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Interview mit Kim Dotcom "Hollywood fördert Piraterie"

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„Megaupload war Werbung für die Filmindustrie“

Der 37-Jährige war eine der schillerndsten Figuren der New Economy: Vom Hacker wurde er zum Internet-Star. „Kim Tim Jim Vestor“ sagte gern:

Sie glauben also, dass ein Dienst wie Megaupload oder jetzt auch Mega sogar eine Art Werbeplattform für die Filmindustrie ist?
Ja, insbesondere für die unabhängigen Produktionen, Filme also, die für weniger als eine Million Dollar produziert werden. Die haben keine großen Werbebudgets. Die werden nicht im Fernsehen gespielt und haben keine großen Plakate. Diesem Teil der Content-Industrie, der ja insgesamt viel grösser ist als die Blockbuster-Produzenten, diesen kleinen Anbietern ist durch die Schließung von Megaupload am meisten geschadet worden. Das ist traurig. Denn sonst weiß ja keiner von dem Film. Diesem Marksegment der Filmindustrie hat – nach Ansicht dieser Studien – Megaupload schon geholfen.

Es schwirren verschiedene Zahlen rum, was Sie mit Megaupload verdient haben. Wieviel Geld haben Sie gemacht, Herr Dotcom?
Megaupload hat in einem Jahr 100 Millionen amerikanische Dollar Umsatz gemacht. Das war also kein kleines Unternehmen. Dazu muss ich sagen, dass 85 Prozent unserer Kunden zu Fortune 500 gehörten. Jede große Firma hatte bei uns Konten. Viele Nutzer haben unseren Service für komplett legitime Zwecke verwendet. Piraterie ist eine von vielen Nutzungsmöglichkeiten. Megaupload konnte für legitime Zwecke benutzt werden, aber eben leider auch für illegitime.

Sie waren der Betreiber dieses missbrauchten Dienstes…
Ja, aber für den Missbrauch kann man mich aber nicht verantwortlich machen. Ich bin nicht hingegangen, und habe Filme hochgeladen und dann die Links rausgegeben. Ich habe nicht Leute bezahlt, die Filme hochladen und Links verbreiten. Hollywood hat den unglaublichen Fehler gemacht und gesagt, wir hätten Menschen bezahlt, damit diese Filme hochladen. Dass wir also ein Belohnungsprogramm hätten, das so was honoriert hätte. Das ist natürlich vollkommener Käse, weil wir überhaupt keine Belohnungen bezahlt haben für Datenpakete die grösser waren als 100 Megabyte. Kein Film ist kleiner als 100 Megabyte, nicht einmal eine Fernsehserie, es sei denn, man schaut sie sich im Postkartenformat an. Zu behaupten – wie dies Amerika tut – wir hätten ein Belohnungsprogramm gehabt das die Piraterie fördere, ist eine Lüge. Das wird sich vor Gericht herausstellen.

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