Kickstarter Raketenbauer starten Crowdfunding-Kampagne für Flug zum Mond

Zwei Ingenieure wollen in einer Kickstarter-Kampagne eine Million Dollar sammeln - und damit eine Mondrakete bauen.

Mit Moonspike soll die Reise auf den Mond erschwinglich werden. Quelle: dpa

Für Jules Verne war der Flug zum Mond noch eine Utopie, für die Nasa ein sündhaft teures Milliardenprojekt. Kristian von Bengtson glaubt, dass die Zeit gekommen ist, in der sich Raumfahrt-Fans im Internet ihre eigene Mondrakete finanzieren können. 

Der Däne startet am Donnerstag zusammen mit dem Unternehmer Chris Lamour eine der wohl ungewöhnlichsten Kickstarter-Kampagnen: Kommen in den nächsten 30 Tagen eine Million Dollar per Crowdfunding zusammen, wollen von Bengtson und Lamour eine Rakete bauen und eine Sonde auf dem Mond landen.

Ab 2017 geplante Missionen auf den Mond

Moonspike nennen die beiden ihre private Raummission, und so soll sie ablaufen. Die dreistufige 22-Tonnen-Rakete, betrieben mit Flüssigtreibstoff, soll zunächst in eine Erdumlaufbahn starten. Dort sendet sie ein kleines Raumschiff los zum Mond. Nach vier Tagen Flug soll die Kapsel auf dem Mond landen.

Bisher hat noch keine private Organisation versucht, eine Sonde auf dem Mond zu landen. 16 Teams versuchen gerade, als erste im Rahmen des Google-Lunar-X-Prizes einen Rover auf den Mond zu bringen und 30 Millionen Dollar Preisgeld zu gewinnen. 

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Ceres ist ein gescheiterter Planet, der bei der Entstehung des Sonnensystems übriggeblieben ist. Quelle: dpa
EarthArt von Nasa-Astronaut Scott Kelly Quelle: Nasa
Der Mond von hinten Quelle: REUTERS
Nasa hat im Juli 2015 einen erdähnlichen Planeten entdeckt Quelle: AP
Die Erde voll im Blick Quelle: Nasa

Gelingt einem der Wettbewerber das Unterfangen, wäre es eine kleine Raumfahrt-Revolution. Bisher nämlich liegen die Kosten für Mondmissionen im Milliardenbereich. Das deutsche Team Part-Time-Scientists rechnet dagegen mit Kosten von nur 30 Millionen Dollar.

Moonspike könnte mit einen Mini-Budget von nur einer Millionen Euro eine neuen Preisrekord aufstellen. Das klingt zunächst kaum machbar. Aber von Bengtson hat Erfahrung mit Billigfliegern ins All: Mehrere Jahre lang entwickelte der 40-Jährige in der Freizeit-Raumfahrtorganisation Copenhagen Suborbitals eine Rakete, die eines Tages einen Menschen ins untere Weltall fliegen soll.

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Bisher haben die Kopenhagener nur 500.000 Euro ausgegeben - und ihre Rakete in bis zu zehn Kilometer Höhe geflogen. Eine Raumkapsel haben sie auch schon entwickelt und getestet. Das Erfolgsgeheimnis für die Selfmade-Raumfahrer: Sie nutzen gebrauchte Maschinen, setzen nur wenige hundert Bauteile ein statt mehr als einer Million in Nasa-Raketen - und sie kaufen die Mehrzahl ihrer Materialien und Teile aus dem Baumarkt oder Anglershop.

Mit der gleichen Billigstrategie will von Bengtson nun also zum Mond. Wer seine Kampagne unterstützt, kann Fotos, Video oder Texte mit auf den Weg zum Erdtrabanten schicken - wo sie in einem Schutzbehälter für die Ewigkeit bewahrt werden.

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