony Xperia E1 ist mit einem 1,2-Gigahertz-Prozessor, einem 4-Zoll-Display sowie einer 3-Megapixel-Kamera ausgestattet. Intern stehen 4 Gigabyte Speicher bereit, die sich mit microSD-Karte erweitern lassen. Sony hat das Android-Smartphone speziell aufs Musikhören ausgerichtet: die Walkman-App soll das Musikerlebnis verbessern, ein spezieller Modus verhindert unnötigen Energieverbrauch und deaktiviert nicht benutzte Funktionen. Preis: etwa 100 Euro Quelle: PR
ZTE Blade GDas ZTE Blade G verfügt über einen 1,2-Gigahertz-Prozessor, ein für diese Kategorie großes 4,4-Zoll-Display sowie eine 5-Megapixel-Kamera. Auch bei diesem Gerät lässt sich der 4 Gigabyte große interne Speicher mittels microSD-Karte erweitern. Ein echtes Manko ist die Displayauflösung: Diese fällt mit 854x480 Pixeln für die Displaygröße sehr gering aus. Preis: etwa 100 Euro Quelle: PR
Nokia Lumia 520Das Nokia Lumia 520 verfügt über einen 1 Gigahertz-Prozessor, einen 4-Zoll-Touchscreen sowie eine Kamera mit fünf Megapixeln Auflösung. Der interne Speicher von acht Gigabyte lässt sich mit Hilfe einer Micro-SD-Karte um bis zu 64 Gigabyte erweitern. Als Betriebssystem nutzt das Nokia Lumia 520 Windows Phone 8.1. Preis: circa 99 Euro Quelle: PR
LG L40Das LG L40 verfügt über einen 1,2-Gigahertz-Prozessor, einen 3,5-Zoll-Touchscreen sowie eine 3-Megapixel-Kamera. Der 4 Gigabyte große Speicher ist mittels microSD-Karte erweiterbar. Eine spezielle Funktion ist der sogenannte Knock Code. Das Smartphone lässt sich mit einer vorher festgelegten Abfolge von Fingertipps entsperren. Preis: etwa 80 Euro Quelle: PR
ZTE Open CDas ZTE Open C verfügt über einen 1,2 Gigahertz-Prozessor, einen 4-Zoll-Touchscreen und eine simple Kamera mit zwei Megapixeln Auflösung. Der interne Speicher ist mit insgesamt vier Gigabyte recht klein, lässt sich aber mit Speicherkarte um 32 Gigabyte erweitern. Außerdem hat der Nutzer freie Wahl beim Betriebssystem: Das ZTE Open C wird mit FirefoxOS 1.3 ausgeliefert, lässt sich aber auch mit Android 4.4 betreiben. Preis: ab 50 Euro Quelle: PR
Samsung Galaxy YoungDas Samsung Galaxy Young richtet sich schon mit seinem Namen an die jüngere Generation. Das Smartphone verfügt über einen 1 Gigahertz-Prozessor, einen 3,2-Zoll-Bildschirm sowie eine 3,2-Megapixel-Kamera. Als internen Speicher bietet das Smartphone vier Gigabyte, die sich mittels MicroSD-Karte um 64 Gigabyte erweitern lassen. Als Betriebssystem kommt Android 4.1 zum Einsatz. Preis: ca. 70 Euro Quelle: PR
Huawei Ascend Y330Das Huawei Ascend Y330 ist mit einem 1,3-Gigahertz-Prozessor, einem 4 Zoll großen Display sowie einer 3-Megapixel-Kamera ausgestattet. Der interne 2-Gigabyte-Speicher ist mittels MicroSD-Speicherkarte um 32 Gigabyte erweiterbar. Huawei liefert das Y330 mit Android 4.2.2 aus. Preis: ab 70 Euro Quelle: PR
Acer Liquid Z4Das Acer Liquid Z4 bietet einen 1,3-Gigahertz-Prozessor, ein 4-Zoll-Display sowie eine 5-Megapixel-Kamera. Der vier Gigabyte große, interne Speicher kann mittels MicroSD-Karte um bis zu 32 Gigabyte erweitert werden. Der Clou bei diesem Android 4.2.2-Gerät: Es ist ein Dual-SIM-Smartphone, es lassen sich also zwei Telefonkarten gleichzeitig mit dem Gerät betreiben. Preis:  circa 99 Euro Quelle: PR

Daneben ist auch bei der Wahl des Anbieters Vorsicht geboten: Zwar weiten alle Betreiber ihre LTE-Netze ständig aus, beim Ausbau sind sie allerdings unterschiedlich weit. Stiftung Warentest kam bereits vergangenes Jahr zu dem Ergebnis, dass das Netz der Telekom am besten ausgebaut ist. Dahinter folgen Vodafone und mit großem Abstand O2. E-Plus hat erst 2014 angefangen, LTE-Funkzellen freizuschalten, entsprechend rar gesät ist hier noch der Anschluss an das Hochgeschwindigkeitsnetz.

Das könnte sich aber nach der Übernahme von E-Plus durch den O2-Mutterkonzern Telefonica im vergangenen Jahr ändern. „Ich denke, dass Telefonica dadurch in den nächsten drei bis fünf Jahren zu den anderen Betreibern aufschließen wird“, sagt Torsten Gerpott. „Die Firma muss nun mit weniger Wettbewerb rechnen und das führt zur Effizienzsteigerung.“

Bis das aber soweit ist, müssen Nutzer in ländlichen Gebieten noch auf das schnelle Mobilnetz warten: Bei allen Anbietern ist der Anschluss auf dem Land schlechter als in der Stadt. „Außerdem ist das LTE-Netz in östlichen Flächenstaaten wie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt tendenziell schwächer als im Westen“, sagt Gerpott.

Wer nachschauen möchte, ob LTE bei ihm zuhause verfügbar ist, kann das auf der Internetseite des jeweiligen Betreibers prüfen. Nützlich ist aber auch eine Karte von ltemap.de: Sie verwendet Daten von LTE-Nutzern aus ganz Deutschland, um die Signalstärken der vier großen Anbieter zu vergleichen.

Im Ausland müssen deutsche Nutzer übrigens häufig auf das Turbonetz verzichten: Weltweit gibt es unterschiedliche Frequenzen, auf denen die LTE-Nutzung mit deutschen Geräten teilweise nicht möglich ist. Aber vielleicht kann das Telefon im Urlaub ja auch mal aus bleiben.

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