Internethandel Amazon greift mit dem Kindle-Button an

Amazon bietet ab sofort einen Kindle-Button an. Damit lassen sich Artikel anderer Homepages und Blogs auf den E-Reader schicken. Es ist ein weiterer Schritt, der zeigt, dass Amazon viel mehr will als nur ein Einzelhändler zu sein.

Das Kindle Fire bei der Präsentation in New York. Auf das Gerät können Leser künftig per Kindle-Button Texte anderer Websides und Blogs schicken. Quelle: dapd

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit: Facebook, Twitter, Tumbler, Pinterest – alle möglichen sozialen Netzwerke bieten schon lange einen Button an, den Blogs oder Webseiten unter ihren Beiträgen integrieren können. Darüber lässt sich der gelesene Text mit einem Mausklick ganz einfach mit Freunden und Bekannten teilen. Mark Zuckerberg war mit Facebook der erste, der diese Innovation umsetzte, und machte die Plattform damit zum Massenphänomen. Nun greift auch Amazon-Chef Jeff Bezos die Masse an – mit einem Kindle-Button. Er reiht sich nicht einfach nur ein: Bezos will mit Amazon das gleiche wie die Führungsspitzen von Apple, Facebook, Microsoft oder Google - ganz vorne im digitalen Geschäft mitspielen.

Die besten Zitate von Amazon-Gründer Jeff Bezos

Der Kindle-Button ist ein weiterer Schritt auf dem Weg dahin. Er soll es Lesern ermöglichen, sich Texte mit einem Klick auf das Kindle zu schicken, um ihn zu einem anderen Zeitpunkt in Ruhe lesen zu können. Die amerikanische Nachrichtenseite Washington Post hat den weißen Wiedervorlage-Knopf mit dem roten „k“ darauf bereits integriert.

Klickt man ihn an wird man aufgefordert, sich per E-Mail-Adresse oder Amazon-Passwort anzumelden. Im Anschluss lässt sich einstellen, ob die Inhalte per UMTS oder WLAN übertragen werden sollen. Wer mehrere Geräte besitzt, muss ich entscheiden, auf welches Gerät die Beiträge künftig gesendet werden sollen. Kurz darauf erscheint der gesendete Text in einer Dokumentenübersicht, die sich bisher allerdings noch nicht sortieren lässt. Hier ist sicher noch eine Nachjustierung nötig.

Wie sich der Kindle-Button einbauen lässt, erklärt Amazon im Blog. Wordpress-User finden ebenfalls online eine Erläuterung und ein eigenes Plug-In.

Preiswerte E-Reader auf dem Vormarsch
TolinoNina Hugendubel (Geschäftsführende Gesellschafterin Buchhandlung H. Hugendubel GmbH & Co. KG) posiert mit dem eReader tolino. Die führenden deutschen Buchhändler Thalia, Weltbild, Hugendubel sowie Club Bertelsmann bündeln künftig ihre Kompetenzen im Hinblick auf das digitale Lesen. Die Partner setzen dabei auf die neue Marke tolino. Das neue Gerät verfügt über einen sechs Zoll großen Bildschirm und wiegt 183 Gramm. Der Akku läuft angeblich bis zu sieben Wochen. Die integrierte Beleuchtung ist stufenlos regelbar. Der eReader ist mit einem Zwei- und einem Vier-Gigabyte-Speicher erhältlich. Der Cloud-Speicher verfügt über 25 GB, wobei Einzeldateien in einer Größe von 500 MB geladen werden können. Das gerät läuft mit dem Google-Betriebssystem Android. Quelle: dpa
Drei Frauen lesen auf dem E-Reader 'txtr Quelle: Presse
Amazon gehört bei den elektronischen Lesegeräten zu den Vorreitern. Der US-Konzern bietet in Deutschland mittlerweile eine ganze Palette an. Die billigste Version ist ein Kindle für 80 Euro. Das Gerät ist sechs Zoll groß und greift per WLAN auf die Amazon-Website zu. Doch der US-Riese hat noch mehr im Angebot. Quelle: dpa
Kindle Fire Quelle: REUTERS
Die Buchhandelskette Thalia bietet das Cybook Odyssey vom französischen Hersteller Bookeen für 120 Euro an. Das Gerät hat einen Touchscreen und einen WLAN-Anschluss, über den Nutzer direkt zum vorinstallierten Online-Shop des Unternehmens gelangen. Weitere Geräte sollen zum Weihnachtsgeschäft herauskommen. Quelle: Presse
eBook Reader 4 Quelle: Presse
Auch Sony vertreibt in Deutschland Lesegeräte - etwa dieses Modell mit WLAN. Quelle: Presse

Die Einführung des Kindle-Buttons macht deutlich, wo Amazon nun hin möchte - das Produkt in die Masse treiben. Überall im Netz soll man nun die Möglichkeit bekommen, etwas an sein Gerät zu schicken, um es dort dann später zu lesen.

Schon jetzt ist der Internethändler weit mehr als nur ein Anbieter für Bücher und Musik. Von der Erweiterung des Sortiments einmal abgesehen, hat der Konzern eben auch ein Geschäftsmodell in der digitalen Welt entwickelt. Seit November 2007 ist Amazons E-Reader Kindle zum Spitzenpreis in den USA erhältlich. Das Unternehmen bot das Gerät extra günstig an, dafür jedoch mit einer Bindung an den eigenen App-Store.

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Dadurch hoffte der Internethändler, seine E-Books besser vertreiben zu können, und so die geringe Marge an den Geräten wieder einzutreiben. Mit Erfolg: Morgan-Stanley-Analyst Scott Devitt hat erst im Februar eine Schätzung zu den Gewinnen des Unternehmens veröffentlicht. Er kommt zu dem Ergebnis, dass das Kindle-Ökosystem bereits elf Prozent des Amazon-Umsatzes und mit 34 Prozent mehr als ein Drittel des konsolidierten operativen Gewinns des Unternehmens ausmacht. Und das, obwohl Chef Jeff Bezos den Absatz des E-Readers Kindle und des Tablets Kindle Fire stark subventioniert hat.

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