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IFA 2015 So sieht der Medienkonsum der Zukunft aus

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Video-Portale und Second Screen

These 2 - TV al Gusto

Der Trend zum Streaming von Medien geht zwangsläufig mit dem Ende der Allmacht der Programmgestalter einher. Wenn fast beliebige Videoinhalte im Netz nur noch ein paar Maus-Klicks entfernt sind, bestimmt nicht mehr der Programmdirektor von ARD und ZDF oder RTL und Sat.1 die Folge der Sendungen. Jeder Zuschauer wird dann selbst zum Video-Jockey.

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    Lange war umstritten, ob Fernsehzuschauer diesen Job tatsächlich übernehmen wollen, oder sich nicht doch lieber bequem im Sofa zurücklehnen und visuell berieseln lassen wollen.

    Die Frage stellt sich so heute gar nicht mehr. Längst lassen sich nicht nur die regulären Sender in die heimischen TV-Geräte einspeichern, sondern auch die Mediatheken, aus denen ein Großteil der klassischen TV-Inhalte nach Gusto abrufbar sind, wenn es den Fernseh-Konsumenten in den Zeitplan passt. Und auch die großen Video-Portale finden sich längst in der Medienübersicht moderner Fernsehgeräte.

    Kochen wie in der Enterprise
    June Intelligen Oven Quelle: PR
    Robo-Koch Quelle: PR
    High-Tech-HerdDer neue Herd aus der Chef Collection des koreanischen Elektronikherstellers Samsung kocht mit Induktionsfeldern – imitiert aber einen Gasherd: LED-Lampfen projizieren virtuelle Flammen auf den Kochtopf. So sieht der Küchenchef auf einen Blick, wie heißt die Platte ist. Samsung Chef collection Range Quelle: Screenshot
    Cleverer Kressezüchter Quelle: PR
    Grove Labs Quelle: Screenshot
    Schnellkocher GenieEin wenig beachteter Vorzug des Star-Trek-Universums ist, dass an Bord von Raumschiff Enterprise niemand kochen und das Geschirr abwaschen muss. Stattdessen kommt das Essen aus einem Gerät namens Replikator, das auf Zuruf binnen Sekunden jede gewünschte Mahlzeit auftischt.Ayelet Carasso and Doron Marco glauben, dass es an der Zeit ist, einen solchen Kochautomaten tatsächlich in die Küchen zu bringen. Die beiden Gründer aus Israel haben ein Gerät entwickelt, das binnen 30 Sekunden die verschiedensten Gerichte zubereitet. Es ähnelt einer modernen Kaffeemaschine, und es funktioniert auch so: Man stecke eine faustgroße Kapsel mit gefriergetrockneten Nahrungsmitteln in den silbernen Kasten und drücke auf einen Knopf. Daraufhin rührt und mixt und wässert die Maschine das Instant-Essen, bis einen Augenblick später eine warme Mahlzeit herauskommt.Ob Couscous mit Gemüse, Hühnchen an Reis, Ramen oder Schoko-Soufflee – diverse Köstlichkeiten sollen sich mit dem Schnellkochapparat schneller als eine Tütensuppe produzieren lassen, beteuern die Gründer. Schon nächstes Jahr möchten sie den Sprint-Kocher für daheim auf den Markt bringen, für nur ein paar hundert Dollar. Quelle: PR
    Alles in einen Topf Quelle: PR

    Mancher Hersteller hat sogar bereits einen eigenen Programmknopf etwa für Netflix auf der Fernbedienung eingebaut. Für den Aufruf der Lieblingsserie aus den Video-Portalen braucht es dann nicht mehr viel mehr, als für den Sprung zur Bundesligaübertragung im Pay-TV oder den Fernseh-Start zur Tagesschau.

