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Innovationen Augmented Reality - Die Welt mit neuen Augen sehen

Unternehmen wie Nokia, Lego und WMF setzen bereits auf Augmented Reality, also technische Lösungen, die die Realität erweitern. Langfristig – so glauben Experten – wird sie unser Leben radikal verändern. Was heute schon möglich ist.

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Diese Apps erweitern Ihre Realität
Wikitude World Browser (Android)Der Wikitude World Browser gibt jede Menge Hilfestellung für die Umgebung - vom Museum bis zum Bummel durch die Straßen fremder Städte. Beim Scannen der Umgebung erhält der Nutzer Informationen zu allen Sehenswürdigkeiten, die sich vor der Kameralinse befinden. So lassen sich beispielsweise auch interessante Orte finden und erklären, die der Reisende eventuell gar nicht auf der Liste hatte. Zusätzlich bietet die App eine Standortsuche, mit der sich Pizzerien, Cafés und Bars in der Umgebung aufspüren lassen. Acrossair AR Browser (iOS)Acrossair ist besonders vielseitig. Hält man sein iPhone horizontal, zeigt es den aktuellen Standort auf einer Karte an. Danach kann der User entscheiden, welche Informationen er angezeigt bekommen möchte. Wahlweise werden Kinos oder Hotels und Restaurants in der Umgebung eingeblendet. Außerdem lassen sich Wikipedia-Einträge zu bestimmten Orten anzeigen oder lokale Twitter-Nachrichten aufrufen. Mit einem digitalen Pin lässt sich der Standort speichern - zum Beispiel falls man sich das Café merken möchte, vor dem man steht. Sobald der Weg weiter geht, werden Informationen rechts und links des Weges in Form halbdurchsichtiger Ballons eingeblendet. Quelle: dpa
SnapShot Showroom (iOS)Neue Möbel für die Wohnung suchen, macht mit dieser App richtig Spaß. Denn Snapshop ermöglicht es, die neuen Möbel in der Wohnung anzusehen, ohne die vorhandenen Möbel dafür extra auszuräumen. Dafür muss der Nutzer nur ein Bild von einem Möbelstück aus einem großen Katalog der angesagtesten Marken auswählen und beim iPhone die Livekamera aktivieren. Jetzt lässt sich die Größe der Möbelteile verändern und Sofa, Tisch und Stühle auf dem Bildschirm verschieben. Auch Farbe und Muster lassen sich verändern. Über die App lassen sich die gewünschten Möbel auch direkt bestellen. Quelle: dpa
Golfscape GPS Rangefinder (iOS)Im Wettbewerb ist diese App sicher nicht erlaubt. Für Freizeitsportler kann sie eine große Hilfe sein. Der Golfscape Rangefinder zeigt den Standort auf dem Golfplatz an. Außerdem kann der Nutzer den gewünschten Landeplatz des Balles angeben. Die App berechnet dann den idealen Weg zum Ziel Insgesamt sind über 35.000 Golfplätze weltweit in der Anwendung hinterlegt. Quelle: AP
Star Chart (iOS und Android)Beim Blick in den Himmel wäre manch Sternengucker gerne schlauer. Wer wissen will, welchen Stern er gerade anschaut, sollte sich die App Star Chart anschaffen. Einfach die Kamera gen Sternenhimmel richten und den gewünschten Stern antippen. Neben dem Namen gibt die App auch an, wie weit der Stern entfernt und wie hell das Exemplar ist. Quelle: dpa
Theodolite (iOS)Diese App ist ein Muss für Wanderer und Aktivsportler. Sie enthält einen Kompass, GPS-Werkzeug, eine Zoom-Kamera, einen Abstandsfinder und eine Zweiachsenneigungs-Anzeige und ist ein elektronischer Ansichtsfinder. Für Nutzer, die noch mehr wollen, bietet die App zusätzlich eine Taschenrechnerfunktion mit der Höhen, Entfernungen und Zielpositionen bestimmt werden können. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Peaks (iOS)Peaks ist eine praktische AR-App für alle, die im Gebirge unterwegs sind. Einfach mit der Kamera des iPhone auf den Berg zeigen. Die App verrät dann die Höhe bis zum Gipfel und wie weit er entfernt liegt. Die Infos werden auch automatisch zu Fotos vom Berg hinzugefügt. Quelle: dpa
AR Basketball (iOS)Die macht das digitale Basketball-Erlebnis überall möglich. Einfach eine Paper-Markierung auf einen Tisch legen und die Kamera des iPhones auf den Marker richten. Auf dem iPhone wird das Papier als Basketballring zu sehen sein. Ein digitaler Ball lässt sich dann mit einer Wischbewegung über den Bildschirm werfen. Quelle: REUTERS

