Innovationen Duftnote als Datei über den Atlantik geschickt

Gerüche in Daten zu verwandeln und per Email zu senden, ist schon lange ein Wunsch der Wissenschaft. Nun machen erste Apps und Gadgets das Unterfangen möglich.

Fotos können mit der App oSnap mit Gerüchen hinterlegt werden. Quelle: Screenshot

Gespannt hat ein Havard-Professor David Edwards in seinem Büro in New Yorks „American Museum of Natural History“ am Dienstag eine Email aus Paris erwartet. Sie enthielt im Anhang ein ganz besonderes Dokument – den Duft von Macarons und Champagner aus Paris. Was verrückt klingt, ist tatsächlich passiert.

Genutzt wurde dabei die Technologie von oNote, entwickelt von dem französischen Unternehmen Le Laboratoire. Funktionieren soll das ganz einfach. Einfach das gewünschte Motiv „abfotografieren“. Im Nachhinein lassen sich zu dem Foto dann verschiedene Aromen per Fingertipp zuordnen. Um es dem Nutzer einfach zu machen, erhält jeder Geruch eine andere Farbe, der dann einfach auf dem Fioto „getagged“ wird. So als wollte man eine Person bei Facebook markieren.

Insgesamt gibt es acht unterschiedliche Aromen – vom gegrillten Brot (gelb) bis zum Geruch der Walnuss (hellbraun). Die Elemente lassen sich so vielfältig kombinieren, dass insgesamt bis zu 300.000 Gerüche entstehen können.

Was gegen Schwitzen hilft
Schwitzen es lebensnotwendig - es dient dem Körper zur Temperaturregulation. Der Schweiß an sich ist zunächst geruchsneutral. Wenn man stark schwitzt, sei es durch Hitze oder Sport, ändert sich das aber schnell. Denn überall dort, wo der Schweiß nicht abtrocknen oder abfließen kann, entsteht ein feucht-warmes Milieu, das Bakterien lieben. Sie finden in dem Sekret Nährstoffe, und sobald sie mit der Zersetzung anfangen, beginnt der unangenehme Schweißgeruch. Quelle: dpa/dpaweb
Zunächst eine schlechte Nachricht: Das eigene Schwitzen kann man nur begrenzt beeinflussen. Denn die Steuerung der Schweißdrüsen wird von der erblichen Veranlagung, von Hormonen und auch Erkrankungen gesteuert. Der spezifische Geruch wird dann durch die Zusammensetzung der Bakterien auf der Körperoberfläche bestimmt. Dennoch gibt es einige Tipps, um unfreiwillige Duftwolken zu vermeiden: Quelle: dpa
Tipp 1: Kurze Erhitzungen vermeidenSelbst wenn der Körper nur über einen ganz kurzen Zeitraum erhitzt wurde dauert es eine Weile, bis das Gehirn das Schwitzen wieder stoppt. Den Sprint auf den letzten Metern zur Bushaltestelle sollte man also besser meiden. Und bevor man in die sommerliche Hitze hinaustritt, sollte man Jackett und Co. ausziehen. Quelle: dpa
Tipp 2: Auf die Ernährung achtenEs gibt einige Nahrungsmittel, die die Wärmeproduktion im Körper steigern. Dazu zählen etwa scharf gewürzte Speisen. Kaffee und Alkohol können ebenfalls merklichen Einfluss auf die Wärmeproduktion haben. Aber auch zu große Portionen beim hastig heruntergeschlungenen Mittagessen belasten den Körper. Man sollte besser mehrere leichte Speisen zu sich nehmen, denn das Verdauen großer und energiereicher Nahrungsmengen ist für den Körper Schwerstarbeit, die zusätzliche Wärme erzeugt. Quelle: Fotolia
Tipp 3: Entspannung suchenÄrger über den Chef, Nervosität vor einer Prüfung, Zeitdruck zwischen Arbeit, Arzttermin, Einkaufen und dem Abholen der Kinder aus der Kita - Stress ist ein enormer Schweißtreiber. Entspannungsübungen und Ruhe können helfen, weniger zu schwitzen. Quelle: Fotolia
Tipp 4: Lockere KleidungZwar schwitzt man kaum weniger, aber weite, luftige Kleidung ermöglicht eine bessere Verdunstung des Schweiß' auf der Haut. Bei den Materialien gibt es laut dem Deutschen Hyperhidrosezentrum keine eindeutigen Empfehlungen. Jeder Mensch ist unterschiedlich empfindlich bei verschiedenen Stoffen. Die leichten, dünnen Kunststoffmaterialien, die mittlerweile bei Sportkleidung weit verbreitet sind, mag nicht jeder direkt auf der Haut. Quelle: dpa
Tipp 5: Beim Waschen viel ReibenRegelmäßige Körperhygiene hilft gegen den unangenehmen Geruch - das klingt banal. Doch auch hier gibt es etwas zu beachten. Denn wer meint, besonders viel Seifenschaum helfe besonders gut, um den Bakterien den Garaus zu machen, irrt. Das Deutsche Hyperhidrosezentrum rät hingegen dazu, auf festes Reiben der Haut zu setzen. So und durch den Einsatz von kleinen Kunststoffknäulen oder Schwämmen erreiche man alle Ritzen und Falten der Haut am besten. Quelle: dpa
Tipp 6: RasierenDurch Abrasieren der Achselbehaarung wird die Oberfläche verkleinert, auf der Bakterien und Schweiß anhaften können. So bietet man der Müffelei weniger Angriffsfläche. Quelle: Fotolia
Tipp 7: Deos und Antitranspirantien einsetzenDie Sprays, Cremes und Sticks enthalten meist Duftstoffe, die den Schweißgeruch überdecken sollen. Wer das nicht mag oder verträgt, erhält aber auch Produkte ohne Duftstoffe. Die sogenannten Antitranspirantien setzen mit Aluminiumsalzen auf eine Verstopfung der Schweißdrüsen, um so das Schwitzen zu reduzieren. Jedoch gibt es gesundheitliche Bedenken gegen Aluminium und eine unzureichende wissenschaftliche Datenlage zu Wirkung und möglicher Aufnahme in den Körper. Das Verbraucherministerium hat Anfang Mai weitere Forschung hierzu in Auftrag gegeben. Quelle: Fotolia
Tipp 8: Für Durchzug sorgenNicht nur am Arbeitsplatz gilt: Fenster auf, Ventilator an. Denn ein leichter Luftzug hilft dabei, den Schweiß zu verdunsten und sorgt so für angenehme Abkühlung auf der Haut. Quelle: AP
Tipp 9: Medizinische LösungenWer übermäßig schwitzt, also unter der sogenannten Hyperhidrose leidet, für den gibt es unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten. Sogenannte Anticholinergika in Tablettenform sollen die Schweißproduktion drosseln. Durch diesen Wirkstoff werden die Nervenreize, die zu einer Sekretionssteigerung der Drüsen führen, unterbrochen. Auch das Spritzen des Nervengifts Botox in die betroffenen Körperregionen oder operative Eingriffe an den Schweißdrüsen werden angeboten. Dermatologen warnen jedoch vor starken Nebenwirkungen dieser Methoden. Zudem könne selbst eine Operation die Schweißproduktion selten vollständig stoppen. Quelle: AP

