Internet-Kontaktbörsen Traumpartner gesucht

Nicht nur flirten will gelernt sein, beim Online-Anbandeln sollte sie auch auf die versteckten Kosten mancher Portale achten.

Ein junges Paar umarmt sich im Sonnenuntergang. Immer mehr Singles suchen einen Partner übers Internet. Bei der Wahl des Portals muss aber einiges beachtet werden. Quelle: dpa

Die Registrierung ist meist kostenlos. Bei den Singleportalen legen Flirtwillige ein eigenes Profil an, anschließend kann die Suche nach Traumprinz oder -prinzessin beginnen. Seriöse Partnerbörsen wie Parship oder Elitepartner erstellen erst nach einem psychologischen Verfahren ein Profil, in dem unter anderem Fragen zu Vorlieben und Persönlichkeit beantwortet werden müssen.

Anschließend sucht ein komplexer Algorithmus passende Partner. Bis hier ist das Prozedere kostenlos. Wer Kontakt mit einem potenziellen Partner aufnehmen möchte, muss zahlen, in der Regel mindestens für ein Drei-Monats-Abo.

Seitensprung-Portale und Erotik-Datingseiten sind für Frauen meist kostenlos. Bei Ashley Madison und Secret erwerben Nutzer Guthabenpunkte. Diese werden eingesetzt, um Kontakt zu anderen aufzunehmen. Im Basispaket gibt es bei Ashley Madison 100 Credits für 79 Euro. Die erste Kontaktaufnahme kostet fünf Credits, eine halbe Stunde Chatten 30 Credits.

Nicht jeder meint es ernst mit der Partnersuche. Generell sollten Nutzer auf keinen Fall auf teure 0180- oder 0190-Telefonnummern reagieren oder gar Flüge oder Hotels für einen Flirt-Partner im Voraus bezahlen. Wichtig ist außerdem, auf die Laufzeit des Abos und die Kündigungsfrist zu achten.

Die größten Flirtbörsen
KissNoFrog Dass es nicht immer läuft wie im Märchen wissen die meisten Frauen, doch die Hoffnung, dass aus dem Frosch vor einem doch noch ein Prinz wird, hat sich bisher, soweit bekannt ist, in der Realität nie erfüllt. Miss Piggy wird das wohl nichts ausmachen. Viel Spaß mit Online-Live-Dating auf jeden Fall ohne echte Amphibien verspricht zumindest Holtzbrinck Ventures mit KissNoFrog. Die Seite richtet sich an 25- 40-Jährige, die bereit sind für drei Monate 69,00 Euro für ihren Spaß auszugeben. Eine Note von Stiftung Warentest gibt es bisher nicht. Quelle: AP
Gay Romeo In immer mehr Staaten wird die Homo-Ehe legalisiert , jetzt verlassen auch die Online-Portale für Schwule und Transsexuelle die Nische und können sich unter den großen Flirtportalen blicken lassen. Gay Romeo gehört zu Planet Romeo, das von Jens Schmidt geleitet wird. Für drei Monate bezahlen die Nutzer 16,90 Euro und können sich somit über die günstigste Bezahl-Seite im Ranking freuen. Eine Note von Stiftung Warentest gitb es jedoch noch nicht. Quelle: dpa
Flirtcafe An ein junges Publikum richtet sich diese Flirtseite. Für drei Monate würde sie nur 57,00 Euro kosten, jedoch ist sie nur für 6 Monate buchbar. Gehalten wird die Seite durch Internet Community Works, eine Gruppe von internationalen Finanzinvestoren. Bei Stiftung Warentest erhielt die Seite jedoch nur die Note 5,2. Warentest untersuchte dabei auf Nutzung, Vertragsabwicklung, Information, Hilfe und den Umgang mit Nutzerdaten. Quelle: Reuters
flirt-fever Ganz heiß her geht es zumindest dem Namen nach bei dieser Webseite. Dort können sich flirtwillige Erwachsene zwischen 20 und 30 kennen lernen. Die zu prebyte Media gehörende Webseite kostet für drei Monate 81,00 Euro. Von Stiftung Warentest erhielt das Portal die Note 3,6. Quelle: Reuters
50Plus-Treff Erstmal vorneweg: Nein, George Clooney ist laut den Medien aktuell nicht single. Und nein, selbst wenn hätte er die folgende Seite sicher nicht nötig. Aber theoretisch passt er in die Zielgruppe, denn: er ist 50. Das Flirtportal 50Plus-Treff richtet sich, wie der Name schon sagt an ältere Singles. Diese bezahlen bei dem von Sven und Marianna Exter geführten Flirtportal 59,50 für drei Monate Mitgliedschaft. Bei Stiftung Warentest wurde die Seite mit der Note 3,6 bewertet. Quelle: dapd
Friendscout24 Für eine dreimonatige Gold-Mitgliedschaft bezahlt man bei diesem Flirtportal 89,50 Euro. Das Durchschnittsalter der flirtwilligen Nutzer beträgt ca 30 Jahre. Im Test erhilt die Seite die Note 3,3. Ein Ableger dieser von der Deutschen Telekom geführten Seite ist übrigens das Seitensprungportal Secret. Quelle: dpa
neu.de Für 74,50 Euro können Nutzer bei dieser Seite drei Monate lang einen Flirt-Partner in einem breiten Publikum suchen. Durchschnittlich sind die Teilnehmer 30 Jahre alt. Das portal gehört zu Meetic, zu dem auch die Partnerbörse partner.de gehört. Bei Stiftung Warentest schnitt neu.de mit der Note 3,2 ab. Quelle: Reuters

Versteckte Kosten

So verlängert sich bei Börsen wie flirt-fever.de das Probeabo automatisch von zwei auf neun Wochen, wenn der Kunde nicht rechtzeitig kündigt. Oft warten auch versteckte Kosten: So werden bei Ashley Madison für die komplette Löschung des Profils 49 Euro fällig. Ein Blick ins Kleingedruckte schützt vor Abzocke.

Mit der Freigabe von Daten sollten Nutzer vorsichtig sein und generell beim Datingspaß natürlich gesunden Menschenverstand walten lassen. Gerade bei Erotik-Datingbörsen empfiehlt es sich, Bekannten Details etwa über den Treffpunkt mitzuteilen.

Auch wenn sich auf den Portalen Zigtausende Liebessuchende tummeln – eine Garantie, den passenden Partner zu finden, gibt es nicht. Die Erfolgsquote liegt nach Angaben der Partnerbörsen-Betreiber bei 30 bis 40 Prozent. Wie hoch sie bei den Erotik-Portalen ist, ist nicht bekannt.

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