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iPhone-Software Rätselraten vor dem Apple-Event

Ein neues Betriebssystem für iPhone und iPad, vielleicht auch ein Internet-Radiodienst - aber was noch? Vor Apples Entwicklerkonferenz WWDC stellen auch etablierte Kenner der Firma fest, dass sie im Dunkeln tappen.

Zum Apple-Entwicklerkongress WWDC 2013 werden rund 5000 Entwickler im Moscone Center in San Francisco erwartet. Der iPhone-Hersteller wird auf der Konferenz u.a. sein runderneuertes Smartphone-Betriebssystem iOS 7 vorstellen. Quelle: dpa

Das Warten der Apple-Fans hat ein Ende: Der iPhone-Konzern wird am Montagabend Neuheiten bei seiner Entwicklerkonferenz WWDC vorstellen. Als sicher gilt, das die Top-Manager um Konzernchef Tim Cook ein neues Betriebssystem für iPhone und iPad präsentieren: iOS 7. Fotografen von Technologie-Blogs schossen bereits Bilder, auf denen im Konferenzgebäude in San Francisco Tafeln mit einer großen bunten „7“ zu sehen waren.

Das nächste iOS wird mit besonders großer Spannung erwartet. Zum einen bringt der Vormarsch des Google-Systems Android Apple unter Zugzwang, das Innovationstempo zu erhöhen. Zum anderen soll es in wesentlichen Teilen die Handschrift des Chefdesigners Jony Ive tragen. Der Mann hinter den minimalistischen Formen der Apple-Geräte bekam im vergangenen Herbst auch die Verantwortung für das Aussehen der Software übertragen. Nach bisherigen Medienberichten soll er das Design vereinfacht haben: Ive gilt als Gegner digitaler Kopien echter Gegenstände wie virtuelle Buchregale aus Holz oder der Leder-Einband in einer Kalender-App.