Bei jedem Fußballspiel wird die Technik bereits angewendet: Wenn das Abseits durch eine Linie auf dem Standbild am Bildschirm näher erklärt wird, dann bezeichnet man die Technik dahinter Augmented Reality, übersetzt: erweiterte Realität. Auch wenn bei der Bundestagswahl nach der ersten Auszählung die Sitze der einzelnen Parteien auf die Stühle verteilt werden, bekommen wir ein reales Bild mit zusätzlichen Informationen angereichert. AR nimmt also die Realität und erweitert sie.

Seitdem wir mit Smartphones durch die Gegend laufen, sind die Möglichkeiten, diese Technik einzusetzen, immens gewachsen. Sie wollen wissen, wo sich die nächste öffentliche Toilette befindet? Einfach die App „loo2go“ öffnen und sich per GPS den schnellsten Weg zum nächsten stillen Örtchen anzeigen lassen. Wo gibt es das nächste Café – auch hier helfen diverse Anwendungen. Andere zeigen an, welche Schnäppchen es in der Gegend gibt, wo Wohnungen frei stehen oder ob es in der Nachbarschaft jemanden gibt, der eine Bohrmaschine zu verleihen hat. Der Realitätserweiterung scheinen dank mobilem Internet keine Grenzen mehr gesetzt zu sein - und die großen Tech-Unternehmen springen auf den Trend auf.

Insbesondere Nokia setzt in seinen Telefonen neben hochwertiger Technik beim Fotografieren auf zahlreiche Augmented-Reality-Lösungen. Die Finnen wollen mit ihrem Kartenmaterial und ihrer App „Here“ lokale Fragen beantworten: Was ist in meiner Umgebung los? Wo shoppt es sich in der Innenstadt besonders gut? Bei der Vermarktung der neuen Smartphone-Reihe Lumia war die Technologie bereits ein schlagendes Kaufargument. Auch Yahoos Marissa Mayer kaufte gerade das Startup „alike“, das eine ähnliche Applikation wie Nokias "Here" anbietet. Inzwischen gibt es die App nicht mehr - Yahoo will die Funktion künftig für eigene Dienste nutzen.

Yahoos Shopping-Tour
XobniJuli 2013: Yahoo kauft den App-Entwickler Xobni für angeblich etwa 60 Millionen Euro, heißt es auf den Seiten des IT-Magazins Techcrunch. Xobni steht für „Inbox“ (umgekehrt gelesen) und bietet Werkzeuge an, um E-Mails und Kontakte besser zu verwalten. Dafür erkennt die  Software automatisch Muster in der Kommunikation des Users. Gegründet wurde das Unternehmen bereits 2006 in San Francisco.
BignogginsJuli 2013: Auch das Startup Bignogginy wird von Yahoo gekauft. Das Unternehmen hat Spiele-Apps wie „Fantasy Monster“ und „Draft Monster“ entwickelt. Wie viel Marissa Mayer für die Übernahme gezahlt hat, ist nicht bekannt. Im Verhältnis soll es sich jedoch um eine eher niedrige Summe gehandelt haben. Quelle: Presse
QwikiJuli 2013: Auch den Videospezialisten Qwiki schluckt Yahoo. Mit Hilfe der iPhone-App lassen sich aus Fotos und Filmen individuelle Audio-Video-Slideshows basteln. Nach Angaben des Technologieblogs „All Things D“ sollen für die Übernahme etwa 50 Millionen Dollar gezahlt worden sein. Die Qwiki-App bleibt auch nach der Übernahme bestehen.
GhostbirdJuni 2013: Ghostbird entwickelt Apps zur Bearbeitung von Fotos auf iPhones. Zu den bekanntesten Produkten gehören KitCam oder PhotoForge2. Mit der Übernahme durch Yahoo werden die Mitarbeiter zum Teil des Flickr-Teams. Über den Kaufpreis sind keine Angaben bekannt. Quelle: Presse
TumblrMai 2013: Die größte Übernahme gelingt Marissa Mayer mit dem Kauf des Blog-Portals Tumblr. Für das 108 Millionen Profile starke Portal hat sie 1,1 Milliarden Dollar springen lassen. Während soziale Netzwerke Menschen verbinden, verknüpfen Plattformen wie Tumblr vor allem Inhalte. Bei Facebook beschränken sich die Möglichkeiten auf einen Chat, Statusupdates sowie Foto- und Videoupload. Das ist vielen Nutzern zu wenig. Einige Studien deuten darauf hindeuten, dass die Facebook-Aktivität vieler jüngerer Nutzer nachlässt. Einige Experten sehen Tumblr schon als den jugendlichen Nachfolger. Quelle: Presse
HuluMai 2013: Auch an dem Unternehmen Hulu hat Yahoo Interesse geäußert. Hier ist die Übernahme jedoch nicht ganz so einfach, denn die Konkurrenz ist stark. Neben Yahoo sollen auch Time Warner Cable, der Satelliten-TV-Spezialist DirecTV und Finanzinvestoren wie KKR sein. Bei Hulu können sich amerikanische Internet-Nutzer TV-Sendungen und Filme online ansehen. Einen großen Teil des Programms gibt es kostenlos und werbefinanziert, für einige Inhalte und die Nutzung auf Smartphones und Tablets muss man zusätzlich bezahlen. Der Dienst gehört drei großen Playern der amerikanischen TV-Branche: Disney, Rupert Murdochs News Corp. und Comcast. Sie bringen Serien ihrer Senderketten ABC, Fox und NBC ins Programm. Die Partner sind aber uneins über die Strategie und überlegen, Hulu zu verkaufen. Noch haben sie allerdings keine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Website getroffen. Quelle: Presse
AstridMai 2013: Das ToDo-Tool Astrid wird zum Teil des Yahoo-Portfolios. Vier Millionen Nutzer hat das Portal am Tag der Übernahme. Die App wird nicht weitergeführt. Wie Yahoo die Technik für eigene Zwecke nutzen möchte, ist bisher nicht bekannt. Quelle: Presse

