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Huawei Mate 30 Das kann Huaweis erstes Handy ohne Google

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Die App-Strategie für den Westen

In China kommt Huawei seit Jahren ohne Google aus. Denn dort lässt die staatliche Zensur den Einsatz der US-Dienste ohnehin nicht zu. Dort existieren deshalb zu allen hierzulande beliebten Google-Apps mindestens so erfolgreiche chinesische Alternativen. Manche, wie die E-Commerce-Plattform WeChat, sind technisch ohnehin weit ausgereifter als ihre westlichen Pendants. Und so wundert es nicht, dass die Mates in China als erstes auf den Markt kommen – nächste Woche schon soll es dort soweit sein.

Um den Google-Boykott im Westen zu kompensieren, baut Huawei derzeit unter anderem seinen eigenen App-Store aus, der auf allen eigenen Handys bereits parallel zum Google Play Store installiert ist. Um die 45.000 Handy-Programme sind schon enthalten – darunter viele bereits heute im Google Play Store beliebte Anwendungen.

Dass das noch nicht reichen wird, ist aber auch den regionalen Produktentwicklern klar. „Aktuell sind in allen unseren wichtigen regionalen Märkten eigene Teams unterwegs, um auch Apps an Bord zu holen, die nur regional oder lokal relevant sind, die aber dort keiner missen möchte“, heißt es aus Huaweis europäischem Vertrieb. Konkret: Wenn das Mate 30 startet, sollen Handybesitzer darauf nicht bloß Facebook oder Tiktok installieren können, sondern beispielsweise auch die App des Münchner Verkehrsverbundes oder die Mediathek des Bayrischen Rundfunks.

Ansonsten bleibt Yu in München enttäuschend vage, was die App-Strategie im Westen angeht. Wichtige Kooperationspartner für zugkräftige Apps, bei vergleichbaren Neuvorstellungen sonst üblich, präsentiert Huawei nicht. Zu unsicher scheint die Strategie auch angesichts der Launen des US-Präsidenten, der mal Lockerungen der Sanktionen andeutet, mal den transpazifischen Streit eskaliert.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass Huawei selbst jetzt noch darauf setzt, dass sich der Konflikt entspannt und ein Marktstart in Europa doch mit Googles Diensten möglich wird. Dass das technisch problemlos möglich ist, belegen einige Demonstrations-Handys die nach der Präsentation zu sehen sind – und auf denen alle relevanten Google-Apps installiert sind.

Zugleich aber zwingt der Boykott Huawei zum Handeln: Und so haben die Chinesen die Huawei Mobile Services (HMS) entwickelt, eine Softwareplattform, die in ihren Funktionen mit Googles Play Services vergleichbar ist. Auch die HMS sollen es ermöglichen, sich bei unterschiedlichen Online-Diensten mit einem Nutzerprofil anzumelden, auch sie bieten die Möglichkeit, Apps und Benutzereinstellungen im Hintergrund zu sichern. Auf Huaweis Cloud-Servern, nicht auf denen von Google und voll verschlüsselt, wie Richard Yu auf der Bühne mehrfach betont.

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