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Internet-Hacker LulzSec Aus Spaß an Schadenfreude

In Spanien verhaftete die Polizei nach Attacken auf Rechner von Sony am Freitag mutmaßliche Helfer der Hackerorganisation Anonymus. Doch vor allem eine Splittergruppe von Anonymus war es, die zurzeit viele IT-Chefs verunsichert hat. Sie versucht Firmen öffentlich zu blamieren.

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Der Sony Playstation Network Quelle: dpa

Die spanische Polizei hat am Freitag drei mutmaßliche Hacker festgenommen, die geholfen haben sollen, in Regierungsserver unter anderem in Ägypten und Libyen sowie Rechner des Unterhaltungskonzerns Sony einzubrechen. Nach Angaben der Behörden waren sie Teil der Hackervereinigung Anonymus. Das sind sogenannte Hacktivisten, die unter anderem während der Aufstände in Nahost mit Attacken gegen dortige Regierungsrechner die Demokratiebewegung unterstützt haben.

Einer der Männer soll sogar einen eigenen Server in seiner Wohnung gehabt haben, von dem aus er die Angriffe auf Regierungsrechner durchgeführt hat. Der 31-Jährige lebt in der nordspanischen Stadt Gijon.

Maximale Blamage von Sony

In den vergangenen Wochen aber sorgte vor allem eine Splittergruppe von Anonymus für Schlagzeilen: LulzSec. Sony und Nintendo, der amerikanische TV-Sender PBS und die US-Bundespolizei FBI – die Liste der Organisationen und Firmen, die Ziel dieser Hackergruppe waren, klingt beeindruckend. Die Cybervandalen dringen in Server ein, stehlen Nutzerdaten, stellen sie auf Tauschportale wie The Pirate Bay. Seit Wochen suchen die Behörden fieberhaft nach den Personen dahinter. Ob die jetzt verhafteten Männer auch zu LulzSec gehörten, ist noch unklar.

„Die immer unübersichtlicheren IT-Landschaften der zumeist global agierenden Unternehmen bergen erhebliche Risiken für personenbezogene Daten. Verschärft wird dies durch den Trend des Cloud Computings“, warnt inzwischen der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar gegenüber der WirtschaftsWoche.

Besonders beim Sony-Konzern, der binnen weniger Wochen gleich mehrfach Opfer solcher Angriffe war, ist der Vertrauensverlust der Nutzer enorm. Schafften es doch die Hacker dank Sicherheitslücken mit einfachsten Methoden in die Sony-Großrechner. Ziel sei „maximale Blamage und Zurschaustellung von Sony und der Sicherheitslücken“, schieb die Gruppe kurz darauf in ihrem Twitter-Kanal.

Das passt zum Motto von Lulz Security. Das Maskottchen der Gruppe ist ein Zylinderträger mit Schnauzer, Monokel und Rotweinglas. Sie bezeichnet sich selbst als weltweit führender Anbieter von hochqualitativer Unterhaltung auf Kosten andere. Lulz ist Internetsprache und bedeutet Schadenfreude. „Diese Hacktivisten werden in der Regel nicht durch finanzielle oder nachrichtendienstliche Ziele motiviert, sondern handeln teilweise aus politischen Beweggründen oder aus bloßem Spaß am Hacken“, sagt ein Sprecher des Bundesinnenministeriums.

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  • Aus Spaß an Schadenfreude
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