Auch Apple will Augmented Reality in seinen mobilen Anwendungen stärker nutzen und experimentiert mit 3D-Optiken in seinen Karten. Mittelfristig könnte Apple so nicht nur ganze Straßen-Züge und Geschäfte per GPS anzeigen, sondern auch Indoor-Darstellungen zulassen. Damit könnten die Kunden schon die Top-Angebote auf der zweiten Etage eines Kaufhauses anschauen, ehe die das Gebäude überhaupt betreten haben. Und auch Google richtet sich mit der Datenbrille „Glass“ komplett auf die Technik aus. Der Träger der Brille soll eben nicht mehr nur noch eine Umgebung sehen, sondern auch, was sich hinter den Fassaden der Gebäude verbirgt. Gekoppelt mit Social-Media-Portalen wie Facebook oder Foursquare können sich die Träger des Supergadgets sogar anzeigen lassen, welche Freunde sich gerade in der Nähe befinden oder welche Restaurants sie empfehlen.

Vertrieb: Wie Lego den Spielzeugladen revolutioniert

Doch auch wenn Augmented Reality in immer mehr Apps auf Smartphones und Co. Einzug hält, handelt es sich oft nur um Spielereien (siehe Bildergalerie). Wirklich notwendige, kaufentscheidende Dienste sind bisher für den Privatnutzer nur selten dabei. „Im Moment findet man noch wenige gute AR-Beispiele“, sagt Dirk Schart, AR-Experte und Kommunikationsmanager der Re’flekt GmbH in München, die gemeinsam mit Unternehmen AR-Projekte entwickelt und umsetzt.

Wer einen Eindruck von den Möglichkeiten der AR bekommen möchte, muss in die Innovationsabteilungen der großen Unternehmen schauen. „Es gibt eigentlich keine Branche, in der AR nichts bringt", sagt Schart. Doch noch lange nicht für alle Anwendungsbereiche ist die Technologie sinnvoll. Die Grenze zwischen Spielerei und echter Hilfe entscheidet am Ende, wie gut AR eingesetzt wurde. Besonders eindrucksvolle Beispiele kommen aktuell aus dem Vertrieb, der Industrie und der Bildung. Hier zeigt sich deutlich, wo der Trend bisher steht und wohin die Reise noch gehen kann.

Beispiel Lego: Der Spielzeughersteller hat eine AR-App programmiert, die anzeigt, was sich in einem Lego-Karton alles verbirgt. Konkret kann der Kunde die große Box mit den hunderten Einzelteilen für das Piratenschiff, Roboter oder Raumstation einfach vor die Kamera seines Smartphones halten und schon wird angezeigt, was sich alles in dem verschlossenen Paket befindet.

