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IFA 2015 So sieht der Medienkonsum der Zukunft aus

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Quote? Interessiert nicht

These 5 – Der gläserne Zuschauer

Wer im Netz unterwegs ist, ob am Handy oder am Computerbildschirm tut das nur noch in Ausnahmefällen wirklich unbeobachtet. Online-Shops und Suchmaschinen, Fahrplanauskunft oder Nachrichtenportale, sie alle protokollieren mit, wer wann wo was anschaut – und wollen das Wissen zu (Werbe-) Geld machen oder mit der Information übers Nutzerverhalten die eigenen Angebote optimieren.

In der traditionellen TV-Forschung war all das nicht möglich. Gemessen an der Datenflut des Online-Trackings wirkt die hochgerechnete TV-Quote wie eine steinzeitliche Methode.

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    Und die hat sich in Zeiten des digitalisierten Medienkonsums im Grunde überlebt. Denn dank des zunehmenden Abrufs von Inhalten aus dem Netz weiß heute der Web-Server, wer wann welchen Video-Stream aus dem Netz startet, wann anhält und bei welcher Szene womöglich der Zuschauer abbricht.

    „Die Quoten vom Vortag? Sowas interessiert uns nicht“, sagte Roy Price beim Edinburgh International Television Festival. Prince ist Chef von Amazon Studios, dem Filmproduzenten, den sich der Online-Versender zugelegt hat, um für seine Videoportale exklusive Inhalte zu produzieren. „Wir können unsere Zugriffszahlen stündlich betrachten.“

    Die Folge: Genauso wie bei den Verkäufen in seinem Internet-Kaufhäusern kann Amazon auch beim Video-Programm exakt auswerten, welchem Nutzer, was gefällt, kann Empfehlungen aussprechen, welche Filme bei ähnlich interessierten Zuschauern auch gut angekommen sind. Und Amazon kann seine Zuschauer sogar explizit über die künftige Programmentwicklung mitentscheiden lassen. Prince legt dann Pilotfolgen einzelner neuer Serie seinen Kunden zur Abstimmung vor. „Unsere Kunden geben ein verlässlicheres Feedback als alle traditionellen Fokusgruppen.“

    Digitale Welt



    Manchmal allerdings braucht nicht mal Amazon solch einen Vorabtest. Kurz nachdem die britische BBC den Moderator der Motor-Kult-Serie „Top-Gear“, Jeremy Clarkson, vor die Tür gesetzt hatte, heuerte der mitsamt seiner Kollegen Richard Hammond und James May bei Prince und seinen Amazon-Studios an.

    Bleibt es bei der coolen Ruppigkeit des Trios, dann wird die Auto-Sendung künftig auch im Amazon-Stream nicht weniger erfolgreich sein, als bei der alten Tante BBC. Die Zuschauerquoten werden sie bei Amazon vermutlich dennoch sogar minutengenau tracken... und jedem Zuschauer anschließend vielleicht beim nächsten Besuch im elektronischen Buchlanden oder dem Auto-Zubehör-Portal die passenden Angebote unterbreiten können.

    Nicht nur das hätten sich die IFA-Besucher wohl zu Zeiten von Kulenkampffs „EWG“ oder Engelkes „Kinderferienprogramm“  auch nur im Entferntesten vorstellen können.

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