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Internet Anfang vom Ende der Anonymität

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Neben diesem kulturellen Wandel führen technische, wirtschaftliche und politische Entwicklungen dazu, dass in Zukunft Identifzierbarkeit statt Anonymität zur Regel werden dürfte.

Vor allem Facebook breitet sich immer weiter über das Internet aus. Mit dem Dienst „Facebook Connect“ können sich Nutzer auch auf anderen Webseiten anmelden und mit ihren Facebook-Freunden austauschen. Auch andere Anbieter versuchen, die verschieden und durch das Web2.0 immer mehr gewordenen Online-Identitäten zusammenzuführen. Dem Nutzer erspart das immer neues Anmelden, Unternehmen können das so weiter wachsende Wissen über ihre Kunden besser vermarkten.    

Auch Politiker und Sicherheitsbehörden sind bestrebt, Internetnutzer öfter einfacher identifizieren zu können. „Eine schrankenlose Anonymität kann es im Internet nicht geben“, erklärte beispielsweise Innenminister Thomas de Maiziere in seinen „14 Thesen zu den Grundlagen einer gemeinsamen Netzpolitik der Zukunft“. Diese Selbstverständlichkeit als Grundsatzthese aufzubauen lässt für Constanze Kurz vom Chaos Computer Club „wohl nur die Deutung zu, dass in Zukunft der anonyme Zugang noch weiter eingeschränkt werden soll.“

Identifizierung per elektronischem Personalausweis

Ein Schritt dahin wird die Einführung des elektronischen Personalausweises. Damit soll es auch möglich sein, sich über ein Lesegerät am Computer bei Bankgeschäften oder dem Einkauf im Internet eindeutig zu identifizieren. Auch die Einführung der De-Mail, der neuen rechtsverbindlichen elektronischen Kommunikation, geht in diese Richtung. Die kürzlich gestartete Registrierung erfolgt nach dem Prinzip vorname.nachname@gmx.de-mail.de. Pseudonyme sind zwar möglich, werden jedoch durch ein vorangesteltes „pn“ für pseudonym kenntlich gemacht. Die Zeiten von Mausibär75 & Co. sind also auch bei der neuen Form der Mail bald vorbei.

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    Das alles hat für Nutzer natürlich auch viele Vorteile: gerade bei allen Geldgeschäften kann Missbrauch so deutlich erschwert werden. Doch wie bei allen technischen Neuerungen ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie von der Option zur Notwendigkeit werden. Wenn die Möglichkeit erst einmal vorhanden ist und die Nutzer die Vorteile größerer Sicherheit schätzen, werden immer mehr Anbieter eindeutige Identifikationsverfahren einführen. Dann wird man sich auch bei vermeintlich harmlosen und weniger sicherheitsrelevanten Angeboten eindeutig identifizieren müssen. Je mehr Nutzer das freiwillig tun, umso schneller kommt das Ende der Anonymität im Internet.

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