Kampfansage an Microsoft Apple will mit kostenloser Software punkten

Trotz des Preisdrucks der Rivalen im Tablet-Markt bleibt sich Apple treu: Die neuen iPads sind schnell und dünn - werden aber nicht billiger. Dafür gibt es mit kostenloser Software eine Kampfansage an Microsoft.

Das ist Apples neue iPad-Generation
Vorgestellt wurden sowohl ein neues iPad mini als auch das iPad 5, das unter dem Namen iPad Air in den Handel kommt. Quelle: AP
Verkaufsstart der fünften Generation des Tablets soll der 1. November sein. Ein iPad Air mit 16-GB-Speicher kostet in den USA 499 Dollar (rund 365 Euro), der Preis für das iPad 2 soll weiter bei 399 Dollar liegen. Im Laufe des Novembers wird das neue iPad Mini bei 16-GB-Speicher für 399 Dollar zu haben sein. Quelle: REUTERS
Ebenfalls im Handel bleiben das iPad2 und das iPad Mini. Quelle: AP
Das große Modell wurde deutlich dünner, leichter und leistungsstärker gemacht. Äußerlich wurde das iPad Air mit schmalen Seitenrändern an das Design des kleineren iPad mini angepasst. Quelle: dpa
Das iPad Mini ist künftig - wie auch das iPad Air - mit einem hochauflösende Retina-Display bestückt. Quelle: REUTERS
Die Schutzhüllen für das iPad wurden ebenfalls in neuen Farben gestaltet. Für sie berechnet Apple 39 US-Dollar. Quelle: REUTERS
Apple-Chef Tim Cook hält das iPad Air. Es ist deutlich zu erkennen, wie dünn das neue Tablet von Apple ist. Quelle: AP
Wie bereits in das iPhone 5S ist auch in das iPad Air ein A7-Chip von Intel eingebaut, der vor allem für eine schnellere Grafik sorgt. Quelle: REUTERS
Fans, die darauf gehofft hatten, dass im neuen iPad auch die neue Super-Kamera des neuen iPhones verbaut würde, wurden allerdings enttäuscht. Auch auf den Fingerabdrucksensor des 5S hat Apple beim neuen iPad verzichtet. Quelle: dpa
Für Überraschung sorgte der Konzern mit der Ankündigung, das Betriebssystem für herkömmliche Desktop-Computer und Laptops, Mac OS, kostenlos abzugeben. Auch iWork, das in Konkurrenz zu Excel und Word von Microsoft steht, soll für die Nutzer frei verfügbar sein. Bislang waren größere Programmaktualisierungen wie bei Windows von Microsoft kostenpflichtig. Quelle: AP
Apple enthüllte zudem neue Modelle aus seiner MacBook-Reihe. Auch hier setzt das Unternehmen aufs Prinzip Abspecken. Das neue MacBook Pro mit Retina-Bildschirm ist mit 33 Zentimetern dünner und leichter. Die Batterielaufzeit beträgt bis zu neun Stunden. Quelle: AP
Der neue leistungsstarke Mac Pro, der auf professionelle Anwender zum Beispiel im Video-Bereich ausgerichtet ist, soll im Dezember für 2999 Euro auf den Markt kommen. Quelle: REUTERS

Apple lässt sich trotz wachsender Konkurrenz nicht auf einen Preiskampf bei seinen iPad-Tablets ein. Der Marktführer setzte bei der Vorstellung der neuen Generation der Geräte ein klares Zeichen: Die iPads werden technisch besser, aber nicht billiger. Das große Modell wurde deutlich dünner, leichter und leistungsstärker. Das kleinere iPad mini bekam wie erwartet einen schärferen Bildschirm. Beide Geräte haben jetzt die gleiche Display-Auflösung und den gleichen schnellen Chip, der auch im iPhone 5s steckt.

Deutlich spannender: Im hart umkämpften PC-Geschäft machte Apple große Teile seiner Mac-Software kostenlos.

Das ist im scharfen Wettbewerb auf dem PC-Markt machte vor allem eine Kampfansage an Microsoft. Wer einen Mac besitzt, kann ab sofort ohne weitere Kosten die neue Software installieren. Die neue Version des Systems OS X mit dem Namen „Mavericks“ war noch am Dienstag zum Download verfügbar.

Auch beim Kauf eines neuen Mac-Computer bekommen Kunden nun die Apple-Büroprogramme kostenfrei dazu. Wer sich einen anderen PC kauft, muss in der Regel noch ein Betriebssystem dazu kaufen. Ein Windows 8 Pro Upgrade kostet rund 65 Euro. Die Software liefert Microsofts Office-Programme Word, Excel und Powerpoint mit. Gerade weil die Lizenzen so teuer sind, werden sie nur sehr selten mit einem Update versehen. So ist zum Beispiel auf noch 21 Prozent aller PCs das 13 Jahre alte Windows XP installiert.

Das Verhalten der Nutzer ist für Microsoft immer dann ein Problem, wenn das Unternehmen neue Software-Features in den Markt bringen will. Da nur ein Bruchteil der Windows-Nutzer die jeweils aktuelle Version auf dem eigenen PC einrichtet, erreicht das Unternehmen mit Software-Erneuerungen eben auch nur einen geringen Anteil der Kunden. Oder es muss seine Neuerungen für gleich mehrere Versionen herausbringen.

Dieses Dilemma will Apple vermeiden. „Wir machen das, weil wir wollen, dass alle unsere Kunden Zugang zu den neuesten Funktionen haben“, erklärte Konzern-Chef Tim Cook in San  Francisco. Er weiß genau, dass das Unternehmen aus Cupertino seine Produkte, die von dem Zusammenspiel aus Hardware- und Software im Apple-Universum leben, nur dann an den Käufer bringt, wenn auf alle Macs, iPhones und iPads mit gleichermaßen aktuellen Programmen laufen.

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Daher hat Apple die Preise für die Haus-Software in den letzten Jahren bereits drastisch gesenkt. Das letzte Update auf Mac OS X Mountain Lion kostete weniger als 20 Euro. Und für die einzelnen Apps aus iLife und iWork mussten die Kunden jeweils etwa zehn Euro zahlen.

Nun ist OS X ganz umsonst. Neben den Programmen wie Apps Pages, Numbers, Keynote - die Word, Excel und Powerpoint Konkurrenz machen - soll das „Mavericks“-System unter anderem durch eine intelligentere Verteilung der Ressourcen des Computers die Batterielaufzeit verbessern und zusätzliche Kapazitäten freisetzen. Außerdem bringt Apple seinen Kartendienst und den Buch-Store, die bisher nur für Mobilgeräte verfügbar waren, auf den Mac.

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