Die zehn Erfolgsgeheimnisse des IT-Konzerns
Wie macht Apple das nur? Aktuell ist Apple das wertvollste Unternehmen der Welt. Der Börsenwert liegt bei mehr als 580 Milliarden Dollar. Und Apple  hat Barreserven in Höhe von  216 Milliarden  Dollar. Zehn Gründe warum das Unternehmen so viel besser ist als jeder Konkurrent. Quelle: REUTERS
1. Der NetzwerkeffektDie IT-Welt funktioniert nach anderen Regeln als der Rest der Wirtschaft. Eine besondere Rolle spielt der sogenannte Netzwerkeffekt. Beispiel Microsoft: In der Ära des PCs hatte der Konzern ein Quasi-Monopol im Bereich der Desktop-Betriebssysteme und der Office-Software. Der Grund: Sobald MS-DOS und später Windows gegenüber damals konkurrierenden Systemen wie CP/M nur einen hauchdünnen Vorsprung hatte, entwickelten Softwareentwickler vornehmlich für das Microsoft-System, um möglichst viele potenzielle Kunden zu erreichen. Andererseits wurde die Microsoft-Plattform mit der verfügbaren Software auch für die Kunden immer attraktiver. Die große Verbreitung von Office in der PC-Ära machte auch diese Software zum Quasi-Standard: Wer die Dokumente von Freunden, Kollegen und Geschäftspartnern lesen und bearbeiten wollte, musste zur Microsoft-Software greifen. Quelle: dpa
1. Der NetzwerkeffektIm mobilen Markt hat Apple die Nase vorn. Zwar werden in absoluten Zahlen im Smartphone-Markt mehr Geräte mit Android-System verkauft – doch Android-Nutzer zeigen im Schnitt deutlich weniger Bereitschaft, Geld für Apps auszugeben. Quelle: AP
2. Zulieferer in vielen LändernApples Zulieferer beschäftigen mehr als 1,6 Millionen Menschen in 20 Ländern. Apple steht wegen der Arbeitsbedingungen seiner Zulieferer in der Kritik. Das taiwanesische Unternehmen Foxconn, das vornehmlich in China produzieren lässt, wurde zum Symbol für Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen. Jetzt ist es Apple durch Kontrollen bei Zulieferern gelungen, Verstöße gegen Arbeitszeit-Beschränkungen zu reduzieren. Die Obergrenze von 60 Arbeitsstunden pro Woche sei im vergangenen Jahr zu 97 Prozent eingehalten worden, erklärte der Konzern in seinem jährlichen Bericht zur Lage bei den Zulieferern. Ein Jahr zuvor wurde noch ein Wert von 92 Prozent angegeben. Die durchschnittliche Arbeitszeit für fest angestellte Mitarbeiter bei Zulieferern lag jetzt bei 55 Stunden pro Woche. Quelle: dpa
3. MargeDie Marge pro verkauftem Gerät ist traditionell besonders hoch bei Softwareherstellern: Nachdem ein Software-Produkt entwickelt ist, sind die Kosten pro verkauftem Medium sehr gering, der Verkaufspreis hoch. Apple verkauft zwar auch Software, verdient sein Geld aber hauptsächlich mit dem Verkauf von Hardware. Der Konzern erreicht allerdings auch bei der Hardware Margen, von denen die Konkurrenz nur träumen kann. Offizielle Zahlen gibt es nicht, doch Analysten schätzen die Marge pro verkauftem Gerät zwischen 30 und 40 Prozent. Besonders groß ist die Marge beim iPhone – und davon hat Apple wiederum besonders viele Geräte verkauft: im Jahr 2015 mehr als 231 Millionen Stück. Quelle: REUTERS
4. Konzentration auf das WesentlicheAuch bei den Produktkategorien herrscht Übersichtlichkeit. Das aktuelle iPhone SE gibt es jeweils mit unterschiedlicher Speicherausstattung – auf verwirrende Produktbezeichnungen mit langen Zahlenreihen und verschiedenen Ausstattungen verzichtet der Konzern komplett. Mit der Konzentration auf das Wesentliche hat Apple auch beim Produktdesign Trends gesetzt: Überflüssiges wird weggelassen. Das macht die Produkte elegant und benutzerfreundlich. Damit liegt Apple ganz auf der Linie des heimlichen Vorbilds, dem deutschen Braun-Designer Dieter Rams. Quelle: dpa
Apple-Museum Quelle: dpa

Wie das neue iOS-System jedoch genau aussieht und welche neuen Funktionen es hat, sickerte nicht durch. Spekuliert wird unter anderem über AirDrop, eine Möglichkeit schnell Dateien wie Bilder zwischen Apple-Geräten auszutauschen. Außerdem solle das Hochladen von Bildern zum Yahoo-Fotodienst Flickr und Videos zur Plattform Vimeo erleichtert werden, berichtete das Blog „9to5Mac“. Spekuliert wird auch über eine bessere Integration ins Auto und Foto-Filter. Die App-Entwickler erhoffen sich von Apple offenen Zugang zu mehr Funktionen wie zum Beispiel dem sprechenden Assistenten Siri.

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Zudem hat Apple es wohl geschafft, rechtzeitig die nötigen Lizenzen der Musikbranche für ein neues Internet-Radio zusammenzukriegen. Dem Blog „All Things D“ zufolge soll nun als letzter der drei großen Musik-Konzerne auch Sony an Bord sein. Damit könnte Apple sein „iRadio“ wie erwartet bei der WWDC vorstellen - richtig starten soll es allerdings erst später. Der Dienst soll kostenfrei und werbefinanziert sein - mit der Möglichkeit, sich Songs per Knopfdruck über die iTunes-Plattform zu kaufen.

Erwartet werden auch neue Modelle von Macbook-Laptops zusätzlich zur nächsten Version des Mac-Betriebssystems OS X.

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