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Künstliche IntelligenzMicrosoft-Vize Brad Smith: „Wir wollen ein offenes KI-Ökosystem schaffen“

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona wirbt der Windows-Konzern um Kooperationen mit anderen KI-Partnern und die engere Zusammenarbeit mit Netzbetreibern in seinen Rechenzentren.Thomas Kuhn 26.02.2024 - 17:31 Uhr

Brad Smith Mitte Februar in Berlin.

Foto: dpa

Zwei Wochen ist es her, da trat Microsofts Konzern Vize, Brad Smith, gemeinsam mit Bundeskanzler Olaf Scholz in Berlin vor die Presse und kündigte den Bau mehrerer deutscher Rechenzentren bei Köln und Frankfurt an. Immerhin 3,2 Milliarden Euro will der Konzern in diesem und dem nächsten Jahr vor allem in Infrastruktur für Cloud- und KI-Dienste sowie in Weiterbildungen rund um KI investieren.

Nun skizziert Smith auf dem Mobile World Congress mehrere Grundprinzipien, nach denen Microsoft künftig in den „KI-Datazentren“, wie Smith sie im Gespräch mit der WirtschaftsWoche auf der Messe in Barcelona nennt, mit Partnern aus der KI-Szene, aber auch mit Netzbetreibern zusammenarbeiten will. Und er betont, „was wir für Deutschland und Europa ankündigen, wird künftig der globale Standard für unsere KI-Partnerstrategie“.

Konkret will der Konzern seine Rechenzentren für jegliche Technologiepartner öffnen und diesen die Kapazitäten zum Erforschen eigener KI-Modelle aber auch zum Test des Zusammenspiels mit Microsofts eigenen Algorithmen und KI-Plattformen anbieten. „Dabei ist es völlig selbstverständlich, dass wir fremde Daten, mit denen unsere Partner ihre Modelle bei uns oder im Zusammenspiel mit unseren Systemen trainieren, komplett unter der eigenen Kontrolle behalten“, so Smith. „Weder werden wir die Daten selbst für unsere Entwicklungen nutzen, noch in irgendeiner Weise in Konkurrenz mit den Angeboten der Partner verwenden.“

Zudem werde Microsoft die leichte Migration der Kundendaten auf andere, auch konkurrierende Technologieplattformen sicherstellen, sobald ein Kunde entscheide, seine KI-Systeme mit anderen Plattformbetreibern zu nutzen oder weiterzuentwickeln.

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Damit reagiert Microsoft offensichtlich auf Kritik aus der Vergangenheit, Nutzern seiner Plattformen den Wechsel zur Konkurrenz tendenziell zu erschweren und Datenbestände nur begrenzt aus Microsofts Azure-Welt migrierbar zu machen. „Wir glauben, dass es der Branche, und dem Einsatz von KI in allen Wirtschafts- und Lebensbereichen nur nützen kann, wenn KI-Anwendungen in Form offener Kooperationen und Ökosysteme erforscht und entwickelt werden.“

KI-Systeme: Microsoft kündigt Zusammenarbeit mit französischem Start-up an

Im Fall des französischen KI-Start-ups Mistral etwa bedeutet das, dass Microsoft gerade erst eine Zusammenarbeit zur Entwicklung und zum Training der KI-Systeme angekündigt hat. „Das ist exemplarisch für unsere Vorstellung der Kooperation und wir werden in Zukunft weitere Beispiele dafür sehen“, so Smith. Bei der Frage, ob das auch eine vergleichbare, engere Zusammenarbeit mit dem deutschen KI-Primus Aleph Alpha umfasst, bleibt Smith in Barcelona ausweichend: „Wir verfolgen deren Arbeit sehr interessiert, haben aber gegenwärtig noch nichts anzukündigen.“ Ein klares Dementi klingt freilich anders.

Konkreter wird Smith, was Kooperationen mit Kommunikationskonzernen angeht. „Wir unterstützen insbesondere die von den Netzbetreibern propagierte Open-Gateway-Initiative“, sagt der Micosoft-Vize. Bei diesem auch auf dem MWC intensiv diskutierten Vorhaben, wollen Netzbetreiber externen Partnern und Kunden direkten Zugriff auf zentrale Funktionen ihrer Kommunikationsnetze geben – beispielsweise garantierte Übertragungskapazitäten und Brandbreiten, aber auch die Möglichkeit, die Existenz oder Identität von Web-Nutzern oder Online-Kunden anhand von deren Kundenkonten bei den Netzbetreibern zu verifizieren. „Wir werden unseren Partnern den Zugriff auf solche Services in unseren Rechenzentren ermöglichen und auch das Zusammenspiel der Netzbetreiber-Dienste mit unseren eigenen Azure-Angeboten“, so Smith.

Dass die offensiv propagierte Offenheit auch eine Antwort auf die Regulierungsbemühungen der EU ist, bestätigt der Konzern-Vize unumwunden. „Was die EU mit dem neuen KI-Gesetz, dem AI-Act, aber auch den kürzlich in Kraft getretenen Gesetzen zu Digitalen Märkten und Diensten als Prinzipien definiert hat, unterstützen wir unbedingt“. Schon im Fall der Europäischen Datenschutzgrundverordnung sei Microsoft der erste große Techkonzern gewesen, der die darin definierten Vorgaben als Richtschnur für alle globalen Rechenzentren und Dienste angewendet habe. „Und das wird mit den jüngsten EU-Regularien ähnlich sein.“

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