Der Geruch, der am Ende in New York angekommen ist, soll unverkennbar nach Schokolade, aber auch etwas moderig gerochen haben. Der Champagnerduft hingegen sei eher untergegangen, heißt es in einem Pressebericht.

„Vor allem wenn drei oder mehr unterschiedliche Gerüche zusammenkommen, kann es beim Verschicken noch Probleme geben“, sagt David Edwards. Er hat das Gerät entwickelt, mit dem sich die Geruchsdateien von oSnap wieder dekodieren lassen. Denn nur mit dem Smartphone funktioniert die Technik noch nicht. Dies muss derzeit noch mit einem weiteren Gadget gekoppelt werden, dass den Geruch dann auch wieder frei gibt. Die kleine weiße Säule ist mit einem Knopf versehen, der die kombinierten Aromen freigibt.

Nutzer, die oNotes bereits heute ausprobieren wollen, haben somit ein Problem. Die englischsprachige App lässt sich für iOS-Geräte zwar problemlos aus dem App-Store herunter laden. Zum Abspielen der Gerüche benötigt man allerdings die beschriebene Säule.

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Vor allem Museen sind an der neuen Technologie interessiert, bietet sie doch ganz neue Möglichkeiten, Ausstellungen erlebbarer zu machen. Entsprechend richtet das „American Museum of Natural History“ in New York am 12. Juli erstmals einen öffentlichen Hotspot zum Abspielen der Gerüche ein. Außerdem wird den Nutzern dann auch genau gezeigt, wie sich Aromen überhaupt sinnvoll zusammensetzen lassen. Dabei unterstützen Experten wie zum Beispiel ein Chocolatier. Auch in Paris und Cambridge werden ähnliche Veranstaltungen angeboten.

Bereits jetzt zeigt sich, dass die Nutzer im Umgang mit der App sehr kreativ sind. Sie hinterlegen nicht nur Lebensmittelfotos mit Gerüchen. Auch Strände und Gärten werden mit Aromen versehen.

Eines Tages sollen die duftenden Bilder sogar per Facebook und Twitter geteilt werden können, hoffen die Entwickler. Derzeit befindet sich die Technologie allerdings noch in der Entwicklung. Finanziell unterstützt wird sie unter anderem durch Privatpersonen über die Crowdfunding-Plattform Indigogo.

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