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iOS 7 Sir Jony, Apples stiller Design-Held

Die Präsentation des neuen mobilen Betriebssystems iOS 7 war das große Highlight bei der Eröffnung der Apple-Entwicklerkonferenz. Es ist das Werk eines Apple-Urgesteins. Über den Chef-Designer und sein Werk.

Jony Ive bei der Eröffnungsveranstaltung zu Apples Entwicklerkonferenz. Quelle: dpa

Rhythmisch erklingt immer wieder der gleiche helle Klavierton im Viervierteltakt. Dann ertönt seine Stimme, dunkel mit britischem Akzent. „We have always thought of design as being so much more than just the way something looks“, sagt Apples-Chef-Designer Jonathan Ive im Promo-Video für sein Meisterwerk, das neue mobile Betriebssystem iOS 7. Er formuliert sein Credo, das zum Inbegriff allen Apple-Marketings geworden ist: Design ist mehr als nur Aussehen. Es geht um das Ganze. Darum, wie ein Produkt funktioniert.

So ist er auch an das neue iOS herangegangen und hat ihm doch auch optisch eine neue Note verpasst. Weg ist der alte Look aus Holz und gedeckten grünen Farben. Der Brite Jonathan Ive setzt auf neue, frische Töne, die fast an die Android-Optik erinnern. Dazu die Transparenz der ersten Fläche, die dafür sorgt, dass ein 3-D-Effekt entsteht. Es scheint, als könne man an den Apps regelrecht vorbei auf das Hintergrundfoto schauen. Das sieht nicht nur gut aus, es ist auch praktisch. Stark irritiert die Hintergrundbilddarstellung beim aktuellen iOS. Die Anwendungen sind kaum zu erkennen.

Für die neue Optik gab es regelrechte Jubelrufe, die Jonathan Ive, der sich am liebsten einfach Jony nennen lässt, mit einem leichten Lächeln zur Kenntnis nimmt. Sein Auftritt beschränkt sich auf das Video, in dem er mit ruhiger Stimme den ganzen Charme seines Werkes umschreibt. Die große Bühne hingegen meidet er und sitzt lieber im weißen T-Shirt und Jeans im Publikum. Understatement und Zurückhaltung sind schon immer sein Markenzeichen gewesen. Er bleibt im Hintergrund und entwirft. Vorführen sollen andere.

Das sind die Macken des iPhone 5
Die Begeisterung beim Verkaufsstart des iPhone 5 kannte in den Apple-Stores der Welt keine Grenzen. Doch trotz der schönen Bilder und noch besseren Verkaufszahlen ist wohl kein iPhone-Verkaufsstart je so schief gelaufen, wie dieser. Die Netzgemeinde überschlägt sich mit Kritik am neuen Apple-Smartphone. Quelle: REUTERS
KratzerDa nimmt man das neue iPhone aus der Packung und statt schwarzer Eleganz sticht einem ein Kratzer ins Auge. Erste Tests haben ergeben, dass das iPhone 5 trotz neuem Metallrücken deutlich anfälliger für Kratzer ist als noch das iPhone 4S. Und das nicht nur auf dem Rücken, sondern auch auf dem vergrößerten Display. Quelle: REUTERS
KostenDie günstigste Variante des iPhone 5 soll ohne Vertrag immerhin 679 Euro kosten. Das sind 50 Euro mehr als noch das Vorgängermodell 4S. Dabei liegen die Produktionskosten für das neue Apple-Smartphone bei etwa 170 Euro. Apple begründet die Preiserhöhung unter anderem mit Personalkosten. Obwohl sich viele Apple-Fans abgezockt fühlen, greifen sie zu - und die Preispolitik des Unternehmens scheint aufzugehen. Quelle: REUTERS
iOS6-MapsDie Kombo zeigt zwei Screenshots von Karten des Gebiets um den Bahnhof Shinjuku Station in Tokio: Links ist die Darstellung im bisherigen Google Maps zu sehen, rechts die Darstellung in Apples neuem Kartendienst. Apple hat zum Start des neuen iPhone 5 auch die bisherigen Google-Karten durch einen eigenen Dienst ersetzt. Fehler und fehlende Details in den neuen Karten verärgerten jedoch viele Nutzer. Teilweise wurden Städte gar nicht angezeigt, Routen quer durch das Meer empfohlen oder Straßennamen nicht sauber ausgespielt. Quelle: dpa
AkkuDas iPhone 5 ist dünn wie nie. Doch auf die 17 Prozent, die das Gerät schlanker daher kommt, hätten viele iPhone-Fans gerne verzichtet, wenn stattdessen ein leistungsstärkerer Akku zum Einsatz gekommen wäre. Viele User beschweren sich via Twitter über eine schlechte Akku-Leistung. Quelle: REUTERS
SteckerApple-Marketing-Chef Phil Schiller hat in San Francisco den neuen Stecker des iPhone 5 angepriesen. Dieser soll der neue Standartstecker für alle künftigen Apple-Geräte werden, hieß es weiter. Alte Zusatz-Gadgets können mit Hilfe eines Adapters weiter genutzt werden. Für dieses Adapter verlangt das Unternehmen satte 29 Euro, mit Kabel sogar 39 Euro. Ein cleveres Zusatzgeschäft für Apple, das viele Kunden aufregt. Quelle: REUTERS
LTEDesweiteren kündigte Apple an, den Datenturbo-LTE weltweit für das iPhone 5 zur Verfügung zu stellen. Allerdings entschied sich das Unternehmen, lediglich die Frequenz von 1800 MHz zu unterstützen. Die Nutzungsrechte für diese Frequenz hält in Deutschland derzeit die Telekom. Und die verlangt einen LTE-Zuschlag von fast zehn Euro, dabei ist das LTE-Netz auf 1800 MHz bisher fast nur in städtischen Gegenden ausgebaut. Andere Anbieter wie Vodafone oder O2 müssen darauf hoffen, dass Apple auch bald die Frequenz 800 MHz unterstützt. Quelle: REUTERS

Der 46-Jährige ist erst seit Oktober 2012 als Chefdesigner bei Apple. Er übernahm den Posten nachdem Chef Tim Cook Vorgänger Scott Forstall - im Zuge des Maps-Desasters nach der Einführung von iOS 6 - entlassen hatte. Ive ist seitdem nicht nur für den Look der Hardware, sondern auch für den der Software verantwortlich.

Mit seiner Personalentscheidung hat Cook auf ein Apple-Urgestein zurückgegriffen. Bereits 1992 kam Ive zu Apple. Auf ihn gehen die iMac-Designs aus buntem Kunststoff zurück, mit denen Apple erstmals der große Wurf am von grauen Gehäusen dominierten Markt gelang. Ab 1997 arbeitete er eng mit dem ehemaligen Apple-Chef Steve Jobs zusammen, der ihm schnell die Verantwortung für die Gestaltung der gesamten Apple-Produktlinie übertrug. Neben dem iMac entwarf er auch das iBook, das MacBook Pro, den Power Mac G4 Cube (sowie den Nachfolger G5), den iPod, das iPhone und das iPad.

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