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Internet Suchmaschine - Hilfe in allen Lebenslagen?

Im Wochentakt fordern neue Suchmaschinen Google heraus. Sie wollen bessere Antworten finden, aktueller sein und sogar bei Lebensentscheidungen helfen.

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Google-Produktchefin Marissa Quelle: AP

Marissa Mayer mag es perfekt. Auch im Urlaub. Bevor Googles Produktchefin in die Berge aufbricht, prüft die leidenschaftliche Skiläuferin über ihren Suchdienst den Zustand der Pisten. Nicht immer zur eigenen Zufriedenheit: „Die Skiresorts flunkern gern“, sagt Mayer. „Manchmal ist der Schnee knapper als versprochen oder die Pisten sind vereist.“ Im vergangenen Winter informierte sich Mayer daher bei der Konkurrenz. Beim Kurznachrichtendienst Twitter studierte sie Meldungen von Skifahrern, die sich in Colorados Telluride Skiresort aufhielten, kontaktierte manche direkt. „Das zeigt, dass wir bei der Internet-Suche ganz am Anfang stehen“, sagt Mayer. Riesige Mengen Expertenwissen gelte es noch zu erschließen.

Mayers Beispiel belegt: So dominant ihr Arbeitgeber ist, die populärste Suchmaschine der Welt hat mehr Schwächen, als ihr selbst lieb ist. Unter anderem ist Google nicht sehr aktuell. Um neue Informationen zu finden, braucht der Suchgigant mitunter Tage. Mitte Mai erklärte Google-Mitgründer Larry Page, dass sein Dienst vor allem bei der Echtzeit-Suche im Internet nachlegen müsse. Zudem versteht Google seine Kunden nicht immer optimal: Suchende müssen sich in der Regel durch ellenlange Ergebnislisten quälen, um zu den gewünschten Fundstellen zu kommen.

Eine wachsende Zahl von Wettbewerbern versucht nun, diese Schwächen auszugleichen – und sich ein Stück des Milliarden-Werbemarktes auf Suchseiten zu sichern. Erst Mitte Mai startete Mathematik-Genie Stephen Wolfram seine Antwortmaschine Wolfram Alpha, die Anfragen inhaltlich analysiert und anhand einer von Experten gepflegten Wissensdatenbank beantwortet. Jenseits ihrer Stärke in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fragen hat sie aber noch deutliche Erkenntnislücken.

Bing macht Google Konkurrenz

In der vergangenen Woche legte Microsoft mit viel Getöse nach. Der Softwarekonzern startete seine generalüberholte Suchmaschine Bing. Aufgepumpt mit einem 80 Millionen Dollar schweren Marketingetat, soll sie Google das Fürchten lehren.

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    Daneben arbeiten zahlreiche weitere Unternehmen an neuen Suchtechniken. Der Kurznachrichtendienst Twitter etwa will erstmals abbilden, was Internet-Nutzer gerade beschäftigt – in Echtzeit. Das Online-Netzwerk Facebook wiederum hofft, das geballte Wissen seiner rund 220 Millionen Nutzer erschließen zu können. Und Startups wie Hunch von Flickr-Gründerin Caterina Fake setzen auf die raffinierte Interaktion von Sucher und Maschine beim Finden der optimalen Ergebnisse.

    Sie alle wissen: So ausgefeilt der Suchdienst von Google auch erscheinen mag, tatsächlich kratzt auch der Online-Primus bei der Jagd nach relevanten Informationen im Netz bestenfalls an der Oberfläche der Web-Seiten. Die tatsächlich in den Internet-Angeboten und den vernetzten Datenbanken versteckten Wissensschätze aber liegen unentdeckt in den Tiefen des sogenannten „deep web“.

    Google behauptet seine Stellung

    Einige der neuen Ideen haben tatsächlich das Potenzial, die künftige Internet-Nutzung zu revolutionieren. Und so machen sich die Google-Herausforderer kräftig selber Mut: „Wir haben noch viele Jahre Innovation vor uns“, sagt Microsoft-Chef Steve Ballmer bei der Vorstellung seiner „Entscheidungsmaschine“. Das Rennen, hoffen die Google-Herausforderer, sei noch lange nicht gelaufen. Denn wer eine Alternative zu Google etabliert, der erschließt sich Werbeinnahmen in Milliardenhöhe.

    Noch aber hat Google einen gigantischen Vorsprung. Mit immer neuen Finessen zementiert der Primus seine Stellung. Etwa mit der soeben gestarteten Suche Squared, die Informationen aus dem Internet zusammenträgt und in Tabellen präsentiert, beispielsweise welche Autos am wenigsten Benzin verbrauchen. In den USA laufen immer noch 65 Prozent aller Internet-Suchen über die Google-Rechner. Weit abgeschlagen folgt Yahoo mit 20 Prozent und schließlich Microsoft mit kläglichen acht Prozent. In Deutschland ist Google fast Monopolist – mit vier Fünfteln aller Internet-Suchanfragen.

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