Internet-Sicherheit Trojaner als Postetikett getarnt

Nicht nur wer dieser Tage ein Päckchen von der Deutschen Post erwartet, sollte seine E-Mails mit größter Vorsicht behandeln. Es grassiert ein Trojaner, der sich als Abholetikett für eine angeblich verpasste Postsendung tarnt.

Trojaner Deutsche Post Quelle: Pressebild

Betrüger im Internet haben sich wieder eine neue Falle ausgedacht: Der E-Mail-Sicherheitsdienstleister "eleven" warnt vor einem gefährlichen Trojaner, der derzeit in den deutschen E-Mail-Postfächern lauert. Die Nachricht mit dem Betreff "Deutsche Post. Fehler in der Lieferanschrift" enthält einen Trojaner im Anhang. Versendet wird sie von der scheinbar vertrauenswürdigen Absenderadresse "post@deutschepost.de".

Die Nachricht, die in gutem, aber nicht fehlerfreien Deutsch verfasst ist, soll den Anschein erwecken, der Empfänger habe eine Zustellung verpasst. Die Nutzer werden aufgefordert, sich ein vorgebliches Etikett für die Abholung des Pakets aus dem Anhang der E-Mail auszudrucken.

Dabei handelt es sich aber um eine Zip-Datei, die eine Variante des Trojaners Kazy enthält. Um die Virenscanner auszutricksen, sind 34 einzelne Dateien im Anhang verpackt. Um die Spam-Erkennung zu erschweren, wurde zusätzlich ein zufällig generierter Text eingefügt. Wer eine solche E-Mail erhält, sollte den Anhang unter keinen Umständen öffnen, sondern die E-Mail sofort löschen, empfiehlt "eleven".

Merkregeln für sichere Passwörter

Die Masche der verpassten Paketsendungen ist bereits aus den USA bekannt. Dort wird seit langem versucht, mit solchen glaubwürdig wirkenden Mitteilungen Schadsoftware zu verbreiten. Dieser Trend schwappt nun offenbar nach Deutschland über.

Die Experten des "eleven Research-Teams" vermuten, dass die Qualität der deutschen Texte weiter zunehmen wird. Für die Empfänger wird es dadurch immer schwieriger, verdächtige E-Mails zu erkennen. Der Dienstleister rät Nutzern in jedem Fall, den Virenscanner zu aktualisieren: Einige Anti-Virus-Programme erkennen den Trojaner Kazy bereits.

Betrügerische Angriffe per E-Mail sind keine Seltenheit. Erst am Dienstag war ein Hackerangriff auf die Nutzerkonten des E-Mail-Dienstleisters GMX bekannt geworden. Unzureichend abgesicherte GMX-Konten wurden von Hackern gekapert und verschicken nun Spam-Mails an die Kontakte in den Adressbüchern. Die E-Mails kommen dann anscheinend von Freunden oder Bekannten und können gefährliche Links oder Dateianhänge enthalten.

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