Warum die Lego-Männchen immer böser gucken
Dieser Lego-Hulk hat ziemlich miese Laune - und damit ist er nicht alleine. Laut einer Studie ist die Spielzeugwelt von Lego brutaler geworden. Wissenschaftler der University of Canterbury im neuseeländischen Christchurch sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Lego-Figuren heute deutlich aggressiver seien als in den 1970er Jahren. Quelle: dpa
Vor allem in den Fantasieserien wird gekämpft und gerettet. In der Ninjago-Welt muss das Land vor dunklen Kräften beschützt werden. Superhelden wie Batman, Spiderman und Wonder Woman duellieren sich mit Bösewichten, in der Star-Wars-Serie kämpfen die guten Jedis gegen die dunkle Seite der Macht. Quelle: dapd
„30 Prozent aller Lego-Sets enthalten eine Art von Waffe“, so das Ergebnis der Studie. In den 1990er-Jahren seien sie noch Attribute für Piraten oder Ritter gewesen. Seit der Einführung der Star-Wars-Serie 1999 seien immer neue dazu gekommen. Auch die Präsentation der Figuren in den Katalogen sei brutaler geworden. Quelle: dpa
Lego weist die Kritik zurück. „Wir sind nicht der Meinung, dass unsere Produkte zu Gewalt auffordern“, sagte Kathrine Bisgaard Vase, die Sprecherin des Konzerns im dänischen Billund. In einigen Legowelten gehe es um Konflikte, und die seien Teil des Alltags der Kinder. Außerdem finde man diese Waffen nur in den Fantasiewelten von Lego. In der alltagsorientierten Serie Lego City trage nicht einmal der Polizist eine Pistole. Beide Serien, Lego City und Ninjago, waren im vergangenen Jahr unter den Top Fünf der Verkäufe. Quelle: dpa
Außerdem finde man diese Waffen nur in den Fantasiewelten von Lego. In der alltagsorientierten Serie Lego City trage nicht einmal der Polizist eine Pistole. Beide Serien, Lego City und Ninjago, waren im vergangenen Jahr unter den Top Fünf der Verkäufe. Welche Auswirkungen Gewalt in Videofilmen und Spielzeugen auf Kinder hat, wollen die neuseeländischen Wissenschaftler nicht bewerten. Sie kommen dennoch zu dem Schluss: „Lego-Produkte sind nicht mehr so unschuldig, wie sie einmal waren.“ Quelle: obs

Das Konzept haben die Dänen noch weiter entwickelt und in etlichen Spielzeugläden eine Art „Kiosk“ aufgebaut. Eine fest eingerichtete Station steht allen Kunden zur Verfügung. Die dafür nötige Sensoren-Technik hat die Münchener Firma Metaio in Kooperation mit Lego und Intel entwickelt. Der technische Aufwand ist nicht zu unterschätzen: Für die korrekte Darstellung müssen alle Einzelteile der Box separat gescannt werden, damit sie sich wie von Zauberhand in 3D anzeigen lassen. Laut Lego sind die Umsätze in den Shops mit einer „Lego Digital Box“ deutlich gestiegen.

Was bei Lego offenbar verkaufsfördernd wirkt, wird bei Audi vor allem zu Service-Zwecken genutzt. Wer heute in einen Neuwagen steigt, fühlt sich wie hinter einem Hightech-Cockpit. Die technischen Möglichkeiten sind über die Steuerung der Musik, des Navigationsgerätes, der Fahrhilfe und so weiter so ausgefeilt, dass sie einen am Anfang regelrecht erschlagen können. Doch wer hat schon Lust sich durch buchdicke Bedienungsanleitungen zu lesen? Bei Audi war man sich dieses Problems bewusst und nutzte Augmented Reality, um den eigenen Wagen besser zu erklären. Der Autobauer setzt auf eine interaktive Betriebsanleitung, die den Fahrer mit Hilfe einer App durch die Funktionen des Fahrzeugs führt.

Industrie: AR als virtuelle Checkliste

WmfFinal

WMF hingegen setzt auf ein neues Verkaufskonzept für Kaffeemaschinen. Weil sich die Kunden nur schwer vorstellen konnten, ob die Maschinen in die eigene Küche oder den Caféraum passen, entwickelten die AR-Spezialisten eine Applikation, mit der sich der Kunde die Kaffeemaschine direkt in die eigene Küche beamen kann. So lässt sich schon vor Kauf genau kontrollieren, ob das Objekt das richtige ist und in die Ecke neben der Mikrowelle passt.