    Und wem das Programm aus dem Netz nicht gefällt, der kann immer noch den Digitalrekorder (DVR) aktivieren und so seine private Videothek in Full-HD-Format befüllen. Dafür, übrigens, muss man nicht mal mehr vor dem eigenen Fernseher sitzen. Moderne DVR lassen sich längst auch unterwegs per App vom Smartphone programmieren. Und einige streamen die Aufnahmen sogar zurück übers Netz wieder in Multimedia-Handy.

    These 3 – Ein Schirm reicht nicht

    Der Fernseher bestimmt, wo wir TV- und Video-Inhalte konsumieren? Das war mal, und ist längst überholt. Tatsächlich emanzipiert sich der Unterhaltungskonsum rasant vom ehemals ersten und einzigen Bildschirm. Der „Second Screen“, der zweite Bildschirm, ist mittlerweile bei vielen Konsumenten etabliert.

    Sei es, um im Arbeitszimmer auf dem PC-Bildschirm TV-Inhalte zu verfolgen, die der Erst-Fernseher über einen zusätzlichen Empfänger ins Hausnetz überträgt – etwa beim klassischen Familienkonflikt Fußball vs. Casting-Show. Sei es um auf dem Bett die letzten Minuten eines Krimis im Tablet-Display zu verfolgen, während im Wohnzimmer schon Nachtruhe herrscht. Die Vernetzung der Medientechnik daheim macht’s möglich, dass sich fast beliebige Inhalte von fast jedem Abspiel- auf fast jedes Wiedergabegerät übertragen lassen.

    Welche der folgenden Devices nutzen Sie regelmäßig?

    Und wer keine Lust hat Video-Streams über Tablet oder Smartphone flimmern, dann lässt sich das Gerät ja immer noch nutzen, um sich via soziale Netze mit Freunden über den Plot der Streifen oder die Vermutungen zum Täter auszutauschen.

    These 4 – Nie mehr alleine

    Wer sich mit Partner oder Partnerin nicht über die Bewertung des laufenden Programms einig wird, der tauscht sich künftig problemlos mit seinen Bekannten übers Internet aus. Ob Fußball-Länderspiel oder Krimi-Klassiker, längst läuft in sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook der millionenfache Parallelkommentar zum Programm mit. Gefiltert via #-Hashtag oder im direkten Dialog mit den Kumpels lässt sich so öffentlich (oder auch privat) kommentieren, wie sich #DieMannschaft oder der Moderator vom #Quizduell schlägt.

    Die besten Action-Cams auf dem Markt
    Garmin Virb XE Quelle: PR
    GoPro Hero4 Black auf der Google I/O Quelle: REUTERS
    HTC Re Quelle: PR
    Panasonic HX-A500 Quelle: PR
    Rollei ActionCam 410 Quelle: PR
    Shimano Sport Camera CM 100 Quelle: PR
    Sony X1000V Quelle: PR

    Das wird in Zukunft längst nicht mehr nur vom Handy oder Tablet aus funktionieren. Denn inzwischen machen sich die Apps zunehmend auch direkt auf dem TV-Bildschirm breit. Sony und Philips beispielsweise nutzen eine für Fernsehgeräte angepasste Version von Googles Android-Betriebssystem, das nicht nur die Darstellung von Web-Inhalten auf den Querbildschirm des TV-Gerätes anpasst. Es ermöglicht sogar die Installation fast beliebiger Smartphone-Apps. Und das nur für den fernseh-begleitenden Chat.

    LG setzt auf das einst vom Smartphone-Pionier entwickelte Betriebssystem webOS, das ebenfalls die Nutzung von Medien-Apps auf dem Bildschirm ermöglicht. Panasonic hat in einen Teil seiner Fernseher das Betriebssystem Firefox-OS der Mozilla-Foundation integriert. Allen gemein ist, dass in Zukunft neben den TV-Programme jede Menge App-Inhalte übers Giga-Display abrufbar sind. Wer will, blendet einfach zum Programm auch noch die passenden Chat-Apps ein und lästert da über Fehlpässe und Versprecher ab.

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