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Internet Was Google unterschlägt

Wie jedes Jahr hat Google die meistgesuchten Begriffe präsentiert. Doch was die Deutschen wirklich interessiert, verschweigt der Suchmaschinenriese dabei.

Diese Dax-Konzern-Chefs werden am häufigsten gesucht
Norbert Reithofer, BMW-Konzernchef Quelle: REUTERS
Wolfgang Reitzle, Linde-Chef Quelle: dpa
Martin Blessing, Commerzbank-Chef Quelle: REUTERS
Jürgen Fitschen, Deutscher-Bank-Chef Quelle: REUTERS
Platz 6: Christoph Franz Auch Christoph Franz, den früheren Lufthansa-Chef, wurde 2013 viel gegooglet. Die Frage, die die Menschen im September beschäftige, war sein angekündigter Wechsel zu dem Schweizer Pharmakonzern Roche. Es bleibt Spekuklation, ob die Schwierigkeiten mit den Flugzeugen vom Typ Airbus A340 – unter Lufthanseaten als größte Fehlinvestition des Konzerns eingestuft - seine Entscheidung beeinflusste. Quelle: REUTERS
Anshu Jain, Co-Chef der Deutschen Bank Quelle: dpa
Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG Quelle: AP

Es ist die Zeit der Jahresrückblicke und so präsentierte in dieser Woche auch Google wieder 2013 aus seiner Sicht. Beim so genannten „Zeitgeist“ geht es um die häufigsten Suchbegriffe.

In Deutschland waren das „Wahlomat“, „Immobilien Scout“ und „Paul Walker“. Dazu kommen diverse Kategorien, wie „Auto“ (BMW vor VV und Audi), „Nachrichten“ (Bundestagswahl 2013 vor AfD und Hochwasser) oder „Technik“ (iPhone 5s schlägt Samsung Galaxy S4). Auch die meist gesuchten Dax-Chefs lassen sich so nachvollziehen. 

Und doch sind Schlagzeilen wie „Das sind Deutschlands beliebteste Suchbegriffe“ oder „Was die Deutschen wirklich interessiert“ falsch. Denn was die Deutschen wirklich suchen, sind nicht Dschungelcamp und DSDS, Helene Fischer oder Shades of Grey, sondern nackte Haut. 

Suchbegriffe wie „Sex“ oder „Porno“ schlagen die vermeintlichen Top-Suchwörter bei weitem, wie die folgende Grafik zeigt.

Interesse bei Google-Suche im zeitlichen Verlauf Quelle: Screenshot

Einzig der überraschende Unfalltod des “Fast and Furious“-Schauspielstars Paul Walker konnte die Dauerbrenner für einige Tage übertrumpfen. Vermutlich dürften auch noch andere Spielarten dieses Themenfeldes gefragter sein, als der Wahlomat. Wer es genau wissen will, kann bei „Google Trends“ auch ganz einfach selbst nachschauen wie sich die Suchanfragen für bestimmte Begriffe entwickelt haben.

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Allerdings muss man Google zu Gute halten, dass das Unternehmen durchaus korrekt angibt, was die Zeitgeist-Liste anzeigt. Denn dort steht „Suchthemen mit dem größten Anstieg des Suchvolumens“ – man muss eben nur genau hinschauen und lesen.

Und es sind nicht nur vermeintliche Schmuddelthemen, die beim Ausblenden der Dauerbrenner wegfallen. Auch andere Internetdienste, darunter Konkurrenten, liegen nach absoluten Zahlen weit vor den Trendbegriffen.

Interesse bei Google-Suche ohne Dauerbrenner im zeitlichen Verlauf Quelle: Screenshot

Der deutsche E-Maildienst „Gmx“ etwa oder „Ebay“, beide sind sogar deutlich gefragter als „Sex“. Ein Grund dafür ist sicher, dass viele Menschen Google als Browser nutzen und eine gesuchte Website statt in die Adresszeile von Firefox oder Internet Explorer einfach in Googles Suchschlitz eingeben.

Erstaunlich ist freilich ein Begriff, der meist noch vor all diesen anderen liegt: „Google“. Doch wenn Google den als Topsuchbegriff 2013 präsentieren würde, wäre das Medienecho wahrscheinlich ein anderes.

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