Die oben genannten Beispiele sind eigentlich nur weiter gesponnene Konzepte der Linie, die uns das Abseits bei Fußball erklärt. Es wird Vorhandenes gezeigt und erweitert. Doch eigentlich bietet die Technik noch weiterführende Möglichkeiten. „Bei AR wird eben nicht nur etwas eingeblendet. Es geht um Interaktion“, sagt Dirk Schart. So dienen AR-Anwendungen zum Beispiel bereits als Checklisten. Man stelle sich zum Kontrollarbeiten an einem Atomkraftwerk oder einer Raffinerie vor. Hier gibt es tausende technische Schnittstellen, die regelmäßig überprüft werden müssen.

Hier gilt die gleiche Regel wie beim Handbuch für das Audi-Cockpit. Viel anschaulicher als in einer Liste könnten die "To-Dos" und Anleitungen virtuell dargestellt werden. Dafür müsste das Tablett nur auf einen Marker an der entsprechenden zu kontrollierenden Stelle gehalten werden und schon poppen die nötigen Informationen auf. Die Stellen, die schon kontrolliert sind, ließen sich dann einfach auf dem Tablett in der Applikation andersfarbig markieren. Sobald die Kontrolle durchgeführt ist, könnten wiederum entsprechende Notizen für die anderen Kollegen hinterlassen werden.

Besonders weit ist die Augmented Reality bisher im Bereich der unterhaltsamen Bildung – also der Museumspädagogik. Einfach das Smartphone auf einen Raum halten und die ausgestellten historischen Geschehnisse erwachen zum Leben.

Oder in Polen. Wer das Kunstmuseum Sukiennice in Krakau besucht, fühlt sich ein bisschen wie im Harry-Potter-Internat Hogwarts, wo die Figuren in den Gemälden in ständiger Bewegung sind. In Krakau werden die Geschichten von acht Gemälden von Schauspielern nachgespielt. Dafür müssen die Besucher nur die entsprechende App auf das Bild halten. Sensoren erkennen entsprechende Marker an der Wand und spielen daraufhin das Video vor dem Originalbild ab.

Und in Tokio werden die Besucher des Sunshine Aquariums bereits am Bahnhof von Pinguinen abgeholt. Eine entsprechende App zeigt die putzigen animierten Vögel an, wie sie über den vor einem liegenden Fußweg wackeln. Die Besucher müssen ihnen nur folgen. Dank GPS kennen sie den Weg.

Bildung: Spielerei mit Lerneffekt

So innovativ und nützlich - siehe das eben zitierte Beispiel aus Tokio - die Möglichkeiten der AR auch sind, sie kranken aktuell vor allem an einem Problem: „Länger als eine halbe Stunde möchte niemand sein Smartphone oder Tablet in der Hand halten“, sagt Dirk Schart. Für eine langfristige Anwendung werden die Nutzer freie Hände haben wollen. „Die Bedienung per Gesten ist nicht mehr weit weg“, sagt Schart.

Tatsächlich kommen in der Industrie gelegentlich schon sogenannten Datenbrillen zum Einsatz, eine Technik, die dank Google auch schon bald den Endverbraucher mit seinen spielerischen Apps erreichen könnte. Das Unternehmen zeigt schon jetzt mit dem Hype um Google Glass die Möglichkeiten der AR und sorgt für eine größere Bekanntheit der Technik. Skeptiker glauben jedoch nicht daran, dass sich die Brille auf dem Massenmarkt durchsetzen wird, schon aus optischen Gründen. Auf der anderen Seite arbeiten Wissenschaftler bereits an Kontaktlinsen, die letztlich die gleichen Funktionen erfüllen können wie Google Glass.

In Arbeit
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Die ersten Datenbrillen von Google sind derzeit schon im Umlauf. Das Unternehmen hat die ersten Entwickler mit dem Gadget ausgestattet. Glaubt man ihnen, scheint das Gerät noch sehr unzuverlässig zu laufen.

Ähnlich sieht es mit etlichen AR-Apps aus, die bisher schon am Markt sind. Obwohl die Branche wächst und die Nachfrage nach den innovativen Lösungen ansteigt, gilt es noch einige Hürden zu überwinden. Sowohl im Bereich der Sensor, als auch der Kameratechnik besteht noch Nachholbedarf. Vom Netzausbau in Deutschland ganz zu schweigen.

Und wie erfolgreich Augmented Reality schließlich beim Endverbraucher wird, hängt vor allem daran, wie geschmeidig die Anwendung läuft und wie groß der Mehrwert für den Nutzer ist - sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen.

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