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Internet Wie Webdienste legal Millionen Musiktitel anbieten

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Niemandem in der Branche konnte der Erfolg des schwedischen Musikportals entgehen: Rund sieben Millionen Spotify-Nutzer aus sechs europäischen Ländern haben bereits rund 100 Millionen individuelle Titellisten angelegt. Und während 95 Prozent der Nutzer die Musik kostenlos hören, unterbrochen von kurzen Werbespots, kaufen sich 250.000 Nutzer für monatlich zehn Euro von der Reklame frei.

Im Grunde sind Simfy und Steereo nichts als Kopien von Spotify. Der wichtigste Unterschied: Die Schweden dürfen ihre Dienste in Deutschland nicht anbieten. Vorerst jedenfalls. Wer die Seite von einem deutschen Rechner aus ansteuert, wird abgewiesen, weil sich das Unternehmen mit den hiesigen Rechteverwaltern nicht einig wurde. Die Gema sei das größte Hindernis, klagt Spotify-Gründer Daniel Ek bei jeder Gelegenheit.

Verhandeln mit der Gema

Dort ist man sich keiner Schuld bewusst: Das Problem sei, dass Spotify die Urheber lediglich pauschal entlohnen will. Die Gema jedoch verlangt Gebühren, nach der Zahl der angeklickten Musiktitel. Wer das nicht akzeptieren will, darf in Deutschland nicht starten. Simfy und sein Partner Music Networx haben sich darauf eingelassen, schweigen aber zu den Details.

Hinter den Kulissen wird nun kräftig gefeilscht: Zusammen mit dem Branchenverband Bitkom verhandelt die Gema über eine neue, industrieweite Vergütungsregelung für Online-Musikläden. Akzeptiert Spotify die, könnte das Portal sofort loslegen. Dann wird es eng für lokale Anbieter wie Simfy und Steereo. Das wissen sie. Und so macht es den Anschein, als wollen sie wenigstens hübsche Bräute sein, wenn das große Fressen auf dem deutschen Markt beginnt.

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Standort erkennen

    Simfy plant, sich schon in wenigen Tagen mit Fernsehspots einen Namen zu machen. Zugleich vergrößert das Unternehmen die Musikauswahl. Erst vor wenigen Tagen einigten sich die Kölner mit Merlin, einem Zusammenschluss von rund 12.000 Independent-Plattenlabels, die Künstler wie Arctic Monkeys, Franz Ferdinand und Björk unter Vertrag haben. Merlin erweitert den Simfy-Katalog um eine halbe Million Titel.

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