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IT-Sicherheit Die Gefahr sitzt vor dem Rechner

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Technik schützt vor Torheit nicht

So schreddere ich Daten richtig
Warum muss ich meine Daten überhaupt löschen?Wer sein altes Handy oder Notebook nicht länger braucht, kann beides bequem über verschiedene Internetplattformen wie der Tauschbörse Ebay oder dem Rückkaufportal Momox verkaufen. Doch wer seine technischen Geräte an Dritte weiterreicht, sollte sichergehen, dass alle Daten überschrieben sind. Sonst lassen sich auch vermeintlich gelöschte Daten von geübten Nutzern leicht wiederherstellen. Quelle: rtr
Wieso muss ich beim Löschen selbst aktiv werden?Festplatten funktionieren nach einem simplen Prinzip: Wird eine Datei gespeichert, weist der Computer der Datei einen bestimmten Speicherplatz zu und merkt sich, dass er dort nichts anderes speichern darf. Wenn der Nutzer bestimmte Dateien löscht, gibt der Computer den vorher blockierten Speicherplatz wieder frei. Entfernt sind die Dateien damit aber noch nicht, sondern erst dann, wenn sie durch neue Informationen überschrieben werden. Quelle: dpa
dem werden Dateien beim Speichern in vielen Fragmenten auf der Festplatte verteilt. Oft reichen nur wenige dieser noch nicht überschriebenen Fragmente, um Dateien mit einer Wiederherstellung-Software zu rekonstruieren. Quelle: dpa
Wie säubere ich Computer und Notebooks?Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt, spezielle Software zu nutzen, die kostenlos heruntergeladen werden kann. Gemeinsam ist diesen Programmen, dass sie die Festplatte mehrfach mit sinnlosen Informationen überschreiben. So bleiben die Geräte weiter nutzbar, doch keine der früheren Dateien lässt sich rekonstruieren. Zu den vom BSI empfohlenen Gratisprogrammen gehört "Eraser", das beim Onlineportal "Chip.de" heruntergeladen werden kann. Damit lassen sich auch Speichermedien wie externe Speicher und SD-Karten vollständig überschreiben. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Wie säubere ich meinen Smartphone-Speicher?Smartphones bieten eine Funktion, die sich sinngemäß "Daten löschen und Werkseinstellungen wiederherstellen" nennt. Allerdings ist auch hier nicht sichergestellt, dass der Speicher überschrieben wird. Wer seine persönlichen Daten vom Surfen im Netz oder aus dem Zwischenspeicher (Cache) einer Anwendung löschen will, kann auf das Programm "Quick App Manager" zurückgreifen. Quelle: dpa
Für das Löschen des kompletten iPhone-Speichers empfehlen Fachmagazine die App iErase. Für das meistgenutzte Smartphone-Betriebssystem Android hat sich noch keine vergleichbare App durchgesetzt. In Internetforen wird oft die Anwendung "Shredroid" empfohlen, doch viele Android-Nutzer klagen in Googles PlayStore über diverse Probleme. Wichtig ist auf jeden Fall, externe Speicherkarten aus dem Handy zu entfernen oder die Daten genauso wie bei einer PC-Festplatte zu löschen. Quelle: AP/dpa
Was mache ich mit kaputten Endgeräten?Auch wenn das Gerät auf den Elektroschrott soll, gibt es Mittel und Wege, alle Daten zu zerstören: Der IT-Verband Bitkom rät, den Datenträger zu schreddern. Möglich ist genauso, die PC-Festplatte oder das Smartphone in eine Plastiktüte zu stecken und dann mit einem Hammer draufzuhauen. Quelle: dpa

Auch das E-Mail-Programm Outlook hat seine Tücken. Eine PR-Assistentin, die anonym bleiben möchte, bekam eines Tages eine E-Mail von einem möglichen Kunden, der sich nach einer Zusammenarbeit erkundigte. Die Frau leitete die Anfrage formell an ihren Chef weiter und setzte den potentiellen neuen Geldgeber in Kopie, um den Kontakt herzustellen. Der Chef klickte unbedacht auf „Allen Antworten“ und schrieb zurück: „Was sind denn das für Leute? Haben die Geld?“ Erst beim Senden fiel ihm sein Fauxpas auf. Die Antwort des nunmehr nicht mehr interessierten Kunden kam schnell und heftig: „Ja, haben wir, aber nicht mehr für ihr Unternehmen.“

Ob Stress, Unwissenheit oder schlichtweg Tollpatschigkeit - helfen sollen dann IT-Mitarbeiter, die mit wachsender Technologie auch immer mehr gefordert werden. Heute sind die Techniker in einem Unternehmen oft nicht mehr nur noch für das Einrichten von Druckern und PCs zuständig. Sie sollen das Backup im Auge behalten, Datenanalysen durchführen, schulen  – und eben für die IT-Sicherheit sorgen. 72 Prozent der befragten Unternehmen gaben gegenüber Ernst and Young an, dass sich die IT-Abteilung auch um die Datensicherheit kümmert. Eine eigene Sicherheitsabteilung gibt es nur in 14 Prozent der Fälle. Und ein Präventionssystem, das Hinweise auf die Aktivitäten von Eindringlingen geben könnte, leisten sich nur etwa zwölf Prozent der befragten Unternehmen.

 

Digitale Welt



„Aktuell erleben wir, dass das Thema IT-Sicherheit viel zu sehr mit der heißen Nadel gestrickt ist“, sagt Marc Fliehe. Doch langsam erkennen die deutschen Unternehmen die Gefahren und schauen mit der wachsenden Digitalisierung durchaus besorgt in die Zukunft. Drei Viertel der befragten Manager der Ernst&Young-Studie sind überzeugt, dass die Gefahr von Cyberangriffen für ihr Unternehmen steigen wird. Und sogar 90 Prozent der Befragten glauben, dass Industriespionage die gesamte deutsche Wirtschaft künftig bedrohen wird. Neun von zehn Managern erwarten gar, dass das Risiko für Unternehmen, Opfer von Cyber-Attacken zu werden, in Deutschland zunehmen wird.

Die Frage ist, wie schnell Unternehmen auf die Cybergefahren reagieren können. Sofort müsste verstärkt in die IT-Sicherheit investieren werden. Und in Schulungen der Mitarbeiter. Denn nur so lässt sich auch der so genannte „Human Factor“ einschränken.

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